Neuberufen 2026: Prof. Dr. Thorsten Süß
Da das Leben voller Risiken ist, sollten diese besser verteilt werden. Dr. Thorsten Süß weiß, wovon er spricht: Schließlich hatte der neuberufene Professor für Wirtschafts- und Versicherungsrecht als Kind das Risiko eines zu geringen Taschengeldes erkannt und nach einer Lösung für mehr Geld gesucht. Seine Idee und was er heute seinen Studierenden mitgeben möchte, gibt’s im Interview.
Studium: der Rechtswissenschaften an den Universitäten Marburg, Münster und Strasbourg (2003-2008); Zusatzausbildung im Versicherungsrecht
Promotion: mit einer Arbeit zur Geschichte des Zivilprozessrechts in der frühen Neuzeit, die an der Universität Münster durch Prof. Dr. Peter Oestmann unter dem Titel „Partikularer Zivilprozess und territoriale Gerichtsverfassung - Das weltliche Hofgericht in Paderborn und seine Ordnungen 1587-1720“ betreut wurde.
Berufliche Stationen:
- Rechtsanwalt von 2013-2015 in Hamm
- Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht 2016-2025 in Köln, dort Partner in der Kanzlei BLD Bach Langheid Dallmayr
- seit 01.01.2026 Professor an der TH Köln
Wirtschafts- und Versicherungsrecht spielt eine wichtige Rolle,
weil das Leben voller Risiken steckt. Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, aber ein Grund darüber nachzudenken, wie man diese Risiken angemessen verteilt – zwischen privaten Versicherungen, aber auch zwischen Bürgern und Staat.
Als Kind wollte ich...
mich sicherlich nie mit Versicherungen beschäftigen. Recht lag mir da schon näher. Meine Eltern habe ich schon als i-Dötzchen (Schulanfänger*in; Anm. d. Red.) auf den "Taschengeldparagraphen" (§ 110 BGB) hingewiesen, auch wenn der natürlich gar nicht geeignet ist, höheres Taschengeld zu erpressen.
Rückblickend war mein Studium...
die freieste Zeit meines Lebens. Ich würde sie gerne wiederholen, um diese Zeit sinnvoller zu nutzen. Auf die Prüfungen habe ich allerdings keine Lust mehr.
Wenn ich mal nichts zu tun habe,
spiele ich mit meinen Kindern oder relaxe im Garten. Kommt viel zu selten vor.
Den Studierenden mitgeben möchte ich...
nicht nur Fachliches. Ich möchte meine Gelegenheiten nutzen, Menschen zu prägen und ihnen Horizonte zu eröffnen, die sich dem ein oder anderen vielleicht nicht von selbst auftun. Das ist das, wofür ich meinem eigenen Doktorvater am dankbarsten bin.
Auf meinem Schreibtisch...
herrscht Chaos. Ich neige dazu, zu viele Projekte parallel zu bearbeiten.
Kein Campus ohne...
Kaffee und Bibliothek.
Die Mensa war für mich immer...
das Land, wo Milch und Honig fließen.
Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe,
war "Momo" von Michael Ende. Das hat meine Frau mir geschenkt, als mein Ruf an die TH Köln in trockenen Tüchern war. Und "Der Bau" von Kafka. Das Kafkaeske ist der Ursprung von Versicherung und Versicherungsrecht.
Mai 2026