VR2WEB – die virtuell immersive Webkonferenz

VR2WEB Bild 1 (Bild: TH Köln)

Eine Anwendung, drei Standorte, viele Möglichkeiten – mit diesem Ansatz ist das Projekt VR2WEB bei HHVISION, HOCHTIEF ViCon und der TH Köln bearbeitet worden.

Zu Beginn stand lediglich die Projektidee im Raum eine Kommunikationsplattform zu schaffen, in der digitale (BIM-) Gebäudemodelle kollaborativ zu betrachten, evaluieren und in einer Konferenz mit anderen Teilnehmern zu besprechen sind - unabhängig vom Standort des Nutzers. Aus dieser Skizze heraus entwickelten sich weitere Ideen, Ansätze und Methoden die eine deutlich weitreichendere Nutzung der Forschungsidee aufzeigten, als zu Beginn gedacht.

Von der Projektidee zum Prototypen

Ausschlaggebend für eine solche Idee ist die branchenübergreifende Zusammenarbeit der Unternehmen, bestehend aus Architekten, 3D-Artist, Bauingenieuren, Programmierern und Maschinenbauern. Ebenfalls dazu beigetragen hat der gesunde Mix der Beteiligten aus Wirtschaft und Wissenschaft, wodurch neue Ideen, Inspirationen und ein konstruktives Querdenken hervorging.

In der 30-monatigen Entwicklungszeit ist im VR2WEB ein vielseitig einsetzbarer Prototyp entstanden. Dabei kann der Nutzer entscheiden, ob er sich via VR-HMD-Brille oder mittels Desktop-Anwendung zur Konferenz hinzuschalten möchte. Die Anzahl der Nutzer, die sich gleichzeitig in einem Projekt befinden können, ist dabei auf zehn begrenzt; aus den Erfahrungen heraus aber auch ausreichend. Ebenso können im aktuellen Entwicklungsstand einfach Gebäudemodelle mit BIM-Attributen geladen und dem Nutzer zur Verfügung gestellt werden. Die Größe der Modelle ist dabei unerheblich. In der Anwendung und damit auch im 3D-Modell kann sich jeder Nutzer frei bewegen. Das Laden anderer Modelle in einem Meeting ist möglich, womit die weiteren Teilnehmer des Meetings ebenfalls in das neue Modell virtuell teleportiert werden. Zusätzliche Features, wie virtuelles Messen, hinzufügen einfacher Geometrien, Zeiger- und Laserpointer, 3D-Zeichnen sowie die interaktive Anzeige von BIM-Daten sind vorhanden und für jeden Nutzer individuell anwendbar.

Das Zukunftsszenario

Mit den Entwicklungen im Forschungsprojekt ist es gelungen ein interaktives Kommunikationssystem aufzubauen, welches die Basis für Weiterentwicklungen in kollaborativen immersiven Webkonferenzen liefert. HHVISION und HOCHTIEF ViCon setzen VR2WEB als VR-Kommunikationsmedium bereits ein, wodurch sie weitere Feedbacks zur Anwendung und deren Funktionen erhalten, um eine stetige Weiterentwicklung vorantreiben zu können. Das Zukunftsszenario sieht dabei vor, dass künftig vermehrt virtuelle Konferenzen, vor allem mit virtuellen 3D-Modellen, über das VR2WEB-Tool ablaufen werden. Ein noch zu entwickelndes Ziel wird dabei das einfache und robuste Ablegen und Auslesen von Anmerkungen und Notizen aus der Konferenz sein. Eine Übertragung der Anwendung in den Bereich des Maschinenbaus steht dabei ebenso noch aus.

Stärkung der Forschungs- und Wirtschaftsregion Rhein-Ruhr in NRW

Durch die Förderung im Rahmen des OP EFRE.NRW sind in dem VR2WEB-Projekt zukunftsweisende Ideen realisiert worden, welche einen breiten Anwenderkreis in der Baubranche erreichen wird. Dadurch wird in einem kleinen Teil die Forschungsstärke in der Rhein-Ruhr-Region erneut aufgezeigt. Durch die wirtschaftliche Weiterführung der Entwicklungen im Projekt werden die Wirtschaftsstandorte in NRW weiter gestärkt- die Virtualisierung und Digitalisierung wird stetig weiter voranschreiten.

Nacht der Technik 2019 bei HHVISION

Als Aussteller zur Nacht der Technik 2019 hatten Besucher bei HHVISION in Köln die Möglichkeit, einen ersten Prototypen der virtuell immersiven Konferenz zu testen. Zu diesem Anlass konnte das Projektkonsortium bereits erste Feedbacks von Nutzern zur Optimierung der VR2WEB-Anwendung einholen.

Innovation SPOT – HOCHTIEF ViCon

Auf der HOCHTIEF-internen Veranstaltung zur Einführung neuer Technologien stellte HOCHTIEF ViCon den entwickelten Prototypen der virtuell immersiven Web-Konferenz vor und erhielt konstruktives Feedback von Mitarbeitern aus allen Konzernbereichen. Der immersive Eindruck überzeugte die Besucher und regte zu Diskussionen und weiteren Ideen für aktuell laufende Projekte an.

VR2WEB Martin Hennrich VR2WEB Martin Hennrich (Bild: TH Köln)

Statement von Martin Hennrich
Geschäftsführer HHVISION

VR2WEB – das steht für die logische Weiterführung der klassischen Webkonferenzen. Durch die Entwicklungen im Projekt mit unseren Forschungspartnern konnten wir im Konsortium den Grundstein für die virtuell immersive Webkonferenz von komplexen Gebäudemodellen legen - und das mit Erfolg. Auf den Erkenntnissen, Erfahrungen und Ergebnissen möchten wir in den kommenden Monaten aufbauen und das Projekt weiterführen.

VR2WEB Jan Derrick Braun VR2WEB Jan Derrick Braun (Bild: TH Köln)

Statement von Jan-Derrick Braun
Projektleiter Forschung

Die gemeinsame Betrachtung eines 3D Modells – auch standortübergreifend – nutzen wir seit Jahren und ist bereits zur Gewohnheit geworden. Der immersive Eindruck durch Nutzung einer VR Umgebung jedoch ist neu und wird von den Kunden begeistert genutzt. Das eigene Projekt wird hierdurch mit völlig neuen Augen betrachtet. Es macht Spaß die Begeisterung der Kunden zu hören und Ihnen bei ihren Projektentscheidungen zu helfen.

VR2WEB Professor Margot Ruschitzka VR2WEB Prof. Dr. rer. nat. Margot Ruschitzka (Bild: TH Köln)

Statement von Prof. Dr. rer. nat. Margot Ruschitzka
Laborleitung CAD CAM Center Cologne, TH Köln

Das Forschungsprojekt VR2WEB war in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg. Gemeinsam mit den Konsortialpartnern HHVISION und HOCHTIEF ViCon konnten wir einen Beitrag zur Digitalisierung der Baubranche leisten und umfängliche wissenschaftliche sowie wirtschaftliche Erkenntnisse gewinnen, welche nicht zuletzt Anwendung in einer industrienahen Ausbildung an der TH Köln gefunden haben.

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