Mehr Zeit für Spitzenforschung: TH Köln mit drei Projekten beim NRW-Förderprogramm erfolgreich

Wassermanagement in Afrika, Anti-Tumorwirkstoffe und Trinkwassersicherheit: Drei Projekte der TH Köln werden ab Mitte 2017 durch das Programm "FH Zeit für Forschung" des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.


Die ausgewählten Professorinnen und Professoren halten für je drei Jahre nur die Hälfte ihrer Lehrveranstaltungen, damit sie sich besonders zukunftsrelevanten Forschungsfragen widmen können. Wissenschaftliche Mitarbeiter unterstützen sie in dieser Zeit in der Lehre. Die TH Köln ist die einzige NRW-Hochschule, die mit drei Projekten im Programm vertreten ist.

"WaterSec"

Im Projekt "WaterSec" entwickelt Prof. Dr. Lars Ribbe, Leiter des Instituts für Technologie- und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT), Vorhersagemodelle für besonders von Wasserknappheit betroffene Länder unter Einbeziehung von Fernerkundungsdaten. In zwei Pilotregionen in Afrika – dem Nileinzugsgebiet und der Sahelzone – werden zusammen mit Forschungspartnern, lokalen Anwendern und Unternehmen Informationssysteme zur Erhebung und Auswertung von Daten zu Wasserverfügbarkeit, -bedarf und -nutzung erstellt. Die daraus resultierenden Wasserbilanzen, Szenarien und Prognosen sollen den Regierungen vor Ort bessere Entscheidungen im Hinblick auf die Wasserressourcensicherheit ermöglichen.

"3D MikroTumor"

Innovative Technologien für die Suche nach neuen Wirkstoffkandidaten für die Anti-Tumortherapie etabliert Prof. Dr. Nicole Teusch von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften am Campus Leverkusen im Projekt "3D MikroTumor". Bislang werden Wirkstoffkandidaten an einschichtigen homogenen Tumorzellen getestet. Die Wirksamkeit in der Therapie kann mit dieser Methode allerdings nur eingeschränkt vorhergesagt werden. Mit einem interdisziplinären Projektteam sollen Modelle geschaffen werden, die die komplexe physiologische Zusammensetzung von Tumoren wiederspiegeln. Durch die dreidimensionalen Tumor-Mikromilieu-Modelle könnten Tiermodelle ersetzt und die Wirkung im Patienten besser prognostiziert werden.

"OWOS" (OpenWater – OpenSource)

Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein von der Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften am Campus Gummersbach entwickelt im Projekt "OWOS" (OpenWater – OpenSource) neuartige Anwendungen zur Überwachung, Analyse und Optimierung von Trinkwassernetzen. OWOS basiert auf dem Verständnis von Open Innovation und soll mit einer Sammlung von Tools unter anderem Antworten geben auf die Fragen: Wie kann bei der Zunahme von Extremwetterlagen die Trinkwasserhygiene sichergestellt werden? Wie können Trinkwasserversorger ihre Prozesse energie- und ressourceneffizient steuern? Wie können Verbraucher vor den Auswirkungen von Umweltkatastrophen oder Terroranschlägen geschützt werden?

Die geförderten Forschungsprojekte werden über drei Jahre mit jeweils mehr als 300.000 Euro unterstützt. Der Projektstart ist für Juni 2017 geplant. Aus 62 eingereichten Anträgen wurden 20 von einer Jury für die Förderung ausgewählt. Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Fachhochschulen, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen außerhalb NRWs.

17. Februar 2017

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