Dr. Jessica Gutiérrez González
27 Wissenschaftler*innen aus 19 Ländern lehren und forschen von 2025 bis 2027 als International Fellows an der TH Köln. Eine von ihnen ist Dr. Jessica Gutiérrez González. Im Interview spricht sie darüber, warum internationaler Austausch unverzichtbar ist und was sie an der TH Köln am meisten beeindruckt.
Name: Dr. Jessica Gutiérrez González
Heimathochschule: Universidad Nacional de Mar del Plata, Argentinien
Gastgebende Fakultät: Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften
Fellowshiptitel: Development of MXene-based acrylic coatings for improved tribological properties of melamine surfaces
Dauer des Aufenthalts: 1. Februar – 31. Juli 2026
Das International Fellowship hat mich interessiert, weil…
ich meine Erfahrungen in der fortgeschrittenen Charakterisierung von Polymerwerkstoffen in einem Umfeld erweitern wollte, dessen Infrastruktur und Fachwissen meine Gruppe am INTEMA-CONICET ergänzen, und weil internationale Mobilität schon immer ein zentraler Bestandteil meiner Entwicklung als Forscherin war.
Konkret wollte ich während des Fellowships…
Nanokompositbeschichtungen auf Basis von mit MXene (Ti₃C₂Tₓ) verstärkten Polymermatrizen entwickeln und diese mechanisch mittels Nanoindentation und ATR-FTIR-Spektroskopie charakterisieren, um die optimale Nanofüllstoffkonzentration zu ermitteln.
Während meiner Zeit in Deutschland wollte ich herausfinden…
wie sich die Einarbeitung von MXene in Polymermatrizen auf die mechanischen Oberflächeneigenschaften und die Grenzflächenkompatibilität des Systems auswirkt, um so zum grundlegenden Verständnis dieser funktionellen Beschichtungen beizutragen.
Internationalen Austausch finde ich…
unverzichtbar, und zwar nicht nur für den Zugang zu Infrastruktur oder technischem Wissen. Was mich nach Deutschland gebracht hat, war die Erfahrung an sich: das Eintauchen in eine andere wissenschaftliche Kultur, die Zusammenarbeit mit Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und das Lernen nicht nur an den Geräten, sondern auch von der Art und Weise, wie andere an Probleme herangehen. Der Alltag mit meinen Laborkolleg*innen – ihre Bereitschaft, Wissen zu teilen und mir zu helfen – hat diese Zeit sowohl wissenschaftlich produktiv als auch persönlich bereichernd gemacht.
Etwas, das an meiner Heimathochschule anders ist als an der TH Köln, ist…
die Verbindung zwischen Forschung und der Wirtschaft, zumindest nach dem, was ich während meines Aufenthalts beobachten konnte. Hier arbeitet jede Gruppe mit eigener Ausrüstung und wenigen Nutzer*innen, was den Versuchsablauf beschleunigt. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, dass Doktorand*innen Projekte haben, die direkt mit Unternehmen verbunden sind – entweder parallel oder als Grundlage ihrer Dissertation. Dadurch entsteht ein sehr kurzer Zyklus zwischen wissenschaftlicher Fragestellung und realer Anwendung, ein anderes Modell als an meiner Heimatuniversität, wo die Grundlagenforschung ein großes Gewicht hat und Reifezeiten ein natürlicher Teil des Prozesses sind.
Mit zurück an meine Heimathochschule nehme ich, dass…
es sich lohnt, sich dem Unbekannten zu stellen. In ein Land mit einer anderen Kultur und Sprache zu kommen, war nicht einfach – am Anfang hatte ich große Angst. Was ich mitnehme, ist die Gewissheit, dass ich es schaffen konnte, und das macht mich zuversichtlicher für das, was als Nächstes kommt. Der Aufenthalt hat unerwartete Türen geöffnet: eine externe Zusammenarbeit mit echten Publikationsmöglichkeiten und die Aussicht, durch den Austausch von Proben weiterhin mit der Gruppe der TH Köln zusammenzuarbeiten. Und vor allem nehme ich Menschen mit – Kolleg*innen von großer menschlicher Qualität und Geduld –, mit denen ich hoffentlich sowohl beruflich als auch persönlich in Verbindung bleiben werde.
An der TH Köln gefällt mir, dass…
sie technische Exzellenz mit einem wirklich internationalen und menschlichen Umfeld verbindet. Die Zusammenarbeit mit dem Laborteam hat es ermöglicht, ein Projekt in so kurzer Zeit weiter voranzubringen, als ich erwartet hatte.
Was ich in Köln unbedingt erleben wollte, ist…
Teil eines internationalen Teams zu sein und zu entdecken, dass es mit der Unterstützung der richtigen Leute möglich ist, weit weg von zu Hause ein anspruchsvolles Projekt zu entwickeln. Die Wissenschaft, die wir gemeinsam aufbauen, ist der beste Beweis dafür.
Über das Personalgewinnungskonzept „PLan_CV“
Das International-Fellows-Programm ist ein Baustein des Projekts PLan_CV („Professur-Laufbahn an Hochschulen für angewandte Wissenschaften neu denken: Collaboration und Vernetzung“). Es soll exzellentes Personal für Professuren an der TH Köln gewinnen und eine bessere Durchlässigkeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erreichen. Das Projekt wird im Rahmen des Programms zur Förderung der Gewinnung und Qualifizierung professoralen Personals an Fachhochschulen mit 12,4 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.
Juni 2026