Prof. Dr. Thomas Krupp

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Prof. Dr. Hartmut Reinhard

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LKW-Navigation im Test

LKW in enger Straße einer Innenstadt (Bild: iStock)

Wie gut funktionieren Navigationssysteme für LKW in Städten? Das hat ein Team um Prof. Dr. Thomas Krupp und Prof. Dr. Hartmut Reinhard vom Schmalenbach Institut für Wirtschaftswissenschaften am Beispiel von Köln untersucht.

Bahnen sich LKW ihren Weg durch Innenstädte, gelten für sie andere Restriktionen als für PKW: Die maximale Belastung der Straßen, Durchfahrtshöhen oder Engstellen sind unter anderem zu beachten. Normale Navigationssysteme oder Kartenanwendungen auf dem Smartphone enthalten diese Informationen nicht, daher gibt es spezielle Assistenten für LKW. „In Nordrhein-Westfalen können Kommunen und Kreise ihre LKW-relevanten Verkehrsdaten auf der Plattform SEVAS einstellen. Basierend auf diesen Daten programmieren Navigationsbetreiber dann ihre Streckenführung“, erläutert Krupp, der an der TH Köln unter anderem zu Transport- und Verkehrslogistik lehrt und forscht.

Ein besonderes Interesse haben die Städte und Kreise dabei, dass möglichst viele LKW um die Stadtgebiete herumfahren. Daher besteht für sie die Option, sogenannte Vorrangstrecken zu benennen – üblicherweise Autobahnen, Landstraßen und Ortsumgehungen – die von den Navigationsgeräten bevorzugt verwendet werden sollen. „Natürlich müssen LKW durch Innenstädte fahren, wenn sie etwa den Lebensmittelladen vor Ort beliefern. Aber in allen anderen Fällen sollten sie die dicht besiedelten Flächen eher meiden. Das sehen übrigens auch die Speditionen so, denn viel zu oft müssen festgefahrene Schwertransporte aufwändig geborgen werden“, sagt Krupp.

Feldtests und Befragungen

Um zu testen, wie gut die Zielführung per spezieller LKW-Navigation funktioniert und ob alle Restriktionen für LKW berücksichtigt sowie die Vorrangrouten verwendet werden, führten Krupp und sein Team Feldtests zur LKW-Routenplanung im Großraum Köln durch. Zudem organisierten sie Experteninterviews und befragten im Rahmen einer Bachelorarbeit Fahrer und Disponenten zur Nutzung der Systeme.

„Nach Auswertung unserer Ergebnisse können wir dem Kölner Großraum ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Die Routenvorschläge des LKW-Navigationsgerätes waren fast immer richtig. Beinahe alle Restriktionen sind korrekt erfasst und wurden mit entsprechenden Umwegen berücksichtigt. Auch die Vorrangrouten funktionieren. Der proof of concept ist damit gelungen“, betont Krupp. Bislang nehmen noch nicht alle Kommunen an SEVAS teil. Eine Ausweitung des Systems auf das ganze Bundesland oder sogar bundesweit sei aber sehr empfehlenswert, um innerstädtische Routen vom LKW-Verkehr zu entlasten, so Krupp.

Januar 2022

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