Die Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 - Mythos und Wirklichkeit

Das Institut für Informationswissenschaft freute sich sehr, den Direktor der Stadtbibliothek Duisburg, Dr. Jan-Pieter Barbian, begrüßen zu dürfen.

Die Bücherverbrennungen, die am 10. Mai 1933 nicht nur in Berlin, sondern in nahezu allen
Hochschulstädten und im Verlauf des Jahres in insgesamt 93 Städten des Deutschen Reiches stattfanden, wurden von vielen Zeitgenossen im In- und Ausland als Symbol für den Beginn einer Kulturbarbarei verstanden. Auch auf dem Platz vor der heutigen TH Köln wurden im Mai 1933 Bücher verbrannt. Ein Bodendenkmal erinnert heute an ihre Autoren.
Verantwortlich für die Organisation dieser „Aktion wider den undeutschen Geist“ war jedoch
nicht – wie lange Zeit angenommen – Joseph Goebbels als neuer Reichsminister für
Volksaufklärung und Propaganda, sondern die Deutsche Studentenschaft als Dachverband der Studentenschaften an deutschen Universitäten mit Sitz in Würzburg. Wie konnte es dazu
kommen? Welches Ziel verfolgten die Studierenden und welche Unterstützung erhielten sie
bei ihrem reichsweiten Vorgehen? Wie verhielten sich die betroffenen Schriftsteller, Verleger
und Buchhändler? Und wie reagierte die Öffentlichkeit?

Auf der Grundlage von Quellenstudien in den Staatsarchiven Würzburg und Leipzig sowie im
Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde zeichnet der Vortrag die Entstehung, den Verlauf und die
Hintergründe der Bücherverbrennungen nach.

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