300.000 Euro Förderung für Lehrkonzept zur Datenkompetenz

Das Gummersbacher Institut IDE+A der TH Köln ist maßgeblich beteiligt an der hochschulweiten Initiative

Welche ethischen, rechtlichen und technischen Aspekte sind beim Umgang mit Daten zu beachten? Wie können sie organisiert, analysiert und publiziert werden? Die Data Literacy Initiative (DALI) der TH Köln will den sachgerechten Umgang mit Daten systematisch im Curriculum ihrer Studiengänge verankern. Dafür ist sie vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW im Förderprogramm „Data Literacy Education.nrw“ mit einer Fördersumme in Höhe von 300.000 Euro ausgezeichnet worden.

Daten sammeln, evaluieren und speichern sowie Vertrauen aufbauen

An der Initiative DALI beteiligen sich inzwischen sechs Fakultäten der TH Köln mit ihren Instituten, die Leitung liegt bei Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach von der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften. Das IDEA ist vor allem aktiv in den Bereichen „Data Collection“, Data Evaluation (u.a. Data Mining und Deep Learning), „Data Storage und Exchange“ und „Trusted Data“ (Authentizität von Daten, Einsatz von Blockchain-Technologien). Das Gummersbacher Institut unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein umfasst drei Professor*innen und 16 Mitarbeiter*innen mit 14 laufenden Promotionen. Es ist international renommiert als Kompetenzzentrum für die Analyse und Bearbeitung großer Datenmengen, für Optimierung und Prognosen. (www.th-koeln.de/informatik-und-ingenieurwissenschaften/institut-fuer-data-science-engineering-and-analytics_54523.php)

Die Initiative DALI ist Teil der Digitalisierungsstrategie für Lehre und Studium der TH Köln, ihr Ziel ist, Datenkompetenz in den Lehrinhalten aller Studiengänge der Hochschule zu verankern. Bereits ab dem zweiten Fachsemester der Bachelorstudiengänge sollen den Studierenden der TH Köln grundlegende Kompetenzen für den Umgang mit Daten vermittelt werden.
Die Kompetenzvermittlung ist unterteilt in drei Level:
„Basic“ vermittelt u. a. ethische und rechtliche Aspekte und Kompetenzen bei der Recherche Erhebung, Verifizierung und Analyse von Daten, sowie bei der Statistik, Programmierung, Publikation und Präsentation.
In den darauf aufbauenden „Explorative Level“ und „Spezialized Level“ werden die Kompetenzfelder erweitert, praktisch angewendet und vertieft: In interdisziplinären Projektwochen, Workshops und fachspezialisierten Lehrprojekten sollen die Studierenden selbstständig Daten generieren, verwalten, analysieren und evaluieren. Geplante Themenstellungen sind u.a. Smart Cities, Energy & Ecosystems, Internet of Things oder Big Data. Die Studierenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss der Level das „Data Literacy-Zertifikat“.

Fakultätsübergreifend arbeiten im DALI-Lab

Neben der curricularen Verankerung sieht DALI auch den Aufbau eines DALI-Labs vor, in dem Studierende in fakultätsübergreifenden Kolloquien begleitet und beraten werden. Gleichzeitig soll das Lab eine Infrastruktur zum adäquaten, forschungsorientierten Umgang mit Forschungsdaten und dem Aufbau von Blockchain-Anwendungen bieten.  

Weitere Partner von DALI sind das Informationszentrum Lebenswissenschaften (ZB MED), führend im Bereich des Forschungsdatenmanagements, und die Industrie‐ und Handelskammer (IHK) zu Köln. Das Förderprogramm „Data Literacy Education.nrw“ des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW finanziert DALI über eine Laufzeit von zwei Jahren mit 300.000 Euro. Neben der TH Köln werden neun weitere NRW-Hochschulen gefördert.

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