Bedarfsgerechte Stromproduktion mit Biogas

Bedarfsgerechte Stromproduktion mit Biogas_Referenten (Bild: Wolf / TH Köln)

Prof. Dr. Christian Wolf vom Campus Gummersbach der TH Köln stellte Forschungsergebnisse auf einer internationalen Konferenz in Leipzig vor

10.04.2019 - Die Überwachung und Prozesskontrolle von Biogasanlagen war Thema der internationalen Konferenz "Monitoring & Process Control of Anaerobic Digestion Plants“ im März 2019 in Leipzig. Prof. Dr. Christian Wolf, Mitglied des :metabolon-Instituts am Campus Gummersbach der TH Köln, stellte zusammen mit weiteren Mitgliedern der TH Köln Forschungsergebnisse für Biogasanlagen vor. Die Fachkonferenz war mit rund 120 Teilnehmer*innen aus acht Ländern gut besucht. Prof. Wolf war darüber hinaus Mitglied des wissenschaftlichen Komitees, das die Konferenz fachlich vorbereitet hat.

Eine Entwicklung, die in Zukunft erhebliche Kosten sparen könnte, liegt in der bedarfsgerechten Stromproduktion aus Biogas. Derzeit wird Biogas in riesigen Gasspeichern aufbewahrt, um bei hohem Strombedarf flexibel produzieren zu können. Solche Speicher zu bauen und zu unterhalten, ist teuer, außerdem müssen sie natürlich dicht sein, damit keine Treibhausgasemissionen entstehen und die Gefahr von Explosionen minimiert wird..

Mit der am Campus Gummersbach entwickelten Regelungstechnik gibt es die Möglichkeit, innerhalb von 4-6 Stunden die Biogasproduktion durch eine Anpassung der Anlagenfütterung heraufzusetzen oder herunterzufahren. Somit kann flexibel Strom produziert und ins Netz eingespeist werden. Bis heute sind Biogasanlagen meist träge im Ablauf, mit der neuen Technik wären sie deutlich dynamischer und sicherer, weil man die großen Speicher nicht mehr benötigen bzw. deutlich verkleinern würde.

Im Pilotmaßstab wurden die Verfahren am Lehr- und Forschungszentrum :metabolon der TH Köln praktisch erprobt. Die praktische Erprobung im Großmaßstab in Kooperation mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband steht noch aus. Dennoch fanden die Vorträge der beiden TH-Mitglieder Niloofar Raeyatdoost und Robin Eccleston hohes Interesse auf der Konferenz. Der Brite Eccleston arbeitet am Campus Gummersbach mit EU-Förderung an seiner Promotion zum Thema Biogas-Erzeugung.  Prof. Wolf und die Mitglieder des :metabolon-Instituts arbeiten in der Entwicklung seit längerem auch mit dem Deutschen Biomasse-Forschungszentrum in Leipzig zusammen.

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