Beste Forschung und bester Transfer: TH-Preise für Professoren des Campus Gummersbach

Ausgezeichnet wurden Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein für seine Forschungsleistungen in der Computational Intelligence und Prof. Dr. Patrick Tichelmann für ein Transferprojekt im Recycling-Bereich

17.2.2020 - Große Anerkennung erhielten die Forschenden am Campus Gummersbach: Der diesjährige Forschungspreis der TH Köln ging an Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein vom ”Institut für Data Science, Engineering and Analytics“ (IDE+A), einen der beiden Transferpreise erhielt Prof. Dr. Patrick Tichelmann vom Institut für Allgemeinen Maschinenbau. Damit stellt die Fakultät in Gummersbach, eine von 12 Fakultäten der TH Köln, die Hälfte der vier Preisträger. Der Forschungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert, der Transferpreis mit insgesamt 5000 Euro. Zu den Nominierten, also den Forschern in der engeren Auswahl für die Preise, gehörten außerdem Prof. Dr. Nicolas Pyschny und Prof. Dr. Christoph Haag, ebenfalls vom Institut für Allgemeinen Maschinenbau, mit dem Projekt „Smart Manufacturing Cluster Bergisches Land“. Nominiert wurde außerdem Dr. Christian Jung mit seiner Promotion an der Technischen Universität Dortmund bei Prof. Dr. Günter Rudolph, betreut an der TH Köln von Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein vom Campus Gummersbach. Der Titel von Jungs Promotion war: „Optimierung von Prozessmodellen für Kalt- und Warmwalzwerke“. Damit war der Hochschulcampus in allen drei Kategorien mit praxisnahen Arbeiten auf hohem wissenschaftlichen Niveau vertreten.

Die Preisverleihung fand auf dem ersten „Tag der Forschung“ der TH Köln statt. Unter dem Motto „Soziale Innovation gestalten“ tauschten sich Forscherinnen und Forscher in Zukunftswerkstätten aus.

Prof. Dr. Christian Averkamp, Dekan des Campus Gummersbach der TH Köln, ist stolz auf die Auszeichnungen, die nach Gummersbach gingen. „Die beiden Preisträger standen im Wettbewerb mit den 440 Professorinnen und Professoren der TH Köln. Ihre Erfolge zeigen das hohe Niveau von Forschung und Transfer an unserem Hochschulstandort. Mit unserem guten Ruf, den besten Kontakten zur Industrie und einer erfolgreichen Berufungsstrategie ist es uns gelungen, Forscherinnen und Forscher mit internationalem Renommee an den Campus zu ziehen.“

Forschungspreis für Computational Intelligence: zehn Forschungsprojekte in fünf Jahren

Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein, Professor für Angewandte Mathematik am Campus Gummersbach der TH Köln erhielt in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Forschungspreis der TH Köln für seine Forschungsleistung. Prof. Bartz-Beielstein forscht im Bereich der Computational Intelligence, einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz. Sein Schwerpunkt sind evolutionäre Algorithmen zur Modellierung, Simulation und Optimierung von Prozessen, beispielweise in den Bereichen Industrie 4.0 und Big Data. Seit 2014 hat der engagierte Mathematiker zehn Forschungsprojekte mit hohem Praxisbezug durchgeführt, beispielsweise Projekte zur Trinkwasserversorgung und Datensouveränität, sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Bartz-Beielstein ist Mitbegründer und Mitglied des Forschungsschwerpunks „Computational Intelligence plus“ sowie Direktor des interdisziplinären „Instituts für Data Science, Engineering and Analytics“, an dem derzeit 14 kooperative Promotionen durchgeführt werden.

„Professor Bartz-Beielstein legt mit seiner Bewerbung für den ersten Forschungspreis der TH Köln die Messlatte hoch.“, so die Jury in ihrer Begründung. „Seine beeindruckenden Forschungsleistungen im Bereich der Computational Intelligence manifestieren sich in ca. 50 Publikationen und hohen Drittmitteleinnahmen allein innerhalb der letzten fünf Jahre. Sein Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs, regelmäßige Gutachtertätigkeiten sowie maßgebliche Impulse zur Profilbildung der TH Köln weit über den Campus Gummersbach hinweg runden das Bild ab. Ein mehr als würdiger Kandidat.“

"Ich sehe den Preis auch als große Anerkennung für das IDEA-Team." so Prof. Bartz-Beielstein. Er will das Preisgeld für die IDEA-Mitglieder einsetzen, wenn bei Projekten noch Mittel fehlen.

Transferpreis für die Optimierung von Recyclinganlagen

Der Transferpreis wurde bei seiner Premiere zweimal vergeben: an Prof. Dr. Patrick Tichelmann, Professor für Konstruktion am Campus Gummersbach der TH Köln, sowie an Prof. Dr. Ompe Aimé Mudimu, Professor für Wärme- und Stofftransfer an der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme. Der Transferpreis ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Professor Tichelmann wird für sein Transferprojekt „Entwicklung eines intelligenten Scheibenverteilers zur optimalen Verteilung von Müll auf Förderbändern von Recyclinganlagen“ ausgezeichnet. In einem Projekt mit der Firma Westeria Fördertechnik GmbH im Münsterland entwickelten Prof. Tichelmann und sein Team eine Regelung, die in vier Dimensionen verstellbar ist und dazu eine lernfähige Regelungssoftware. Das Ergebnis: auf den Förderbändern der Müllsortiermaschinen können nun die verschiedenen Abfallsorten durch eine rotierende Scheibe gleichmäßig verteilt werden. Durch das neue System können in Deutschland nun acht Millionen Tonnen mehr Wertstoffe pro Jahr in den Recyclingkreislauf überführt werden. Gefördert wurde das Vorhaben als ZIM-Projekt (ZIM: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) durch das Bundeswirtschaftsministerium.

Die Jury betonte, „wie hochrelevant das Thema in Hinblick auf Ressourcenschonung ist. Mit der Umsetzung der Projektergebnisse wird eine gesellschaftliche Wirksamkeit deutlich, auch wenn diese für die Öffentlichkeit nicht direkt erkennbar ist. Die Anwendungsorientierung der Arbeit von Professor Tichelmann wird durch eine ganze Reihe von Patenten offenbar. Die sehr enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern aus Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Projektes unterstreicht den starken Transferbezug.“

Für den Transferpreis nominiert, aber letztlich nicht ausgewählt wurden Prof. Dr. Nicolas Pyschny und Prof. Dr. Christoph Haag vom Institut für Allgemeinen Maschinenbau, mit dem Projekt „Smart Manufacturing Cluster Bergisches Land“. Die Gruppe umfasst derzeit 16 kleine und mittelständische Unternehmen der Region Oberberg, die sich gemeinsam mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen.

Ziel der regelmäßigen Treffen seit Februar 2019 ist es, die Digitalisierung in den jeweiligen Unternehmen voran zu treiben. Dazu gehören Fachvorträge mit anschließenden Diskussionsrunden, Workshops, Pilotprojekte mit Studierenden oder geförderte Verbundprojekte mit Partnern innerhalb und außerhalb des Clusters.

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