Junge Talente forschen am Campus Leverkusen

Schülerinnen und Schüler arbeiten an einer Werkbank im Labor. (Bild: TH Köln - Media Lab)

19 Schülerinnen und Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen waren am 10. und 11. Februar 2026 zu Gast am Campus Leverkusen der TH Köln. Die jungen Chemiebegeisterten erlebten im Rahmen des Landesseminars der Internationalen ChemieOlympiade (IChO) einen Tag im Labor und vertieften ihre praktischen Erfahrungen. Am Tag darauf feierten sie ihre bisherigen Erfolge der ersten beiden Runden des Wettbwerbs.

Fünf Tage voller Wissensdurst, Experimentierfreude und Austausch

Das Landesseminar bildet den Abschluss der ersten beiden Landesrunden der IChO. An vier intensiven Tagen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit chemischen Arbeitsweisen und experimentellen Herausforderungen, die weit über den regulären Schulunterricht hinausgehen. Neben praxisnahen Laborübungen erhalten die Nachwuchstalente Einblicke in die wissenschaftliche Forschung und die Chemieindustrie – und lernen Gleichgesinnte kennen, mit denen sie sich austauschen können. Auf dem Programm stehen zudem vielseitige kulturelle und sportliche Aktivitäten.

Labortag am Campus Leverkusen: Fluorescein-Synthese und Analyse

Im Labor der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften stellten die Jugendlichen in Zweiergruppen den vielseitigen Fluoreszenzfarbstoff Fluorescein her. Anschließend nutzten sie den synthetisierten Farbstoff, um eine chloridhaltige Lösung analytisch zu untersuchen. Dieses Experiment vermittelte den jungen Forscherinnen und Forschern grundlegende Labortechniken und machte unmittelbar erfahrbar, wie Chemie in der Praxis funktioniert.

Professor Dr. Dirk Burdinski, der das Seminar betreute, lobte die Leistungen der Gruppe: „Nicht ohne Stolz kann ich sagen, dass Ihr die Herausforderungen alle mit Bravour gemeistert habt. Die dabei gemachten Erfahrungen werden für Euch auf Eurem Weg in der Schule und im weiteren Wettbewerb, vielleicht sogar beim Start in das Studium, idealerweise der Chemie am Campus Leverkusen, hilfreich sein.“

Feierstunde mit Ministerin Dorothee Feller

Am Folgetag ehrte die Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Dorothee Feller, in Anwesenheit von Prof. Dr. Axel Faßbender, Vizepräsident für Lehre und Studium der TH Köln, die engagierten Teilnehmenden im feierlichen Rahmen.

Ministerin Feller betonte in ihrer Rede die Bedeutung der MINT-Fächer, also der Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, für unsere Gesellschaft: „Naturwissenschaften erklären nicht nur, wie unsere Welt funktioniert, sie eröffnen auch die Möglichkeit, unsere Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten. Ob Klimaschutz, Energieversorgung, medizinischer Fortschritt oder Digitalisierung – die großen Fragen unserer Zeit lassen sich nicht ohne mathematisch-naturwissenschaftliche Kompetenzen beantworten. Deshalb brauchen wir junge, talentierte, MINT-begeisterte Menschen wie Euch für Wissenschaft und Forschung, für Wirtschaft und Innovation und für unsere gesamte Gesellschaft.“

Sie verwies zudem auf die Notwendigkeit, den naturwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern: „Die Ergebnisse des jüngsten IQB-Bildungstrend 2024 zeigen einen erheblichen Nachholbedarf im mathematischen und im naturwissenschaftlichen Bereich sowohl bundesweit als auch hier bei uns in Nordrhein-Westfalen. Sie sind ein klarer Auftrag, dass wir die Förderung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildung weiter stärken müssen. Daher nehmen wir als nordrhein-westfälische Landesregierung neben unserem Schwerpunkt, der Stärkung der Basiskompetenzen, auch gezielt die MINT-Förderung an unseren Schulen in den Blick.“

Kooperation stärkt MINT-Fächer

Professor Dr. Burdinski griff in seiner Begrüßung ebenfalls die Herausforderung auf, vor der viele naturwissenschaftliche Disziplinen stehen: „Leider sind die MINT-Disziplinen unter Schülerinnen und Schülern nicht immer der erste Berufswunsch. Daher kommt Wettbewerben, wie der Internationalen ChemieOlympiade, eine herausragende Bedeutung zu. Durch den Schulterschluss von Schule und Hochschule und das herausragende Engagement von Lehrerinnen und Lehrern, insbesondere den IChO-Landesbeauftragten Andrea Küsters und Dr. Simon Scheren, setzen wir ein wichtiges Zeichen. Gemeinsam unterstreichen wir die Bedeutung unserer Wissenschaftsdisziplin für das Land Nordrhein-Westfalen – den bedeutendsten Chemiestandort europaweit.“

Auch die IChO-Landesbeauftragte Andrea Küsters schätzt die Kooperation mit der TH Köln: „Wir haben hier eine super Betreuung, Planung und Vorbereitung. Als Lehrerin weiß ich, wie viel Arbeit das ist.“ Sie bestärkte zudem die Schülerinnen und Schüler: „Mit Eurer Neugierde und Eurem Wissen übernehmt Ihr Verantwortung. Ihr könnt die Welt verändern. Die Chemie entwickelt nachhaltige Materialien, fördert umweltfreundliche Energien, hält innovative Lösungen bereit. Sie verbessert das Leben der Menschen und macht dadurch die Welt heller. Dass Ihr kreativ seid, habe ich bei jeder Aktion, die wir hier durchgeführt haben, erfahren dürfen – behaltet Eure Kreativität!“

Für sechs Teilnehmende aus NRW geht der Wettbewerb in der dritten Runde weiter: Im Rahmen eines einwöchigen Seminars mit zwei Theorieklausuren können sie sich für den Bundesentscheid qualifizieren. In dieser letzten Runde werden die besten vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermittelt – sie vertreten Deutschland bei der IChO im Juli 2026 in Taschkent, Usbekistan.

Über die Internationale Chemieolympiade

Die IChO ist ein weltweit ausgetragener Wettbewerb, an dem Schülerinnen und Schüler aus aktuell 85 Ländern teilnehmen. Ziel ist es, durch spannende Fragestellungen Interesse und Begeisterung für das Fach Chemie zu wecken. Am diesjährigen deutschen Auswahlverfahren waren bundesweit 2.438 Chemieinteressierte beteiligt. Mit Unterstützung der Landesbeauftragten Andrea Küsters und Dr. Simon Scheeren sowie vieler weiterer engagierter Lehrkräfte bearbeiten sie in mehreren Runden sowohl theoretische als auch praktische chemische Fragestellungen, bis am Ende ein deutsches Team für die internationale Runde ausgewählt wird.

Februar 2026

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