Internationale Anerkennung für Nachwuchsforscherin vom Campus Gummersbach der TH Köln

v.l.  Prof. Andreas Stafylopatis, Samineh Bagheri, Prof. Stefanos Kollias von der National Technical University of Athens (NTUA) (Bild: Themis Zervou / NTUA)

Die Iranerin Samineh Bagheri gewinnt den „Best Student Paper Award“ auf internationaler Konferenz in Athen

Wieder eine internationale Anerkennung für das Ausnahmetalent Samineh Bagheri, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promovendin am Campus Gummersbach der TH Köln: sie hat auf einer internationalen Konferenz in Athen den „Best Student Paper Award“ und 800 Euro gewonnen, ihre Einreichung war unter 450 abgegebenen Studien nach Jurymeinung die beste. Der Preis war die vierte Auszeichnung in zwei Jahren für die iranische Nachwuchsforscherin: Sie erhielt 2015 den DAAD-Preis der TH Köln für ihr wissenschaftliches und gesellschaftliches Engagement und den Erzquell-Förderpreis für ihre Masterarbeit, außerdem im gleichen Jahr den „Young Author Award“ auf dem 25. Workshop „Computational Intelligence” in Dortmund.

Mit der neuesten Prämierung ragt sie jetzt auch aus einem internationalen Bewerberfeld heraus, sie wurde geehrt auf  der Konferenz "IEEE Symposium Series on Computational Intelligence" (IEEE SSCI 2016) im Dezember 2016 in Athen. Ihr Thema war "Online Selection of Surrogate Models for Constrained Black-Box Optimization".

Bei der neuen Entwicklung geht es im Kern um komplexe Computersimulationen. Solche Simulationen brauchen unter anderem die Automobilhersteller: Sie möchten das Gewicht ihrer Fahrzeuge möglichst minimieren, um attraktive Verbrauchswerte zu erzielen. Gleichzeitig müssen sie aber alle Sicherheits-Randbedingungen in Crashtest-Simulationen erfüllen. Man hat also eine Zielfunktion (das Gewicht), dazu oft Dutzende von Parametern (Dicke und Form von Karosserieteilen) und hunderte von Constraints, also Randbedingungen. Dabei sind die Simulationen so komplex, dass Hochleistungscomputer dafür Tage oder Wochen rechnen müssen. Deshalb möchten die Automobilbauer möglichst wenige solcher Crashtest-Simulationen rechnen.

v.l.  Prof. Andreas Stafylopatis, Samineh Bagheri, Prof. Stefanos Kollias von der National Technical University of Athens (NTUA)
v.l. Prof. Andreas Stafylopatis, Samineh Bagheri, Prof. Stefanos Kollias von der National Technical University of Athens (NTUA) (Bild: Themis Zervou / NTUA)

Damit man nicht hunderttausende Auswertungen braucht, setzt man sogenannte Surrogatmodelle ein: Statt der richtigen Simulationen verwenden die Forscher Ersatzmodelle und optimieren dort. Nur gelegentlich rechnet man für einen neuen, aussichtsreichen Kandidaten das volle Simulationsmodell. Die neue Optimierung in Bagheris Arbeit liegt darin, ein ganzes Ensemble von Modelltypen und für jede Funktion einen Online-Algorithmus anzubieten, der auswählt, welcher Typ für die jeweilige Funktion verwendet werden soll.

Samineh Bagheri und Prof. Dr. Wolfgang Konen
Samineh Bagheri und Prof. Dr. Wolfgang Konen (Bild: Themis Zervou / NTUA)

Die 27jährige Nachwuchsforscherin hatte bei ihrer Entwicklung kompetente Unterstützung in den Mitautoren des Papers: Prof. Dr. Wolfgang Konen von der TH Köln und Prof. Dr. Thomas Bäck von der renommierten Universität Leiden in den Niederlanden. Prof. Konen ist am Campus Gummersbach  Mitinitiator der Forschungsstelle CIOP (Computational Intelligence und Optimierung) und des Forschungsschwerpunktes CIplus (Computational Intelligence plus), er ist auch Betreuer der Promotionsarbeit von Samineh Bagheri. Prof. Bäck leitet die “Natural Computing Research Group” am Leiden Institute of Advanced Computer Science (LIACS). An der Universität Leiden promoviert die erfolgreiche Iranerin in einem Kooperationsprojekt mit der TH Köln.

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