Medienpreis Bildungsjournalismus 2016

Nadja Lissok, Absolventin des Bachelorstudiengangs Online-Redakteur, hat für ihr Exposé „Erinnerungskultur bei Jugendlichen: Selfies aus dem KZ“ den ersten Platz in der Kategorie „Nachwuchs“ des „Medienpreises Bildungsjournalismus 2016“ gewonnen.

Besonders überzeugten die Jury das anspruchsvolle Thema und die geplante Herangehensweise. Lissoks Konzept besteche durch eine ungewöhnliche Idee, die angesichts brennender Flüchtlingsheime und eines erstarkenden Rechtspopulismus in Deutschland zusätzliche Relevanz erhält.

Darf man auf Schulexkursion im Konzentrationslager lustige Erinnerungsfotos von sich machen? In den sozialen Medien tauchten zuletzt vereinzelt solche Bilder auf. Nadja Lissok nimmt das zum Anlass, um sich Gedanken über die Erinnerungskultur bei Jugendlichen zu machen. Die Schüler von heute, so schreibt sie, scheinen der Themen Holocaust und Zweiter Weltkrieg im Unterricht zunehmend überdrüssig. „Reicht es denn nicht langsam mal mit der ständigen Erinnerung?“ Hinzu kommt, dass die letzten NS-Zeitzeugen inzwischen hochbetagt sind. Wer wird sich nach deren Tod überhaupt noch erinnern? Dieses Spannungsfeld möchte Nadja Lissok in einer multimedialen Reportage beleuchten und dafür eine Schulklasse beim Besuch einer KZ-Gedenkstätte begleiten.

Der Medienpreis Bildungsjournalismus ist die bundesweit einzige Auszeichnung, die ausschließlich bildungsjournalistische Beiträge prämiert. Vorsitzender der Jury ist Hans Werner Kilz, früherer Chefredakteur der Süddeutsche Zeitung und des Spiegels. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit für das Thema Bildung in der Gesellschaft zu erhöhen und Bildungsjournalisten die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen. 110 Beiträge gingen in den Kategorien „Text“, „Audio/Video/Multimedia“ und „Nachwuchs“ ein. Der Nachwuchspreis wurde zweimal vergeben: Neben Nadja Lissok, die derzeit ihr Studium in Bonn fortführt und in der Online-Redaktion des Kölner Stadt-Anzeigers arbeitet, erhielt Laura Millmann den Preis für ihr Exposé „Wie humanoide Maschinen das Lehren und Lernen verändern werden“.

4.10.2016

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