RaisoN

Verbundprojekt: „Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien"

Kontakt

Prof. Dr. Birgit Jagusch

Angewandte Sozialwissenschaften
Institut für Migration und Diversität (MIDI)

  • Campus Südstadt
    Ubierring 48
    50678 Köln
  • Telefon+49 221-8275-3513

»Ich denke, die haben diese Gefahr, die von dieser Ideologie ausgeht, noch nicht verstanden.«

Abschlusstagung, 20. Mai 2026

Forschungs-Praxisdialog zu Auswirkungen von Verschwörungsideologien in Familien, Freundeskreisen und anderen sozialen Nahräumen

Auf einen Blick

Abschlusstagung des Verbundprojekts RaisoN - Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit.

Abschlusstagung

Wann?

  • 20. Mai 2026
  • 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
  • in meinen Kalender übertragen

Wo?

Die Räumlichkeiten werden mit der Teilnahmebestätigung bekannt gegeben

Kosten

Die Teilnahme ist kostenfrei

ReferentIn

s. Programm

Anmeldung

Die Anmeldung ist bis zum 15. März 2026 möglich.
Die Anmeldung stellt noch keine Teilnahmezusage dar.
Um eine ausgewogene Zusammensetzung der Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten, behalten sich die Veranstaltenden eine Auswahl vor.
Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie spätestens bis zum 31. März 2026 eine verbindliche Rückmeldung über Ihre Teilnahme. Anmeldung zur Abschlusstagung des Verbundprojekts RaisoN

Weitere Informationen

Private Bild- und Tonaufnahmen (z.B. durch Kamera oder Mobiltelefon) sind während der Veranstaltung nicht gestattet.
Die Veranstaltenden behalten sich zudem vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.


Verpflegung

Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Die Verpflegung inklusive Getränke ist im Rahmen der Veranstaltung enthalten. Zum Mittagsimbiss werden vegetarische und vegane Speisen angeboten, am Nachmittag gibt es Kaffee, Tee und Kuchen – ebenfalls mit veganer Option.

Zugänglichkeit

Die Veranstaltung ist barrierearm zugänglich. Bei individuellem Unterstützungsbedarf, bitten wir um frühzeitige Kontaktaufnahme bis zum 06.05.2026.

Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit

Völkisch-autoritär geprägte Verschwörungsideologie entfaltet oft weitreichende Auswirkungen im sozialen Nahraum von Personen, die einer solchen Ideologie anhängen. Das Forschungsprojekt RaisoN fokussiert auf Betroffene, also Familienangehörige, Freund:innen oder Kolleg:innen, dieser Personen. In einer umfangreichen quantitativen und qualitativen Fachkräftebefragung und mehr als 20 Interviews mit Betroffenen wurde herausgearbeitet, um welche Verschwörungserzählungen es sich handelt, welche Auswirkungen sie haben, wie Handlungs- und Bewältigungsmuster der Betroffenen aussehen und welche Bedarfe sowohl von Betroffenen, als auch von Fachkräften der Beratung und politischen Bildung angemeldet werden.

Mit dieser Abschlusstagung möchten wir die Forschungsergebnisse des Projektes praxisnah zugänglich zu machen. Gemeinsam mit Ihnen als Akteur:innen aus Praxis und Wissenschaft treten wir darüber in Dialog, wie wir aus beiden Perspektiven den Herausforderungen, die das Thema Verschwörungsideologie aus Betroffenenperspektive an Fachkräfte der Beratung und politischen Bildung stellt, begegnen können.

Nach einem Panel, dem Hauptvortrag und während der Workshops wird es mehrfach Gelegenheit zum strukturierten Austausch geben. Auch die im Rahmen des Projektes erstellte Informationsplattform: fachinfo-verschwörungsideologie.de, die dann multimedial aufbereitete Fallbeispiele, Präsentation von Bildungsmaterial sowie Hintergrundinformationen für Fachkräfte bietet, wird im Rahmen der Tagung präsentiert.

Tagungsinformationen

Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie spätestens bis zum 31. März 2026 eine verbindliche Rückmeldung über Ihre Teilnahme. Die Anmeldung stellt noch keine Teilnahmezusage dar. Um eine ausgewogene Zusammensetzung der Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten, behalten sich die Veranstaltenden eine Auswahl vor.

Die Teilnahme an der Abschlusstagung ist kostenfrei.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Die Verpflegung inklusive Getränke ist im Rahmen der Veranstaltung enthalten. Zum Mittagsimbiss werden vegetarische und vegane Speisen angeboten, am Nachmittag gibt es Kaffee, Tee und Kuchen – ebenfalls mit veganer Option.

Die Veranstaltung ist barrierearm zugänglich. Bei individuellem Unterstützungsbedarf, bitten wir um frühzeitige Kontaktaufnahme bis zum 06.05.2026.

Private Bild- und Tonaufnahmen (z. B. durch Kamera oder Mobiltelefon) sind während der Veranstaltung nicht gestattet.

Die Veranstaltenden behalten sich zudem vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Kontakt: raison@th-koeln.de

Programm
Vormittag
9.00 Uhr Ankommen bei Kaffee und Tee
9.30 Uhr Begrüßung
Prof.‘in Dr.‘in Sylvia Heuchemer, Präsidentin der Technischen Hochschule Köln
Prof. Dr. Christian Rolle, Prodekan für Forschung und Innovation der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln
9.50 Uhr Panel
Perspektiven aus Forschung, Beratung und politischer Bildung
Prof.‘in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad (TH Köln), Georg Gläser (Uni Köln), Dr.‘in Sarah Pohl (Zebra-BW) & Benjamin Winkler (AAS)
10.30 Uhr Präsentation zentraler Forschungsergebnisse
Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit
Elisabeth Faria Lopes, Georg Gläser, Adriana Klapproth-Rieger & Anno Kluß
11.30 Uhr Moderierter Dialog zu zentralen Impulsen
12.00 Uhr Mittagsimbiss
Nachmittag
13.00 Uhr Gemeinsame Einstimmung in die Workshopphase
13.15 Uhr

Thematische Workshops im Forschungs-Praxisdialog

Elisabeth Faria Lopes (Uni Köln) mit Sonja Marzock und Jennifer Zink (entschwört) und Marat Trusov (Mobile Beratung gegen Rechtextremismus NRW):
Esoterik als Einfallstor in Verschwörungsideologien:
Von ‚alternativen‘ Heilmethoden zur Germanischen Neuen Medizin (1)

Prof.’in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad (TH Köln) mit Volker Haase (JUMP):
Radikalisierung durch Verschwörungsideologien - der Arbeitsplatz als betroffener sozialer Nahraum (2)

Georg Gläser (Uni Köln) mit Onna Buchholt (BMB) und Tina Dürr (Uni Marburg):
We are your friends, you‘ll never be alone again -
Freund:innenschaft im Kontext verschwörungsideologischer Radikalisierung (3)

Prof.‘in Dr.‘in Gudrun Hentges (Uni Köln) mit Prof. Dr. Fabian Virchow (HS Düsseldorf) und Benjamin Winkler (AAS):
Verschwörungsideologien aus dem Reichsbürger:innen-Milieu:
Auswirkungen auf den sozialen Nahraum (4)

Prof.‘in Dr.‘in Birgit Jagusch (TH Köln) mit Tobias Meilicke (veritas Berlin):
Menschenfeindliche Verschwörungserzählungen und Auswirkungen auf den Kinderschutz (5)

Anno Kluß (TH Köln) mit Prof.‘in Dr.‘in Marion Mayer (ASH Berlin)
und Dr.‘in Sarah Pohl (Zebra-BW):
Was mache ich hier eigentlich als Berater:in?
Beratungsanliegen und -aufträge im Kontext von Verschwörungsideologie (6)

15.15 Uhr Pause
15.30 Uhr Reflexion, Perspektiven und Ausblick (bei Kaffee, Tee und Kuchen)
16.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Workshops

(1) Esoterik als Einfallstor in Verschwörungsideologien
Von ‚alternativen‘ Heilmethoden zur Germanischen Neuen Medizin

Elisabeth Faria Lopes (Universität zu Köln)
mit Sonja Marzock und Jennifer Zink (entschwört)
und Marat Trusov (Mobile Beratung gegen Rechtextremismus NRW):

Der Workshop analysiert potenzielle Übergänge von Esoterik zu Verschwörungsideologien, insbesondere am Beispiel der 'Germanischen Neuen Medizin'. Ausgehend von einer fiktiven Fallgeschichte werden zentrale Wirkmechanismen und Anziehungsfaktoren solcher Weltbilder herausgearbeitet. Ein Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen auf familiäre und intergenerationale Beziehungsdynamiken. Thematisiert werden Radikalisierungsprozesse, Abgrenzung von evidenzbasierter Medizin und soziale Isolation. Zudem wird der Umgang von Angehörigen mit Sorge, Hilfesuche und Beratungsangeboten beleuchtet.

(2) Radikalisierung durch Verschwörungsideologien - Der Arbeitsplatz als betroffener sozialer Nahraum

Prof.’in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad (Technische Hochschule Köln)
mit Volker Haase (JUMP-MV Ausstiegsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern):

Der Arbeitsplatz ist ein sozialer Nahraum, in dem Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien wirksam werden können. Einerseits können Kolleg:innen mit entsprechender Affinität Konflikte auslösen, das Arbeitsklima belasten oder andere zu missionieren versuchen, was für Betroffene zu einer dauerhaften Belastung werden kann. Andererseits begegnen Fachkräfte Verschwörungsgläubigen auch in Beratungs- oder Bildungssettings, was professionelles Handeln herausfordert. Der Workshop bietet Raum für den Austausch eigener Erfahrungen und die gemeinsame Entwicklung von Handlungsstrategien im Umgang mit solchen Situationen.

(3) We are your friends, you‘ll never be alone again -
Freund:innenschaft im Kontext verschwörungsideologischer Radikalisierung

Georg Gläser (Universität zu Köln)
mit Onna Buchholt (Bundesverband Mobile Beratung)
und Tina Dürr (Demokratiezentrum Hessen, Philipps Universität Marburg):

Verschwörungserzählungen können eine Belastung für Freund:innenschaften sein. Da man sich Freundinnen und Freunde im Gegensatz zu Familienangehörigen oder Arbeitskolleg:innen freiwillig aussucht, ergeben sich durch die vermeintlich loseren Beziehungsweisen, die etwa nicht bzw. deutlich weniger explizit rechtlich geregelt sind, offenere Handlungsmöglichkeiten. Kontaktabbrüche aber auch Aushandlungen fallen potentiell leichter. Im Workshop diskutieren wir über Freundschaft allgemein und Handlungsperspektiven, wenn sich Freund:innen im Kontext von Verschwörungsideologie radikalisieren. Neben Einblicken in das Forschungsmaterial von RaisoN diskutieren Expert:innen aus der Beratungspraxis und Forschung ihre Eindrücke.

(4) Verschwörungsideologien aus dem Reichsbürger:innen-Milieu: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum

Prof.‘in Dr.‘in Gudrun Hentges (Universität zu Köln) mit Prof. Dr. Fabian Virchow (Hochschule Düsseldorf) und Benjamin Winkler (Amadeu Antonio Stiftung):

Verschwörungsideologien aus dem Reichsbürger:innen-Milieu führen zu Handlungen, die das familiäre Umfeld erheblich gefährden, etwa Steuerverweigerung, Ersatzfreiheitsstrafen oder Bewaffnung im Hinblick auf einen „Tag X“. Kinder und Jugendliche erleben teils die Verlagerung des Lebensmittelpunkts ins Ausland, um staatlichen Vorgaben wie Schul- oder Maskenpflicht zu entgehen. Zudem dokumentieren die im RaisoN-Projekt erhobenen Daten zahlreiche Fälle psychischer und physischer Gewalt sowie Beeinträchtigungen des Wohlbefindens. Der Workshop widmet sich diesen spezifischen Auswirkungen auf Basis der Projektergebnisse.

(5) Menschenfeindliche Verschwörungserzählungen und Auswirkungen auf den Kinderschutz

Prof.‘in Dr.‘in Birgit Jagusch (Technische Hochschule Köln) mit Tobias Meilicke (veritas Berlin):

In dem Workshop wird, basierend auf den empirischen Ergebnissen von RaisoN und den Erfahrungen der Teilnehmenden, herausgearbeitet, in welcher Weise Verschwörungserzählungen kindeswohlgefährdende Auswirkungen haben können. Gemeinsam erarbeiten wir die Herausforderungen und auch Möglichkeiten für die Kinder- und Jugendhilfe, hier unterstützend zu agieren.

(6) Was mache ich hier eigentlich als Berater:in?
Beratungsanliegen und -aufträge im Kontext von Verschwörungsideologie

Anno Kluß (Technische Hochschule Köln)
mit Prof.‘in Dr.‘in Marion Mayer (Alice Salomon Hochschule Berlin) und Dr.‘in Sarah Pohl (Zebra-BW):

Ein kleines Segment der Beratungslandschaft ist spezialisiert auf die extreme Rechte, Antisemitismus, Ideologien der Ungleichwertigkeit oder Verschwörungsideologie. Jedoch geben mehr als 70% anderer (Fach)Beratungsstellen an, dass sie im Rahmen der Sozialen Arbeit mit dem Thema konfrontiert sind. Im Workshop werden spezifische Studienergebnisse zum Thema „Beratung“ präsentiert. Mehr noch sollen Beratende unterschiedlicher Prägung miteinander in Austausch kommen.

RaisoN

Verbundprojekt: „Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien"

Kontakt

Prof. Dr. Birgit Jagusch

Angewandte Sozialwissenschaften
Institut für Migration und Diversität (MIDI)

  • Campus Südstadt
    Ubierring 48
    50678 Köln
  • Telefon+49 221-8275-3513


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