Elfriede Fulda, Absolventin der Kölner Werkschulen, prägte Sakralräume der Nachkriegszeit

Das Hochschularchiv freut sich über einen besonderen Neuzugang: Angelika Fulda hat 16 frühe Werke ihrer Mutter, der Künstlerin Elfriede Fulda, als Schenkung übergeben. Die Arbeiten entstanden in den Jahren 1946 bis 1959 und bieten einen Querschnitt durch das Schaffen Fuldas nach ihrer Studienzeit an den Kölner Werkschulen.

Portrait Elfriede Fulda (Bild: Historisches Archiv der TH Köln)

Elfriede Fulda, geb. Müller, 1921 in Köln geboren und am 14. Februar 2015 verstorben, gehörte zu jener Künstlergeneration, die Kunst und Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg im Rheinland mitprägte. Nach der Mittleren Reife absolvierte sie ab 1937 eine kaufmännische Lehre und besuchte parallel Abendkurse in Werbegrafik und Aktzeichnen. 1940/41 studierte sie Gebrauchsgrafik an der Meisterschule des Handwerks in Köln.*

* Es handelt sich um die im Jahr 1879 gegründeten „Kölner Werkschulen“, die während der Zeit des Nationalsozialismus umbenannt wurden. Im Jahr 1946 erhielt die Institution ihren ursprünglichen Namen zurück.

Während der Kriegsjahre wurde sie 1942 bis 1944 als Grafikerin zu den Junkers-Flugzeugwerken nach Dessau dienstverpflichtet; in ihrer Freizeit wandte sie sich intensiv der Malerei zu, vor allem Landschaftsaquarellen. 1944 folgte die Evakuierung nach Gernrode im Harz, wo sie in Wernigerode erstmals gemeinsam mit Malerkollegen ausstellte.

1945 kehrte Fulda nach Köln zurück und baute sich dort eine selbständige Existenz als Malerin und Grafikerin auf. Es folgten zahlreiche Galerieausstellungen: unter anderem in Goch am Niederrhein, in Iserlohn sowie mehrfach in der Kölner Galerie Stahl, wo sie Aquarelle, Ölporträts und Landschaften – oft inspiriert von Reisen ins Allgäu – zeigte.

Ein wichtiger Abschnitt ihrer Ausbildung führte sie 1948 bis 1950 an die Kunstakademie Stuttgart. Dort studierte sie Wandgestaltung, Glasfenster und Mosaik bei Professor Rudolf Yelin und absolvierte ein Praktikum in einer Stuttgarter Kunstglaserei. Bereits 1950 entstanden Kirchenfenster für die evangelische Kirche in Bösingen im Schwarzwald; parallel präsentierte sie in der Stuttgarter Galerie Schatz und Schauer Landschaftsaquarelle und Ölporträts. Für den Stuttgarter Zoo „Wilhelma“ und das Schloss Ludwigsburg übernahm sie zwischen 1949 und 1952 zahlreiche Aufträge – von Plakaten und Prospekten bis zu Tierzeichnungen, Aquarellen und Raumausstattungen.

In den Jahren 1953/54 entstanden enge Freundschaften mit der Malerin Ida Kerkovius und Julie Hölzel, der Schwiegertochter des Künstlers Adolf Hölzel. Fuldas intensive Beschäftigung mit dessen künstlerischem Nachlass vertiefte ihr Verständnis für moderne Farb- und Formgestaltung.

Ab Mitte der 1950er-Jahre arbeitete sie wieder in Köln als freischaffende Grafikerin und Malerin. Sie gestaltete Buchumschläge, Schallplattenhüllen und Illustrationen für Verlage und Tonträgerfirmen und besuchte die Lithographieklasse von Professor Hußmann an den Kölner Werkschulen.

Zwischen 1959 und 1963 wandte sich Elfriede Fulda verstärkt der sakralen Glasmalerei zu – jenem Bereich, in dem sie bis heute im Rheinland sichtbar ist. Sie entwarf und realisierte Glasfenster für die evangelische Christuskirche in Rösrath-Forsbach, Betonglasfenster für die Kapelle im Haus Wiesengrund in Überdorf bei Nümbrecht, Fenster für die evangelische Familienbildungsstätte und Melanchthon-Akademie in Köln, für die evangelische Versöhnungskirche in Köln-Ehrenfeld sowie für die evangelische Philipp-Nikolai-Kirche in Köln-Mauenheim.

Februar 2026

Katja Lievertz


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