Studierende im Master Versicherungsrecht (LL.M) starten online ins Studium

Studierende des Masterstudienganges Versicherungsrecht im Online-Seminar (Bild: Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung TH Köln)

Hochschule geschlossen, keine Vorlesungen – aus der Traum vom Studienstart? Dass das nicht die logische Konsequenz ist, belegen die Studierenden, die am 26. März antraten, um in drei Semestern berufsbegleitend den Titel LL.M. im Master Versicherungsrecht zu erwerben.

Statt im Seminarraum sitzen alle für sich zuhause vor dem Bildschirm. Im virtuellen Raum können sie sich sehen und miteinander sprechen. So gab es nach der Begrüßung von Prof. Dr. Schimikowski eine ausführliche Vorstellungsrunde, in der sich alle ein erstes Bild von ihrer Gruppe machen konnten. Danach begann für die 20 Betriebswirt*innen und Jurist*innen der studentische Alltag mit dem Thema Versicherungsvertragsrecht und einer Einführung in die Anwendung von Beck Online. Diese Datenbank steht den Studierenden für ihre Recherchen kostenfrei zur Verfügung.

Für den Masterstudiengang Versicherungsrecht war die Umstellung auf reine Onlinelehre recht einfach. Die Studierenden, die alle in Vollzeit berufstätig sind, treffen sich auch in „normalen“ Zeiten nur jede sechste Wochen für drei Tage, donnerstags bis samstags, in der Hochschule. In der übrigen Zeit lernen sie online. Hierfür nutzen sie die Lernplattform Moodle, auf der alle Skripte und Materialien für das Studium liegen und Gruppenforen zur Verfügung stehen. Zu Gruppenarbeiten treffen sich die Studierenden, die in ganz Deutschland zuhause sind, in virtuellen Konferenzräumen.

Faktisch wurden nun „einfach“ die Präsenztage ersetzt durch Onlinetage. Hierfür muss der Lernstoff angepasst werden, denn die üblichen acht Stunden, die ein Seminartag normalerweise dauert, kann man online nur schwer durchhalten. So werden Veranstaltungsblöcke geteilt und zusätzliche Abendtermine für virtuelle Klassenräume oder Videos angeboten, die man zu beliebiger Zeit ansehen kann. Alle Onlineseminare werden aufgezeichnet, damit auch Student*innen, die aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen können, den Stoff im Nachhinein ansehen können.

Die Erstsemester haben nun bereits den zweiten „Nicht-Präsenzblock“ absolviert und sehr erfolgreich ihre ersten Gruppenarbeiten im Versicherungsvertragsrecht präsentiert. Sie hatten nach ihrem ersten Tag bei Prof. Schimikowski schon Vorlesungen zum Versicherungsvertriebsrecht bei Prof. Dr. Fortmann (Digitalisierung) und Prof. Dr. Beenken sowie Versicherungsvertragsrecht bei RiOLG Sascha Piontek, Prof. Dr. Staudinger (internationales Recht) und Prof. Dr. Looschelders.

Einer der Studierenden wird die Gruppe schon bald wieder verlassen: Markus Boczkowski hat das Modul Versicherungsvertragsrecht als Zertifikatskurs gebucht. Er wurde hierfür durch seinen Arbeitgeber Ergo entsandt.

Alle sind froh, dass das Studium in dieser Form laufen kann, aber die Studentinnen und Studenten warten doch ungeduldig auf ihr erstes Treffen in der TH Köln, um sich endlich live kennenzulernen und gemeinsam den Studienstart zu feiern – wenn auch mit dem gebotenen Abstand von 1,50 Metern.

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