Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten für Bausystem „SimpliciDIY“

Für ihr Konzept „SimpliciDIY“ haben Michael Lautwein und Max Salzberger, Absolventen und jetzige wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät für Architektur der TH Köln eine Anerkennung beim Förderpreis 2018 der Stiftung Deutscher Architekten erhalten.

Verleihung des Förderpreises 2018 am 11. April 2019 mit Max Salzberger (3.v.r.) und Michael Lautwein (4.v.r.) Verleihung des Förderpreises 2018 am 11. April 2019 mit Max Salzberger (3.v.r.) und Michael Lautwein (4.v.r.) (Bild: Detlef Podehl | Architektenkammer NRW)

Auszug aus der Jurybegründung:
„Weltweit gibt es einen großen Bedarf an bezahlbarem Wohn- und Arbeitsraum. Mit der Masterarbeit SimpliciDIY wollen Max Salzberger und Michael Lautwein neue Wege aufzeigen, wie unter Verwendung digitaler Planungs- und Produktionsmethoden bezahlbarer Wohn- und Arbeitsraum geschaffen werden kann. Vor diesem Hintergrund haben sie Möglichkeiten von Holzwerkstoffplatten als Konstruktionsmaterial für Eigenbausysteme erforscht. Unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte wurde ein Konstruktionssystem entwickelt, das Bauherren ermöglicht, auch mit geringem Budget in Eigenleistung Wohn- oder Büroraum zu erstellen. Das im Open Source-Gedanken für alle frei zugängliche Bausystem besticht durch seine Einfachheit, handwerkliches Verständnis und architektonische Klarheit. […]“

Zur offiziellen Pressemitteilung Stiftung Deutscher Architekten

Das in einer gemeinsamen Masterarbeit entstandene Bausystem SimpliciDIY wird nun im Rahmen zweier Lehrveranstaltungen mit Studierenden der Fakultät weiterentwickelt.

Die in der Masterarbeit entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen verbinden die Doppel-T-Träger. Die in der Masterarbeit entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen verbinden die Doppel-T-Träger. (Bild: Atelier SLOW)

„Hammer, Akku-Schrauber und zwei Personen – mehr braucht es auf der Baustelle nicht, um mit unserem System ein bis zu dreistöckiges Einfamilienhaus zu bauen“, erläutert Max Salzberger das Ziel der gemeinsamen Masterarbeit mit seinem Kommilitonen Michael Lautwein. Bauherren mit kleinem Budget und der Bereitschaft zur Eigenleistung sollen so bezahlbaren Arbeits- und Wohnraum errichten können. Die Holzbauweise und die Fertigung vor Ort sorgen dafür, dass zudem nachhaltige Gebäude entstehen.

Vor dem Bau steht der Entwurf: Mit der Software, die zurzeit als Prototyp besteht, können Bauherren eigene Häuser designen oder auf bereits bestehende Entwürfe zurückgreifen. Auf dieser Basis berechnet das System dann die benötigten Teile. „Die Rahmenkonstruktion wird aus Doppel-T-Trägern aus Holz gefertigt. Verbunden werden die Träger mit von uns entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen. Die weltweite Verfügbarkeit der Werkstoffe war ein entscheidendes Kriterium bei der Materialwahl. Die nötigen Fertigungsdaten werden kostenfrei online zur Verfügung gestellt und können mit einer CNC-Fräse in jeder Tischlerei hergestellt werden“, sagt Lautwein. Bis auf Schrauben, Fenster, Türen und Leitungen besteht das fertige Haus nach dem Entwurf komplett aus nachwachsenden Rohstoffen.

Innenansicht von Gebäuden, die mit SimpliciDIY designt wurden. Bis zu drei Stockwerke sind möglich. Innenansicht von Gebäuden, die mit SimpliciDIY designt wurden. Bis zu drei Stockwerke sind möglich. (Bild: Atelier SLOW)

Im Rahmen des Projektes InterACT wird SimpliciDIY jetzt interdisziplinär weiterentwickelt. Im Fokus steht eine neue Methode der Wissensvermittlung. Alle Erkenntnisse werden über eine Open Source Plattform frei zur Verfügung gestellt. In zwei Lehrveranstaltungen haben Studierende unserer Fakultät die Möglichkeit Teil des Projektes zu werden.

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