Disziplinen im Blick bei der Night of the Scholars
Am 4. November 2025 fand unter dem Motto „Disziplinen im Blick: Hochschulbildung inter, multi, trans & Co.“ die Night of the Scholars in Kooperation mit der FH Aachen statt. Prof. Dr. Axel Faßbender von der TH Köln sowie Prof. Dr. Josef Rosenkranz von der FH Aachen begrüßten die Lehrenden zu der hybrid durchgeführten Veranstaltung.
Prof. Dr. Josef Rosenkranz berichtete vom Tag der Lehre an der FH Aachen, welcher, wie die NotS, einen Fokus auf die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit legte. Die Ergebnisse der Veranstaltungen zeigten, dass die Lösung großer Problemstellungen sich nicht allein aus einer Fachrichtung bewältigen lassen, sondern das Zusammenspiel mehrerer Fakultäten erfordern. Besonders wichtig sei, dass die Fachbereiche untereinander Kooperationen entwickeln und die Interdisziplinarität im fachlichen Kontext gefördert wird.
Prof. Dr. Axel Faßbender verdeutlichte, dass Lehrende unterschiedlicher Fachbereiche mehr aus inter-, multi- und transdisziplinären Perspektiven heraus agieren und stärker miteinander kommunizieren sollten. Studierende und Lehrende könnten so zueinander finden und gemeinsam an technischen und systemischen Lösungen arbeiten.
Willkommenfolie der NotS im November 2025
(Bild: FH Aachen)
Transdisziplinäre Summer School zwischen Aachen und Kapstadt
Marlene Lerch und Prof. Dr. Miriam Barnat sprachen über ihr gemeinsam gestaltetes Angebot: „Design Thinking meets Social Impact: Ein trans- und interdisziplinäres, internationales Lehrprojekt“. Im Fokus standen die praktischen Erfahrungen der Studierenden im Rahmen von sozialem Engagement.
Das Ziel der Summerschool war es Räume für Selbstwirksamkeit zu schaffen und gleichzeitig ein Format zu entwickeln, das Lernen, Sinn und Wirkung miteinander verbindet. Die Studierenden zeigten sich begeistert und reisten im Februar 2025 nach Khayelitsha, Südafrika. Dort bauten sie gemeinschaftlich einen Community Hub auf. Insgesamt nahmen 13 internationale Studierende teil.
Prof. Dr. Miriam Barnat von der FH Aachen evaluierte das Projekt mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes und präsentierte die Ergebnisse im Rahmen des Vortrages. Obwohl die Anwendung von Design Thinking eine neue Erfahrung war, konnten die Studierenden einen großen Lernfortschritt verzeichnen, vor allem in ihrem Glauben an die eigene Selbstwirksamkeit. Die Motivation, sich gesellschaftlich zu engagieren, ist deutlich gestiegen.
Hybride Räume im Studium erleben
Mastervertiefung, „Spatial Strategies“
Prof. Dr. Nadine Zinser-Junghanns von der TH Köln stellte in ihrem Vortrag „Pala Redux: Inseln der Zukunft“ eine hybride Rauminstallation vor, die von Architektur- und Designstudierenden im Rahmen einer neuen Mastervertiefung, „Spatial Strategies“ konzipiert wird. Eingesetzt werden dabei innovative Methoden wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Künstliche Intelligenz (KI). Ziel des Projektes ist das Zusammenbringen von realen, immersiven und analogen Dimensionen. Dazu kombinieren Studierende den analogen Modellbau mit digitalen Modellen, welche sich durch VR-Anwendungen erleben lassen.
Hochschulbildung inter, multi, trans & Co.: ein Gemeinschaftsprojekt
Die hybride synoptische Arbeit, moderiert von Dr. Birgit Szczyrba und Prof. Dr. Miriam Barnat, regte eine Diskussion zum standortspezifischen und gesellschaftlich relevanten Studium an. Es wurden drei zentrale Fragestellungen an die Hochschullehre formuliert, die den Dialog über anwendungsorientiertes und reflexives Lehren und Lernen anstoßen sollen.
In den Ergebnissen der Gruppenarbeit wurde deutlich, dass inter-, multi- und transdisziplinäres Arbeiten vor allem durch die Vernetzung, den Austausch zwischen den einzelnen Disziplinen und die Einbindung externer Partner gefördert wird.
Die Herausforderung bei der Umsetzung liegt in der Motivation der Beteiligten und in der nachhaltigen Verankerung im Hochschulalltag, zum Beispiel durch Reflexionszeitfenster und Kontinuität zwischen den Semestern. Praktische Maßnahmen wie Exkursionen, Experteninterviews und Vernetzungstools wurden von den Lehrenden als hilfreich angesehen, um den Dialog zu stärken und gesellschaftliche Fragestellungen gemeinsam zu adressieren.
Abschluss
Die Night of the Scholars zeigte ausdrücklich, dass inter- und transdisziplinäre Lehrprojekte bereits heute umgesetzt werden können, um Studierende bestmöglich auf reale gesellschaftliche Herausforderungen vorzubereiten. Die Hochschulen sind bereits an den richtigen Stellen unterwegs und finden neue Möglichkeiten, um die inter- und Transdisziplinarität in den Hochschulen voranzutreiben. Die TH Köln und die FH Aachen werden diese Impulse weiterverfolgen und freuen sich auf die kommenden Kooperationen.
November 2025