Die Entwicklung der Informatik von Anfang an erlebt und mitgestaltet

Prof. Klocke übergab als Geschenk u.a. eine Erinnerung an das Projekt C.I.T.Y. (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

Prof. Dr. Friedbert Jochum wurde nach 30 Jahren Lehr- und Forschungstätigkeit in den Ruhestand verabschiedet.

Fast 40 Jahre lang hat Prof. Dr. Friedbert Jochum die rasante Entwicklung der Informatik als Wissenschaft erlebt und ein Stück weit auch mitgestaltet. Er war Anfang der 70er Jahre einer der ersten Studenten der Informatik, die sich damals an den Universitäten als neues Studienfach etablierte. Seine Promotion zum Dr.-Ing. schrieb Jochum damals noch im Ingenieurfach Elektrotechnik. Seitdem beschäftigte er sich in seiner Industrietätigkeit beim Siemenskonzern, später in Forschung und Lehre an der Hochschule, mit verschiedenen Aspekten der Informations- und Computerwissenschaft. In dieser Woche wurde er als Professor für „Softwaretechnik und wissensbasierte Systeme“ am Campus Gummersbach der TH Köln in den Ruhestand verabschiedet. 

Dekan Prof. Averkamp überreichte ein TH-Schreibset zum Abschied.
Dekan Prof. Averkamp überreichte ein TH-Schreibset zum Abschied. (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

Bei der Feierstunde zur Verabschiedung waren sich alle Redner einig: die gute und offene Arbeitsatmosphäre war ein herausragendes Merkmal der gemeinsamen Zeit an der Hochschule. Prof. Jochum betonte, im Vergleich zu anderen Hochschulstandorten lebe man hier in einem Paradies. Der angehende Pensionär war in seinen 30 Dienstjahren an der Hochschule vielfältig engagiert: er gründete nicht nur die Fachgruppe Systemgestaltung, sondern auch den Forschungsschwerpunkt Software-Qualität. Mehrere Jahre lang betreute er unter anderem die Entwicklung von „Serious Games“, Lernspielen für geistig behinderte Schüler an einer Kölner Förderschule. Ein Projekt hieß C.I.T.Y., es ging um ein Lernspiel zur Verkehrserziehung. Neben der Lehre in der Hochschule war er international als Berater und Gutachter gefragt. Außerdem engagierte sich Jochum mehrere Jahre lang als Senatsmitglied der damaligen FH Köln, sowie als Mitglied im Fakultätsrat des Campus Gummersbach. In diesem Gremium äußerte auch schon mal konstruktive und durchaus willkommene Kritik, wie sich der Dekan Prof. Dr. Christian Averkamp erinnerte.

Auch die Direktorin des Instituts Informatik, Prof. Dr. Heide Faeskorn-Woyke, betonte das gute kollegiale Einvernehmen mit dem Kollegen „Fried“ und hob hervor, dass Jochum freiwillig seine Dienstzeit über das Pensionsalter hinaus verlängert hatte.  

Jochums langjähriger Bürokollege Prof. Dr. Heiner Klocke erinnerte sich an viele angeregte Gespräche und Diskussionen zu Fachthemen, aber auch zu persönlichen Angelegenheiten. Nach seinem letzten Semester an der TH wird der Informatik-Professor weiter an seinem Buch über Software-Architektur schreiben, er wird aber auch viel Zeit in den Aufbau eines Mehr-Generationen-Projekts auf seinem großen Grundstück stecken: den Bau eines Hauses für seine Tochter und deren Familie.

Die Fachgruppe Softwaretechnik war zahlreich vertreten.
Die Fachgruppe Softwaretechnik war zahlreich vertreten. (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

Zu den vielen Gästen, die sich von Prof. Jochum verabschiedeten, zählten auch die Zwillingsbrüder Arash und Roozbeeh Faroughi. Nach ihren Promotionen, die die Iraner im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Campus Gummersbach und der Universität Burgos in Spanien vollendeten, sind sie inzwischen erfolgreich bei einer IT-Unternehmensberatung in Bonn tätig. Sie lernten Prof. Jochum im Studium kennen, als sie einfach mal ein Wahlpflichtfach ausprobieren wollten. Beide waren von dem Informatikprofessor so begeistert, dass sie ab da weiter seine Lehrveranstaltungen besuchten und er schließlich einer der Betreuer ihrer Promotionsarbeiten wurde.

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