"Die Lösung sind die erneuerbaren Energien"

Prof. Dr. Mojb Latif  (Bild: FH Köln / Heike Fischer)

Der renommierte Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif über die aktuelle Situation des Weltklimas

"Der Wandel des Weltklimas befindet sich an einem Scheideweg. Noch können wir sowohl den besten Fall mit einer milden Erwärmung als auch den schlimmsten Fall mit einer Erwärmung um bis zu fünf Grad erreichen. Aber die Tendenz geht zum Worst-Case." Mit diesen eindringlichen Worten beschrieb der renommierte Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif die aktuelle Situation des Weltklimas beim 2. Cologne Science Talk der Fachhochschule Köln. Ins Leben gerufen haben die Veranstaltungsreihe das Präsidium der Hochschule und der Förderverein. Präsident Prof. Dr.-Ing. Christoph Seeßelberg und der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Fachhochschule Köln, Norbert Graefrath, begrüßten die Gäste.

Seeßelberg erinnerte in seiner Begrüßungsrede daran, dass in dieser Woche das  übergreifende Schlusskapitel zum fünften Sachstandsbericht des Weltklimarats verabschiedet wird. „Ich freue mich sehr, dass wir passend zur Woche der Schlussabstimmung in Kopenhagen  dieses aktuelle Thema hier an der Fachhochschule Köln im Rahmen des Cologne Science Talks diskutieren – unterstützt, geleitet und auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse gebracht von Professor Mojib Latif“, so Seeßelberg.

Norbert Graefrath, Prof. Dr. Mojib Latif, Karl-Heinz Spieß (v.l.)Prof. Dr. Mojib Latif (Mitte) mit Mitgliedern des FH-Fördervereins: Norbert Graefrath (Vorsitzender, links) und Karl-Heinz Spieß (rechts) (Bild: FH Köln / Heike Fischer)

Atmosphäre als Müllkippe

Wichtigster Auslöser des Klimawandels ist laut Latif die Energieerzeugung, die zu 90 Prozent auf dem Verbrennen fossiler Brennstoffe basiere. "Wir verwenden unsere Atmosphäre als Müllkippe und das hat Folgen", so Latif. Bei der Bekämpfung des Klimawandels sieht der Forscher vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung die Industrieländer in der Pflicht. Auch wenn China zurzeit der größte Verursacher von CO2-Emmissionen sei, hätte der Westen in den vergangenen hundert Jahren durch die stetige Verschmutzung der Atmosphäre die heutige Entwicklung verursacht.

"Die Lösung sind die erneuerbaren Energien", betonte Latif. Deutschland habe gezeigt, wie ein Land in relativ kurzer Zeit den Anteil der erneuerbaren Energien auf rund 30 Prozent steigern kann. Jetzt müsse das Land weiter Vorreiter sein, noch mehr auf die eigentliche Stärke von Sonne-, Wind- und Wasserkraftanlagen setzen und damit auf eine dezentrale Energieerzeugung. Vor allem die Fachhochschulen seien dafür prädestiniert, die erforderlichen innovativen Technologien und Lösungen zu entwickeln.

Die Gäste – unter ihnen Mitglieder des Fördervereins und des Kuratoriums, Förderer des Deutschlandstipendiums, Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Organisationen – nutzten die Gelegenheit, im Anschluss an den Vortrag Fragen zum Klimawandel zu stellen.

Zur Person

Prof. Dr. Mojib Latif, 1954 in Hamburg geboren, studierte Meteorologie, promovierte in Ozeanographie und habilitierte sich 1989 an der Universität Hamburg in Ozeanographie. Seit 2003 ist er Professor am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und leitet dort den Forschungsbereich Ozeanzirkulation und Klimadynamik sowie die Forschungseinheit Maritime Meteorologie.

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