Inkubator Südstadt

Um studentische Gründerteams am Campus Südstadt zu unterstützen, haben Prof. Dr. Annette Blöcher und Prof. Dr. Kai Thürbach von der Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften den Inkubator Südstadt ins Leben gerufen.

Prof. Dr. Annette Blöcher und Prof. Dr. Kai Thürbach Prof. Dr. Annette Blöcher und Prof. Dr. Kai Thürbach (Bild: Michael Bause/TH Köln)

„Wir möchten, dass jeder Studierende im Laufe seiner Zeit an der TH Köln mit dem Thema ‚Gründen‘ in Kontakt kommt und damit den Gründergeist an der gesamten Hochschule stärken“, beschreibt Prof. Dr. Kai Thürbach vom Schmalenbach Institut für Wirtschaftswissenschaften eines der Ziele der Strategie zu Entrepreneurship Education und Existenzgründungen der TH Köln. „Ideen brauchen Raum und Zeit, um zu wachsen – mit beidem möchten wir Gründerinnen und Gründer unterstützen“, ergänzt Prof. Dr. Annette Blöcher.

Bewerben können sich angehende Unternehmerinnen und Unternehmen, die bereits ein grundlegendes Konzept und konkrete Gründungsabsichten haben. Bis zu einem Jahr lang entwickeln die Teams im Inkubator ihre Geschäftsmodelle, bauen Prototypen und bereiten ihre Unternehmensgründung vor. Während dieser Zeit werden sie durch die Start-up Beratung sowie gegebenenfalls durch ein Coaching unterstützt. Dabei stehen ihnen mehr als 15 Professorinnen und Professoren mit ihrer Expertise von Arbeitsrecht über Finanzierung bis Rechnungswesen zur Verfügung.

Derzeit arbeiten bis zum Herbst 2020 die Gründerinnen und Gründer von DocuDiet und meinBafög im Inkubator Südstadt.

DocuDiet

v.l.: Thorben Schlätzer, Dr. Christoph Kling, Maryam Mehrazar v.l.: Thorben Schlätzer, Dr. Christoph Kling, Maryam Mehrazar (Bild: Michael Bause/TH Köln)

Das Team von DocuDiet hat eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die Underwriter mit wichtigen Informationen zu Risiken und Marktbewertungen versorgt und so bessere Entscheidungen ermöglicht. Underwriter bestimmen für Versicherungsunternehmen Risiken und legen individuelle Versicherungsprämien fest. DocuDiet besteht aus Dr. Christoph Kling (Entwicklung der Künstlichen Intelligenz), Maryam Mehrazar (Projektmanagement und Softwareentwicklung) sowie Thorben Schlätzer (Management und Vertrieb).

„Die Zeit im Inkubator möchten wir nutzen, um die Anwendungsmöglichkeiten unserer KI zu erweitern und weitere Märkte zu erschließen. Zudem bereiten wir die Gründung unseres Unternehmens vor“, sagt Schlätzer, der ein Bachelorstudium im Versicherungswesen an der TH Köln absolviert hat. Das Team wird zusätzlich über ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert und konnte bereits einen Platz im „Future Champions Accelerator Rhein-Ruhr“ sowie einen Platz im „InsurLab Germany Accelerator“ gewinnen.

DocuDiet stehen Prof. Dr. Jan-Philipp Schmidt der Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (Institut für Versicherungswesen, ivwKöln) sowie Prof. Dr. Philipp Schaer der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften als Mentoren beratend zur Seite.

meinBafög

v.l.: Alexander Rodosek und Thomas Ulbricht v.l.: Alexander Rodosek und Thomas Ulbricht (Bild: Michael Bause/TH Köln)

Die Homepage meinbafoeg.de ermöglicht es Studierenden seit 2016, online ihren Bafög-Satz zu berechnen und den Antrag direkt zu erstellen. „Wir haben festgestellt, dass viele Kommilitonen großen Respekt vor dem Antragsformular hatten. Unser Ansatz ist daher, das komplizierte Behördendeutsch in eine leicht verständliche Sprache zu übersetzen und in einer übersichtlichen Applikation zu präsentieren. Zudem sieht der Nutzer, nur was für ihn relevant ist. Wenn er zum Beispiel keine Kinder hat, bekommt er viele Fragen gar nicht erst angezeigt“, erläutert Alexander Rodosek, der im Team für die Finanzen und rechtliche Fragen zuständig ist.

Zusammen mit Pascal Heinrichs (IT und Technik) und Philip Leitzke (Projektmanagement und Strategieplanung) hat Rodosek, der einen Bachelor im Wirtschaftsrecht der TH Köln besitzt, im Jahr 2017 rund 130.000 registrierte Nutzer betreut. Die Zeit im Inkubator will das Team nutzen, um ihre Applikation daselterngeld.de auszubauen. „Beim Aufbau von meinbafoeg.de und auch bei unserem neuen Projekt haben wir sehr von der Startup-Beratung profitiert. Auf das Wissen so vieler Fachrichtungen von Marken- bis Steuerrecht unkompliziert zugreifen zu können, hat vieles vereinfacht“, sagt Rodosek.

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