Bundesweite Auszeichnung für Nachwuchsforscherin

TH-Mitarbeiterin Samineh Bagheri erhielt mit dem „Young Author Award“ die dritte Auszeichnung in einem Jahr

Die Urkunde des "Young Author Awards"Die Urkunde des "Young Author Awards" (Bild: Prof. Dr. Wolfgang Konen / TH Köln )

Den „Young Author Award“ erhielt Samineh Bagheri vom Campus Gummersbach der TH Köln Ende 2015 auf dem 25. Workshop „Computational Intelligence” in Dortmund für ihren wissenschaftlichen Tagungsbeitrag. Der hochkarätig besetzte Workshop wird seit dem Jahr 1990 jährlich von der Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik veranstaltet und zieht bundesweit Vertreter von Universitäten, Hochschulen, Großforschungseinrichtungen wie der Fraunhofer Gesellschaft, aber auch von Konzernen wie Siemens oder Volkswagen an.

Seit dem Jahr 2000 wird der „Young Author Award“ verliehen. Die erfolgreiche Iranerin hatte somit eine Reihe renommierte Mitbewerber, mit ihr wurde zum zweiten Mal ein Mitarbeiter des Campus Gummersbach der TH Köln prämiert: 2014 hatte Dr. Patrick Koch den Titel erhalten. Neben der Elektroingenieurin bekamen zwei Nachwuchskräfte vom renommierten Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) den Preis. Für die 26-jährige TH-Mitarbeiterin ist es bereits die dritte Auszeichnung in einem Jahr: Im Januar 2015 erhielt sie den DAAD-Preis der TH Köln für ihr wissenschaftliches und gesellschaftliches Engagement und den im Juni des Jahres den Erzquell-Förderpreis für ihre Masterarbeit.

Die Preisträgerin des "Young Author Awards" Samineh BagheriDie Preisträgerin des "Young Author Awards" Samineh Bagheri (Bild: Thilo Schmülgen / TH Köln)

Unter dem Titel “ SACOBRA: Self-Adjusting Constrained Black-Box Optimization with RBF“ präsentierte die Nachwuchswissenschaftlerin ein Verfahren, mit dem man äußerst komplexe Simulationen mit vielen Nebenbedingungen optimieren kann. Die abstrakte Methode wurde für eine sehr konkrete Anwendung entwickelt: In der Automobilindustrie möchte man das Gewicht eines Fahrzeuges minimieren, gleichzeitig aber alle Sicherheitsanforderungen an die Karosserie einhalten. Dabei geht es um die Dicke von Blech- oder Kunststoffteilen, aber auch um die Form bzw. das Ausmaß der Verformung in einem Crash-Test. Jedes neue Fahrzeugdesign muss in sehr aufwändigen Simulationen, bei denen die Rechner oft über mehrere Tage laufen, getestet werden. Deshalb sind nur relativ wenige Simulationen möglich. Der Iranerin ist es gelungen, mit ihrer Arbeit eigenständig den „SACOBRA-Algorithmus“ zu entwickeln, welcher in einem selbstadaptiven Verfahren, also ohne menschliches Zutun, die richtigen Parameter für den bereits existierenden COBRA-Algorithmus findet. Der Algorithmus von SACOBRA löst 10 von 11 Benchmark-Problemen mit der vergleichsweise äußerst geringen Zahl von 300 Auswertungen.

Die Entwicklung entstand im Rahmen des Forschungsprojektes MONREP in der  Gummersbacher Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften. MONREP (Laufzeit Januar 2014 bis Juni 2016) steht für „Modellgestützte Optimierung für nichtlineare und restriktionsbehaftete Produktionsprozesse“. Die Hochschule arbeitet im Projekt mit der Firma divis intelligent solutions GmbH in Dortmund zusammen, das Bundeswirtschaftsministerium fördert die Kooperation mit rund 150.000 Euro aus Mitteln des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM). Von der TH Köln beteiligen sich der Forschungsschwerpunkt CIplus und die Forschungsstelle CIOP, Ansprechpartner für MONREP ist Prof. Dr. Wolfgang Konen, der Frau Bagheri auch bei ihrer Promotion an der Universität Leiden betreut.

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