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Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Campus Südstadt
Ubierring 48, 50678 Köln

Stellungnahme der Fakultät zu den jüngsten öffentlichen Vorwürfen gegen die Amadeu Antonio Stiftung

Die Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln versteht sich als Institution, die einer menschenrechts- und diversitätsorientierten Haltung in Bezug auf die ausgebildeten Professionen innerhalb ihrer Studiengänge verpflichtet ist. In einer Stellungnahme zu den jüngsten öffentlichen Vorwürfen gegen die Amadeu Antonio Stiftung erklärt sie sich solidarisch zu den Zielen der Stiftung.

Stellungnahme

Die Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Köln mit ihren Studiengängen B.A. Soziale Arbeit und B.A. Pädagogik der Kindheit und Familienbildung sowie den M.A. Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit, M.A. Beratung und Vertretung im Sozialen Recht und M.A. Gender und Queer Studies versteht sich als Institution, die einer menschenrechts- und diversitätsorientierten Haltung in Bezug auf die ausgebildeten Professionen verpflichtet ist.

Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus und andere Formen der Diskriminierung machen vor pädagogischen Institutionen, auch denen der frühen Kindheit, nicht Halt. Fachkräfte sind aufgefordert, ihre fachlichen und ethischen Standards in Hinblick auf eine diskriminierungs- und diversitätssensible sowie menschenrechtsorientierte Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik und Familienbildung zu reflektieren und Handlungsorientierungen zu entwickeln. Dazu gehört, Kinder und deren Eltern nicht vorschnell zu kategorisieren und als Angehörige einer rechtsorientierten Ideologie zu markieren, aber auch auf Anzeichen reagieren zu können und sich zu Demokratie und Vielfalt von Familien und Kindern zu positionieren.

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir Akteur*innen, die Materialien zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe Fachkräften Informationen und Anregungen für dialogische Lösungen im Umgang mit rassistischen und rechtspopulistischen Handlungen geboten werden. Ein Beispiel dafür ist die „Ene-mene-Muh…“-Broschüre der Berliner Amadeu Antonio Stiftung, die 2018 erschienen ist und von BMFSFJ unterstützt wird.

Aus unserer fachlichen Perspektive lässt sich die aktuelle Kritik an der Handreichung sowie an der Arbeit der Amadeu Antonio Stiftung insgesamt weder aufrechterhalten noch ist sie in dieser Weise gerechtfertigt.  

In einer nun entstandenen öffentlichen Debatte um die Handreichung wird durch Auslassungen, falsche Zitierungen und Interpretationsverschiebungen eine fachlich-inhaltliche Debatte über die Broschüre verunmöglicht; verleumderische bis demagogische Rhetorik führt dazu, dass die Amadeu Antonio Stiftung und die Fachkolleg*innen, die an der Erstellung der Broschüre beteiligt waren, mit Drohanrufen und gewaltvollen Mails konfrontiert und diffamiert werden.

Die Fakultät solidarisiert sich ausdrücklich mit dem Ansinnen, Fachkräften der frühkindlichen Bildung Anregungen zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rassismus an die Hand zu geben.

Wir danken den Mitarbeitenden der Stiftung für ihr Engagement - und dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für die Förderung dieser Arbeit durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Gleichzeitig möchten wir mit dieser Stellungnahme ein entschiedenes Zeichen gegen die sich immer weiter verbreitenden rechtspopulistischen und rechtsextremen Strategien setzen, gezielt die Arbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen zu diesen Themen zu diskreditieren.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Gerd Sadowski
(Dekan)
im Namen der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln

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