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Ein Artikel aus dem Campus-Magazin Inside out 4/2013

Benedikt Schwedhelm und Daniel Garduzza sind Buddies bei Karibu

Benedikt Schwedhelm und Daniel Garduzza (v.l.) (Bild: Thilo Schmülgen/FH Köln)

Neue Stadt, neue Hochschule und neue Sprache: Sich im Auslandsemester sofort zurechtzufinden ist gar nicht so einfach. Gut, wenn es einen Kumpel gibt, der einem den Einstieg erleichtert - wie ein Buddy im Karibu-Programm.

Wenn die Kälte nicht wäre, dann wäre es perfekt. Daniel Garduzza fröstelt. Diese Jahreszeit ist einfach nicht sein Fall. Kaum auszudenken, wie es dem Mexikaner ergehen wird, wenn die Temperaturen ins Minus rutschen. Bei der Vorstellung schüttelt er nur den Kopf und lächelt etwas fassungslos. Das Kopfschütteln wird energischer und das Lächeln breiter, als er dann auf den Karnevalsstart am 11.11. zu sprechen kommt. „Ich hatte keine Vorstellung vom Kölner Karneval. In Mexiko darf man in der Öffentlichkeit keinen Alkohol trinken. Und hier laufen alle feiernd und singend durch die Straßen. Das war einfach nur verrückt.“

Benedikt Schwedhelm und Daniel Garduzza (v.l.)Benedikt Schwedhelm und Daniel Garduzza (v.l.) (Bild: Thilo Schmülgen/FH Köln)

Daniel Garduzza kommt aus Mexiko-Stadt. Die 20-Millionen-Metropole liegt 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Kalt wird es dort im Winter höchstens in der Nacht. Gegen die hektische, lärmende Hauptstadt ist Köln ein entspannter, ruhiger Ort – aber für Daniel keineswegs ein Dorf. Der Maschinenbaustudent verbringt das Wintersemester an der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme. Obwohl ihn zwei Kommilitonen vom Instituto Politécnico Nacional nach Köln begleitet haben, war er froh, bei seiner Ankunft am Flughafen auf Benedikt Schwedhelm zu treffen. Mit seinem Buddy im Karibu-Programm hatte er sich bereits vor der Reise über die Wohnungssuche in Köln ausgetauscht.

In Ecuador fing alles an

„Das gibt einem gleich ein gutes Gefühl, wenn man nicht total auf sich selbst gestellt ist“, bestätigt Maschinenbaustudent Benedikt Schwedhelm. Bei seinem Auslandspraktikum in Ecuador ging es ihm genauso. Die Sprache, die offene Art der Menschen und die Gelassenheit haben es dem 29-Jährigen angetan. Er will gerne wieder zurück, mehr von Mittel- und Südamerika erleben. Deshalb findet er auch den kulturellen Austausch an seiner eigenen Hochschule spannend. Und weil er damals in Ecuador viel mit den internationalen IAESTE-Studenten unternommen hat, hat sich Schwedhelm zurück in Deutschland selbst als Buddy angeboten.

Jetzt treffen sich die beiden regelmäßig am Campus auf einen Kaffee oder gehen in die Mensa. Und abends zeigt Benedikt David und seinen Kommilitonen Fransisco und Jorge die Stadt und das Kölner Nachtleben. Mit Rock und Electro kommen die beiden auch musikalisch auf einen Nenner. David ist ziemlich begeistert: „Man kommt in Köln schnell mit Leuten in Kontakt und lernt dabei so viele internationale Studenten kennen, einfach toll. Und sehr interessant, denn anders als bei uns gibt es in Köln nicht nur offene, freundliche Leute, sondern auch sehr ernste und verschlossene.“


Burritos sind nicht mexikanisch

Auch das Studium gestaltet sich für Daniel ganz anders als in Mexiko. Worauf legen die Dozenten Wert, in welchem Fällen kann man zeitraubende Recherche umgehen und die Fragen schneller mit den Tutoren klären? Als Insider im Studiengang kann ihm Benedikt auch hier Ratschläge zur Infrastruktur geben. Die Vorlesung zu Fertigungstechnik machen dem 22-jährigen Mexikaner etwas zu schaffen. Und die Vokabeln für technisches Deutsch. Im Gegenzug revanchiert er sich mit spanischen Redewendungen und räumt mit ein paar kulturellen Irrtümern auf: „Burritos und Fajitas zum Beispiel sind kein mexikanischen Gerichte, aber alle Leute glauben das. Richtiges mexikanisches Essen gibt es hier nicht wirklich.“

Von deutschen Gerichten scheint er noch nicht so recht überzeugt – vom Kölsch abgesehen. „Das liegt daran, dass wir noch nicht richtig Deutsch essen waren“, sagt Benedikt und muss lachen. „So typisch kölsche, schwere Kost in einem Brauhaus.“ Daniel wirkt noch nicht überzeugt, aber die Aktion steht jetzt wohl auf dem gemeinsamen Fahrplan. Ebenso wie vorher die Weihnachtsmärkte und bald der Karneval im März. Bevor es zurück in die Heimat geht, will Daniel die große Party unbedingt mitnehmen. „Das wird großartig, ich freu‘ mich schon.“

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