Mehr als 650 Promotionsvorhaben an NRW-Fachhochschulen

Eine aktuelle Erhebung der NRW-Fachhochschulen gibt einen Überblick über Umfang und Vielfalt bereits bestehender Kooperationen zur Promotion zwischen Fachhochschulen und Universitäten in NRW.

"An den Fachhochschulen in NRW wird in erheblichem Umfang anwendungsbezogen geforscht. Dies spiegelt sich auch in der großen und wachsenden Anzahl von Promotionsverfahren in Kooperation mit Universitäten trotz bestehender Hürden für FH-Promotionen wider. Promotionen sind Ausdruck dieser besonderen Forschungsleistung der Fachhochschulen", fasst der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen NRW, Prof. Dr. Martin Sternberg, die Ergebnisse der Erhebung zusammen. "Es geht nicht darum, aus Fachhochschulen Universitäten zu machen. Aber die anwendungsorientierte Forschung und Lehre an den Fachhochschulen braucht auch die Qualität der Promotion", so Sternberg.

Um die Kooperationen zwischen Fachhochschulen und Universitäten zur Promotion zu unterstützen und zu intensivieren, ist im NRW-Hochschulgesetz ein Graduierteninstitut für angewandte Forschung der Fachhochschulen verankert worden. Über diese Einrichtung soll gewährleistet werden, dass Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler nordrhein-westfälischer Fachhochschulen einfacher Partner-Universitäten für kooperative Promotionsverfahren auch innerhalb Nordrhein-Westfalens finden.

Selbst wenn in den Universitäten grundsätzlich die Bereitschaft zur Kooperation bei Promotionen besteht, können in der Praxis Fakultäten und Promotionsordnungen noch hohe Hürden setzen. Das Graduierteninstitut soll dabei helfen, diese Hürden zu meistern und kooperative Promotionen zu fördern,

erläutert Prof. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der Fachhochschule Köln. "Zu den Aufgaben des Graduierteninstituts müssen ebenso die Qualitätssicherung sowie hochschulübergreifende Angebote für Promovierende zählen", so Becker.

Den Ergebnissen der Erhebung ist zu entnehmen, dass derzeit mehr als 650 Promotionsverfahren an insgesamt 16 nordrhein-westfälischen Fachhochschulen laufen. Etwas weniger als die Hälfte der Kooperationen findet zwischen einer Fachhochschule und einer Universität innerhalb Nordrhein-Westfalens statt. Für die Fachhochschulen ist dies auch ein Ausdruck dafür, dass es nach wie vor Schwierigkeiten bei der kooperativen Promotion gibt und sich längst nicht alle Wunschkooperationen innerhalb Nordrhein-Westfalens realisieren lassen. Etwa ein Drittel der laufenden Promotionsverfahren finden unter Beteiligung einer Universität in einem anderen Bundesland statt. An mehr als einem Sechstel der Promotionsverfahren ist eine Universität im Ausland beteiligt.

Mit Abstand am häufigsten wird der akademische Qualifikationsgrad in den Ingenieur- und Naturwissenschaften angestrebt. Das Spektrum der Fächer, in denen Promotionen in Kooperation zwischen Fachhochschulen und Universitäten entstehen, umfasst aber ebenso auch Medizin, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie weitere Disziplinen.

Die Kooperationen der verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten aus NRW zur Promotion bestehen in ganz unterschiedlicher Weise. Neben den sechs NRW-Forschungskooperationen U & FH mit einer thematischen Bandbreite von der Geothermie  über die Nano- und Biotechnologie bis hin zur Transformation des Sozialstaats, gibt es drei Fortschrittskollegs NRW mit Beteiligung von Fachhochschulen, weitere Promotionskollegs sowie Rahmen- und Kooperationsvereinbarungen auf Hochschulebene und mit fachlichem Bezug. Hinzu kommen Kooperationsvereinbarungen für einzelne Promotionsvorhaben, die häufig mit Universitäten im Ausland abgeschlossen werden.

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