Lebensgrundlage Wasser: Abschlussarbeiten helfen Kosten sparen und nützen der Umwelt

Prof. Dr. Christian Averkamp, Prof. Dr. Rainer Feldhaus, die Preisträger Hanno Rau, Lars Dorn und Mahdi Aleshahidi sowie Prof. Dr. Lothar Scheuer, Ulrich Stücker und Prof. Dr. Michael Bongards. (Bild: Fenja Jansen / TH Köln)

Für ihre Abschlussarbeiten mit einem wasserwirtschaftlichen Bezug wurden Mahdi Aleshahidi, Lars Dorn und Hanno Rau mit dem 16. Förderpreis des Aggerverbandes ausgezeichnet.

Nicht im „leeren Raum“ forschen und beste Kontakte zur Industrie pflegen – das ist der Leitsatz des Campus Gummersbach der TH Köln. „Dass unsere Inhalte auch relevant für die Praxis sind, zeigen uns die Förderpreise“, erklärte Dekan Prof. Dr. Christian Averkamp. Ein solches positives Feedback gab am 21. März der Aggerverband mit der Verleihung seines 16. Förderpreises ab. Dabei durften im Kienbaum-Saal gleich drei Absolventen die Auszeichnung entgegennehmen. „In diesem Jahr haben wir auf eine Platzierung verzichtet, da alle Arbeiten wichtige Ergebnisse liefern“, so Prof. Dr. Lothar Scheuer, Vorstand des Aggerverbandes.

Mahdi Aleshahidis Arbeit „Development and Test of Virtual Sensors for Wastewater Treatment Plants by Applying Machine Learning Methods“ wurde von Prof. Dr. Michael Bongards und Prof. Dr. Frithjof Klasen vom Campus Gummersbach betreut. Für seinen Masterabschluss im englischsprachigen Studiengang „Automation & IT“  untersuchte Aleshahidi zwei mathematische Verfahren, die „Random Forests Regression“ und die „Support Vector Regression“. Es ging um Abwasser-Werte, die Sonden im Zulauf einer Kläranlage automatisch messen. Beide Methoden sollen aufwendig zu messende Werte durch leichter zu bestimmende Größen ersetzen und so Kosten sparen. Aleshahidi hielt als Fazit seiner Untersuchung das Verfahren „Random Forests Regression“ für die Vorhersage des Sauerstoffbedarfs im Zulauf als geeigneter. Der Ingenieur zeigte aber auch, dass die Prognose der Ammoniumstickstoffwerte weiterer Forschung bedarf – und lieferte so wichtige Erkenntnisse für ein Thema, an dem TH und Aggerverband schon seit Jahren gemeinsam arbeiten.

Da der Aggerverband seine derzeit 31 Kläranlagen auf 30 reduzieren wird, widmete sich Lars Dorn in seiner Masterarbeit  der „Untersuchung von Szenarien zur Zusammenlegung von Kläranlagen für das Verbandsgebiet des Aggerverbandes“. Die Studie wurde von Prof. Dr.-Ing. Rainer Feldhaus (Fakultät Bauingenieurwesen und Umwelttechnik der TH Köln) und Dipl.-Ing. Hubert Maas vom Büro Hydro-Ingenieure betreut. Dabei waren Aufgaben wie „Zusammenstellung und Überprüfung von Kostenfunktionen für Kläranlagen und Ableitungssammler“ oder die „Konzeptionelle Ausarbeitung von Planungsvarianten für die Zusammenlegung von Kläranlagenstandorten und deren Bewertung“ zu bewältigen. Die Ergebnisse der Arbeit werden in den Abschlussbericht der Ingenieursgesellschaft, die vom Aggerverband mit der Erstellung eines „Masterplans Kläranlagen“ beauftragt wurde, einfließen.

Die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert unter anderem die ökologische Durchgängigkeit von Fließgewässern. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich TH-Absolvent Hanno Rau mit der „Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Erft bei Stolzheim“. Seine Bachelorarbeit wurde von Prof. Dr.-Ing. Christian Jokiel ( Fakultät Bauingenieurwesen und Umwelttechnik der TH Köln) und Dipl.-Ing. Karl-Heinz Beier vom Erftverband betreut. Inhalt seiner Studie war der Rückbau eines Doppelabsturzes in der Erft. Dazu erfasste Rau alle relevanten Grundlagen, entwickelte verschiedene Varianten, identifizierte eine Vorzugsvariante und arbeitete diese mit den erforderlichen Nachweisen und Plänen aus. Mit Hilfe einer Bewertungsmatrix entschied sich Rau für ein geteiltes Raugerinne zur Überwindung des Höhenunterschieds.

Jeder der drei Preisträger durfte sich über ein Preisgeld in Höhe von 600 Euro freuen. Zu den Gratulanten zählten mit Uwe Töpfer auch der Vorsitzende des Wasserwirtschaftsausschusses im Aggerverband und mit Ulrich Stücker der Vorsitzende des Verbandsrates. Betreuer, Freunde und Familienangehörige schlossen sich den Glückwünschen an.

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