Extrem rechte Einflussnahmen auf den Kinderschutz – erste Forschungsergebnisse
Am 13.3. wurden erste Ergebnisse aus dem reKIS Prpojekt auf der Tagung „Rechte Landnahmen und Bedrohungen im Bereich Kinderrechte, Kinderschutz und Kinder - und Jugendhilfe - Gemeinsam begegnen!“ in Rostock vorgestellt.
Organisiert wurde die Tagung vom Forum gegen Demokratiefeindlichkeit und rechte Landnahmen in der Sozialen Arbeit“ in Kooperation mit dem Transferzentrum Kinderrechte und Kinderschutz in MV, das an der Universität Rostock angegliedert ist, der Universität Bielefeld und der Universität Siegen. Das Fodela wurde 2022 als interdisziplinäres, fachgesellschaftsübergreifendes Bündnis gegründet wurde, um diese Entwicklung systematisch zu benennen und ihr entgegenzutreten. Vertreten sind bislang Mitglieder der Kommission Sozialpädagogik und der Sektion Organisationspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) sowie der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (ÖGSA).
In der Keynote am 13.3.2026 stellten Birgit Jagusch und Johanna Trefflich erste Erkenntnisse der reKIS-Studie vor. Zwar konnte in verschiedenen Studien in den letzten Jahren herausgearbeitet werden, dass extrem rechte Einflussnahmeversuche manifeste Herausforderungen für die Soziale Arbeit insgesamt darstellen (Gille/Jagusch 2019; Gille/Krüger/Wéber 2021), es liegen bisher jedoch nur wenig Erkenntnisse vor, die speziell auf den Bereich des Kindesschutzes fokussieren (Meysen et al. 2021; Fachstelle Rechtsextremismus und Familie/LidiceHaus 2021). Dieser Artikel beleuchtet deshalb auf Basis empirischer Erkenntnisse aus zwei aktuellen Forschungsprojekten verschiedene Aspekte des Zusammenhangs von Kinderschutz und extrem rechten Ideologien. Er rekurriert auf die in Vorgängerprojekten entwickelte Heuristik der extrem rechten Einflussnahmen (Gille/Jagusch 2019) zurück und modelliert diese für den Kontext des Kinderschutzes. Präsentiert wurde eine erste Auswertung der bundesweit-explorativen quantitativen Erhebung. Die Studie zeigt: Kinderschutz ist ein zentraler Kristallisationspunkt extrem rechter Strategien, der sich in vielfältiger Weise auf das Leben von Kindern auswirken kann. Dabei nutzt die extreme Rechte den Bezug auf das vermeintliche Kindeswohl, um eigene Vorstellungen, die menschenfeindlich aufgeladen sind, zu transportieren. Fachkkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, die im Kindersxchutz mit Familien arbeiten, in denen extrem rechte Weltbilder verbreitet sind, werden dabei vor vielschichtige Herasuforderungen gestellt, wenn es darum geht, das Kindeswohl sicherzustellen. Nicht selten sind Fachkräfte auch massiven Bedrohungen ausgesetzt, die ihre Arbeit behindern.
Die ersten Ergebnisse, die auf der Tagung vorgestellt wurden, wurden intensiv diskutiert und gaben Anregungen für die weitere Arbeit der teilnehmenden Fachkräfte und Kolleg*innen aus dem Hochschulkontext. Aktuell werden im Rahmen der Studie qualitative Interviews geführt, die im Laufe des Jahres ausgewertet werden.
April 2026