»Ich denke, die haben diese Gefahr, die von dieser Ideologie ausgeht, noch nicht verstanden.«
Abschlusstagung, 20. Mai 2026
Forschungs-Praxisdialog zu Auswirkungen von Verschwörungsideologien in Familien, Freundeskreisen und anderen sozialen Nahräumen
Auf einen Blick
Abschlusstagung des Verbundprojekts RaisoN - Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit.
AbschlusstagungWann?
- 20. Mai 2026
- 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
-
in meinen Kalender übertragen
BEGIN:VCALENDAR VERSION:2.0 PRODID:-//hacksw/handcal//NONSGML v1.0//EN CALSCALE:GREGORIAN BEGIN:VTIMEZONE TZID:EUROPE/BERLIN BEGIN:DAYLIGHT TZOFFSETFROM:+0100 TZOFFSETTO:+0200 TZNAME:CEST DTSTART:19700329T020000 RRULE:FREQ=YEARLY;BYMONTH=3;BYDAY=-1SU END:DAYLIGHT BEGIN:STANDARD TZOFFSETFROM:+0200 TZOFFSETTO:+0100 TZNAME:CET DTSTART:19701025T030000 RRULE:FREQ=YEARLY;BYMONTH=10;BYDAY=-1SU END:STANDARD END:VTIMEZONE BEGIN:VEVENT LOCATION:Die Räumlichkeiten werden mit der Teilnahmebestätigung bekannt gegeben DESCRIPTION: SUMMARY:Abschlusstagung des Verbundprojekts RaisoN - Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit. DTSTART;TZID=EUROPE/BERLIN:20260520T090000 DTEND;TZID=EUROPE/BERLIN:20260520T160000 DTSTAMP:20260312T130148 UID:69b2ab2c4decf END:VEVENT END:VCALENDAR
Wo?
Die Räumlichkeiten werden mit der Teilnahmebestätigung bekannt gegeben
Kosten
Die Teilnahme ist kostenfrei
ReferentIn
s. Programm
Anmeldung
Die Anmeldung ist bis zum 15. März 2026 möglich.
Die Anmeldung stellt noch keine Teilnahmezusage dar.
Um eine ausgewogene Zusammensetzung der Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten, behalten sich die Veranstaltenden eine Auswahl vor.
Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie spätestens bis zum 31. März 2026 eine verbindliche Rückmeldung über Ihre Teilnahme.
Anmeldung zur Abschlusstagung des Verbundprojekts RaisoN
Weitere Informationen
Private Bild- und Tonaufnahmen (z.B. durch Kamera oder Mobiltelefon) sind während der Veranstaltung nicht gestattet.
Die Veranstaltenden behalten sich zudem vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.
Verpflegung
Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Die Verpflegung inklusive Getränke ist im Rahmen der Veranstaltung enthalten. Zum Mittagsimbiss werden vegetarische und vegane Speisen angeboten, am Nachmittag gibt es Kaffee, Tee und Kuchen – ebenfalls mit veganer Option.
Zugänglichkeit
Die Veranstaltung ist barrierearm zugänglich. Bei individuellem Unterstützungsbedarf, bitten wir um frühzeitige Kontaktaufnahme bis zum 06.05.2026.
Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit
Völkisch-autoritär geprägte Verschwörungsideologie entfaltet oft weitreichende Auswirkungen im sozialen Nahraum von Personen, die einer solchen Ideologie anhängen. Das Forschungsprojekt RaisoN fokussiert auf Betroffene, also Familienangehörige, Freund:innen oder Kolleg:innen, dieser Personen. In einer umfangreichen quantitativen und qualitativen Fachkräftebefragung und mehr als 20 Interviews mit Betroffenen wurde herausgearbeitet, um welche Verschwörungserzählungen es sich handelt, welche Auswirkungen sie haben, wie Handlungs- und Bewältigungsmuster der Betroffenen aussehen und welche Bedarfe sowohl von Betroffenen, als auch von Fachkräften der Beratung und politischen Bildung angemeldet werden.
Mit dieser Abschlusstagung möchten wir die Forschungsergebnisse des Projektes praxisnah zugänglich zu machen. Gemeinsam mit Ihnen als Akteur:innen aus Praxis und Wissenschaft treten wir darüber in Dialog, wie wir aus beiden Perspektiven den Herausforderungen, die das Thema Verschwörungsideologie aus Betroffenenperspektive an Fachkräfte der Beratung und politischen Bildung stellt, begegnen können.
Nach einem Panel, dem Hauptvortrag und während der Workshops wird es mehrfach Gelegenheit zum strukturierten Austausch geben. Auch die im Rahmen des Projektes erstellte Informationsplattform: fachinfo-verschwörungsideologie.de, die dann multimedial aufbereitete Fallbeispiele, Präsentation von Bildungsmaterial sowie Hintergrundinformationen für Fachkräfte bietet, wird im Rahmen der Tagung präsentiert.
Tagungsinformationen
Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie spätestens bis zum 31. März 2026 eine verbindliche Rückmeldung über Ihre Teilnahme. Die Anmeldung stellt noch keine Teilnahmezusage dar. Um eine ausgewogene Zusammensetzung der Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten, behalten sich die Veranstaltenden eine Auswahl vor.
Die Teilnahme an der Abschlusstagung ist kostenfrei.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Die Verpflegung inklusive Getränke ist im Rahmen der Veranstaltung enthalten. Zum Mittagsimbiss werden vegetarische und vegane Speisen angeboten, am Nachmittag gibt es Kaffee, Tee und Kuchen – ebenfalls mit veganer Option.
Die Veranstaltung ist barrierearm zugänglich. Bei individuellem Unterstützungsbedarf, bitten wir um frühzeitige Kontaktaufnahme bis zum 06.05.2026.
Private Bild- und Tonaufnahmen (z. B. durch Kamera oder Mobiltelefon) sind während der Veranstaltung nicht gestattet.
Die Veranstaltenden behalten sich zudem vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.
Kontakt: raison@th-koeln.de
| Vormittag | |
|---|---|
| 9.00 Uhr | Ankommen bei Kaffee und Tee |
| 9.30 Uhr | Begrüßung Prof.‘in Dr.‘in Sylvia Heuchemer, Präsidentin der Technischen Hochschule Köln Prof. Dr. Christian Rolle, Prodekan für Forschung und Innovation der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln |
| 9.50 Uhr | Panel Perspektiven aus Forschung, Beratung und politischer Bildung Prof.‘in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad (TH Köln), Georg Gläser (Uni Köln), Dr.‘in Sarah Pohl (Zebra-BW) & Benjamin Winkler (AAS) |
| 10.30 Uhr | Präsentation zentraler Forschungsergebnisse Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit Elisabeth Faria Lopes, Georg Gläser, Adriana Klapproth-Rieger & Anno Kluß |
| 11.30 Uhr | Moderierter Dialog zu zentralen Impulsen |
| 12.00 Uhr | Mittagsimbiss |
| Nachmittag | |
| 13.00 Uhr | Gemeinsame Einstimmung in die Workshopphase |
| 13.15 Uhr |
Thematische Workshops im Forschungs-Praxisdialog Elisabeth Faria Lopes (Uni Köln) mit Sonja Marzock und Jennifer Zink (entschwört) und Marat Trusov (Mobile Beratung gegen Rechtextremismus NRW): Prof.’in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad (TH Köln) mit Volker Haase (JUMP): Georg Gläser (Uni Köln) mit Onna Buchholt (BMB) und Tina Dürr (Uni Marburg): Prof.‘in Dr.‘in Gudrun Hentges (Uni Köln) mit Prof. Dr. Fabian Virchow (HS Düsseldorf) und Benjamin Winkler (AAS): Prof.‘in Dr.‘in Birgit Jagusch (TH Köln) mit Tobias Meilicke (veritas Berlin): Anno Kluß (TH Köln) mit Prof.‘in Dr.‘in Marion Mayer (ASH Berlin) |
| 15.15 Uhr | Pause |
| 15.30 Uhr | Reflexion, Perspektiven und Ausblick (bei Kaffee, Tee und Kuchen) |
| 16.00 Uhr | Ende der Veranstaltung |
Workshops
(1) Esoterik als Einfallstor in Verschwörungsideologien
Von ‚alternativen‘ Heilmethoden zur Germanischen Neuen Medizin
Elisabeth Faria Lopes (Universität zu Köln)
mit Sonja Marzock und Jennifer Zink (entschwört)
und Marat Trusov (Mobile Beratung gegen Rechtextremismus NRW):
Der Workshop analysiert potenzielle Übergänge von Esoterik zu Verschwörungsideologien, insbesondere am Beispiel der 'Germanischen Neuen Medizin'. Ausgehend von einer fiktiven Fallgeschichte werden zentrale Wirkmechanismen und Anziehungsfaktoren solcher Weltbilder herausgearbeitet. Ein Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen auf familiäre und intergenerationale Beziehungsdynamiken. Thematisiert werden Radikalisierungsprozesse, Abgrenzung von evidenzbasierter Medizin und soziale Isolation. Zudem wird der Umgang von Angehörigen mit Sorge, Hilfesuche und Beratungsangeboten beleuchtet.
(2) Radikalisierung durch Verschwörungsideologien - Der Arbeitsplatz als betroffener sozialer Nahraum
Prof.’in Dr.‘in Schahrzad Farrokhzad (Technische Hochschule Köln)
mit Volker Haase (JUMP-MV Ausstiegsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern):
Der Arbeitsplatz ist ein sozialer Nahraum, in dem Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien wirksam werden können. Einerseits können Kolleg:innen mit entsprechender Affinität Konflikte auslösen, das Arbeitsklima belasten oder andere zu missionieren versuchen, was für Betroffene zu einer dauerhaften Belastung werden kann. Andererseits begegnen Fachkräfte Verschwörungsgläubigen auch in Beratungs- oder Bildungssettings, was professionelles Handeln herausfordert. Der Workshop bietet Raum für den Austausch eigener Erfahrungen und die gemeinsame Entwicklung von Handlungsstrategien im Umgang mit solchen Situationen.
(3) We are your friends, you‘ll never be alone again -
Freund:innenschaft im Kontext verschwörungsideologischer Radikalisierung
Georg Gläser (Universität zu Köln)
mit Onna Buchholt (Bundesverband Mobile Beratung)
und Tina Dürr (Demokratiezentrum Hessen, Philipps Universität Marburg):
Verschwörungserzählungen können eine Belastung für Freund:innenschaften sein. Da man sich Freundinnen und Freunde im Gegensatz zu Familienangehörigen oder Arbeitskolleg:innen freiwillig aussucht, ergeben sich durch die vermeintlich loseren Beziehungsweisen, die etwa nicht bzw. deutlich weniger explizit rechtlich geregelt sind, offenere Handlungsmöglichkeiten. Kontaktabbrüche aber auch Aushandlungen fallen potentiell leichter. Im Workshop diskutieren wir über Freundschaft allgemein und Handlungsperspektiven, wenn sich Freund:innen im Kontext von Verschwörungsideologie radikalisieren. Neben Einblicken in das Forschungsmaterial von RaisoN diskutieren Expert:innen aus der Beratungspraxis und Forschung ihre Eindrücke.
(4) Verschwörungsideologien aus dem Reichsbürger:innen-Milieu: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum
Prof.‘in Dr.‘in Gudrun Hentges (Universität zu Köln) mit Prof. Dr. Fabian Virchow (Hochschule Düsseldorf) und Benjamin Winkler (Amadeu Antonio Stiftung):
Verschwörungsideologien aus dem Reichsbürger:innen-Milieu führen zu Handlungen, die das familiäre Umfeld erheblich gefährden, etwa Steuerverweigerung, Ersatzfreiheitsstrafen oder Bewaffnung im Hinblick auf einen „Tag X“. Kinder und Jugendliche erleben teils die Verlagerung des Lebensmittelpunkts ins Ausland, um staatlichen Vorgaben wie Schul- oder Maskenpflicht zu entgehen. Zudem dokumentieren die im RaisoN-Projekt erhobenen Daten zahlreiche Fälle psychischer und physischer Gewalt sowie Beeinträchtigungen des Wohlbefindens. Der Workshop widmet sich diesen spezifischen Auswirkungen auf Basis der Projektergebnisse.
(5) Menschenfeindliche Verschwörungserzählungen und Auswirkungen auf den Kinderschutz
Prof.‘in Dr.‘in Birgit Jagusch (Technische Hochschule Köln) mit Tobias Meilicke (veritas Berlin):
In dem Workshop wird, basierend auf den empirischen Ergebnissen von RaisoN und den Erfahrungen der Teilnehmenden, herausgearbeitet, in welcher Weise Verschwörungserzählungen kindeswohlgefährdende Auswirkungen haben können. Gemeinsam erarbeiten wir die Herausforderungen und auch Möglichkeiten für die Kinder- und Jugendhilfe, hier unterstützend zu agieren.
(6) Was mache ich hier eigentlich als Berater:in?
Beratungsanliegen und -aufträge im Kontext von Verschwörungsideologie
Anno Kluß (Technische Hochschule Köln)
mit Prof.‘in Dr.‘in Marion Mayer (Alice Salomon Hochschule Berlin) und Dr.‘in Sarah Pohl (Zebra-BW):
Ein kleines Segment der Beratungslandschaft ist spezialisiert auf die extreme Rechte, Antisemitismus, Ideologien der Ungleichwertigkeit oder Verschwörungsideologie. Jedoch geben mehr als 70% anderer (Fach)Beratungsstellen an, dass sie im Rahmen der Sozialen Arbeit mit dem Thema konfrontiert sind. Im Workshop werden spezifische Studienergebnisse zum Thema „Beratung“ präsentiert. Mehr noch sollen Beratende unterschiedlicher Prägung miteinander in Austausch kommen.