Vierte Beiratssitzung im Projekt Q.V.I.W.
Am 11. Mai fanden sich die Beiratsmitglieder:innen und beteiligten Professor:innen des Projektes Q.V.I.W. zur vierten und vorerst letzten Beiratssitzung in der Kölner Schanzenstraße ein. Nach einem Impulsvortrag von Elke Hohmann der Zukunftsagentur Rheinisches Revier lag der Fokus der Sitzung darauf, die entwickelten Weiterbildungsangebote zu clustern und Übergänge sowie Lücken zu identifizieren.
Die Sitzung begann am Montagnachmittag nach einer kurzen Begrüßung mit einem Speed-Networking-Format. Dabei fanden sich die Anwesenden jeweils paarweise zusammen und tauschten sich in mehreren kurzen Runden zu vorgegebenen Leitfragen aus: In welcher Rolle ist das Gegenüber im Rheinischen Revier aktiv? Was stellt aktuell die größte Herausforderung oder die spannendste Fragestellung dar? Und welche Form der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis wäre aus Sicht der oder des anderen besonders wirksam, um zukünftige Herausforderungen im jeweiligen Berufsfeld zu gestalten? Ziel dieser kompakten Networking-Einheit war es, Personen miteinander ins Gespräch zu bringen, die bislang nur wenige oder gar keine Berührungspunkte hatten.
Im Anschluss gab Elke Hohmann, Abteilungsleiterin der Projektentwicklung bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR), in einem Impulsvortrag Einblicke in den Weg des Rheinischen Reviers hin zu einem Net Zero Valley. Grundlage hierfür ist der Net Zero Industry Act (NZIA) der Europäischen Union, der es den Mitgliedstaaten ermöglicht, sogenannte Net Zero Acceleration Valleys auszuweisen, innerhalb derer industrielle Vorhaben zur Herstellung von Netto-Null-Technologien beschleunigt werden sollen. Frau Hohmann stellte heraus, dass das Rheinische Revier bereits vor der Antragstellung zentrale Voraussetzungen eines Net Zero Valleys erfüllte – insbesondere eine klare geografische Abgrenzung. Die Ausweisung des Rheinischen Reviers als Net Zero Valley, neben den bereits bestehenden Regionen in der Lausitz und im Nordwesten Deutschlands, werde für den Sommer 2026 erwartet.
Frau Hohmann machte zudem deutlich, dass sich aus dieser Zielsetzung für die Weiterbildung neue und spannende Perspektiven ergeben: Laut einer von der ZRR beauftragten Studie seien entlang der NZIA-Wertschöpfungsketten mehr als 60 neue Berufsbilder identifiziert worden. Weiterbildung gewinne vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung – insbesondere flexible Formate wie Micro-Credentials würden dabei eine wichtige Rolle spielen.
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Elke Hohmann der Zukunftsagentur Rheinisches Revier gab einen Impuls zum Net Zero Industry Act (NZIA). (Bild: TH Köln)
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Wo steht das Rheinische Revier auf seinem Weg zum Net Zero Valley? Dazu gab Elke Hohmann ein Update. (Bild: TH Köln)
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In der Gruppenarbeit waren die Anwesenden aufgefordert, Weiterbildungsformate zu clustern. (Bild: TH Köln)
Nach einer kurzen Pause begann der zweite, interaktive Teil der Sitzung. In Gruppenarbeit waren die Teilnehmenden gefragt, die an vier Tischen ausgelegten entwickelten oder geplanten Weiterbildungsformate des Projekts thematisch zu clustern und das Portfolio anhand verschiedener Leitfragen zu bewerten. Welche Themenlücken werden innerhalb der Cluster sichtbar? Welche Akteure oder Netzwerke fehlen? Und welche Trends oder Entwicklungen sollten stärker berücksichtigt werden, um die strategischen Ziele des Rheinischen Reviers zu unterstützen? Die Ergebnisse der Diskussionen stellten die Gruppen anschließend in kurzen Pitches im Plenum vor.
Nach rund drei Stunden endete die Sitzung mit abschließenden Worten der Präsidentin der TH Köln und Projektleiterin Prof. Sylvia Heuchemer sowie von Ilona Arcaro, stellvertretende Projektleiterin, in einem lockeren Ausklang. Dabei dämpfte Frau Arcaro eine mögliche Abschiedsstimmung: Auch wenn es sich um die letzte Beiratssitzung der aktuellen Projektlaufzeit handelte, werden die im Beirat Beteiligten gemeinsam mit weiteren Akteur:innen bei der für September geplanten abschließenden Netzwerkkonferenz des Projekts erneut zusammenkommen.