Studierende beraten Influencerinnen und Influencer bei rechtlichen Fragen

Was muss in sozialen Netzwerken als Werbung gekennzeichnet werden? Ab wann gilt ein Posting oder eine Verlinkung als Schleichwerbung? Bei diesen und weiteren Fragen beraten Studierende des Masterstudiengangs Medienrecht und Medienwirtschaft künftig Influencerinnen und Influencer.

Ob auf Instagram, YouTube oder TikTok: Soziale Medien sind kein rechtsfreier Raum – hier gilt es genauso Regeln aus dem Urheber- und Medienrecht zu befolgen wie in den klassischen Medien. Vor allem Werbende können mit dem Gesetz in Konflikt geraten und abgemahnt werden, wenn sie diese nicht beachten. Immer häufiger wird deshalb eine Rechtsberatung benötigt.

Grafik der Influencer Law Clinic Grafik der Influencer Law Clinic (Bild: Influencer Law Clinic)

Hilfe bietet nun die Influencer Law Clinic an, welche die Kölner Forschungsstelle für Medienrecht zusammen mit dem Influencer-Netzwerk allyance und der Kanzlei Brehm & v. Moers gestartet hat. „Eine Law Clinic ist eine im Rechtsdienstleistungsgesetz explizit vorgesehene Möglichkeit für Studierende, unter Anleitung von Juristinnen und Juristen mit Befähigung zum Richteramt unentgeltlich Rechtsberatung anzubieten“, erklärt Prof. Dr. Christian-Henner Hentsch vom Schmalenbach Institut für Wirtschaftswissenschaften, der das Projekt leitet.

Idee entstand aus der Lehre

„Zusammen mit dem Unternehmen Webedia Gaming GmbH und seinem Influencer-Netzwerk allyance werden im dritten Semester anhand von Fallbeispielen Rechtsfragen von Influencerinnen und Influencern erarbeitet. Dabei haben Studierende – abgesichert durch Rechtsanwältinnen und -anwälte – einen Leitfaden zu häufigen medienrechtlichen Problemen für Influencerinnen und Influencer erstellt. Aus dieser Lehrveranstaltung heraus entstand die Idee, die Ergebnisse der Studierenden unserer Zielgruppe unentgeltlich zugänglich zu machen und sie auf dieser Grundlage juristisch zu unterstützen“, so Hentsch. Den Leitfaden geben Studierende an die Influencerinnen und Influencer im YouTuber-Netzwerk von allyance heraus. Bei einfachen Anliegen beraten die Studierenden, angeleitet von Dozierenden, auch individuell. Bei komplexen Rechtsfragen übernimmt die Kanzlei Brehm & v. Moers.

Studiengang schärft Profil

Die Kölner Forschungsstelle unter Leitung von Prof. Dr. Rolf Schwartmann bietet seit 2008 den Masterstudiengang Medienrecht und Medienwirtschaft an, der die Studierenden über vier Semester hinweg mit medienrechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Inhalten gezielt auf die Praxis vorbereitet, insbesondere auch von Dozierenden im Bereich Influencermarketing. Mit der jüngsten Profilschärfung wurde neben dem Datenschutzrecht ein besonderer Fokus auf audiovisuelle Medien und Games gelegt, wobei Influencerinnen und Influecner eine immer wichtigere Rolle spielen. Die praktische Ausbildung wird mit der Influencer Law Clinic weiter gestärkt.

Juli 2022

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