Neuberufen 2018: Prof. Dr. Christian-Henner Hentsch

Prof. Dr. Christian-Henner Hentsch (Bild: Christian-Henner Hentsch)

Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften Lehr-/Forschungsgebiet: Urheber- und Medienrecht

Studium Rechtswissenschaften und Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie Immaterialgüterrecht und Medienrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin
Promotion „Die Bergischen Stahlgesetze (1847/54) – Eine interessensgerechte Sondergesetzgebung als Beginn des modernen Markenschutzes“ an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Berufliche Stationen (u. a.)
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter in zwei Abgeordnetenbüros des Deutschen Bundestages, Berlin
- Rechtsanwalt und Leiter Politik bei der VG Media GmbH, Berlin
- Justiziar beim game-Verband der Deutschen Games-Branche e. V., Berlin
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Medienrecht der TH Köln

Als Kind wurde ich schon „Herr Professor“ genannt. Das lag wohl daran, dass ich mein Spielzeug sehr genau untersucht und auf das Rufen meiner Eltern fast nie reagiert habe.

Wenn ich heute Student wäre, könnte ich nicht mehr Jura und Geschichte parallel studieren. Ich habe die Freiheit der alten Studienordnung sehr genossen und würde dies angesichts der heutigen vollen Studienpläne und der Präsenzzeiten sehr vermissen. Dafür wäre ich von der Vielfalt an Lehrangeboten und den neuen technischen Möglichkeiten begeistert.

Der Bundestag war für mich ein spannender Einblick in die Politik und eine gute Schule. Und es war beeindruckend, mit wie viel Sachverstand und Willen zum Kompromiss die Mitarbeiter in den Ministerien, Fraktionen und Abgeordnetenbüros abseits der Schaufensterreden konstruktiv zusammengearbeitet haben, um die beste Lösung zu finden.

Die Zukunft des Urheberrechts muss technologieneutral und praktikabel ausgestaltet werden und weiterhin die berechtigten Interessen der Urheber berücksichtigen. Neue Geschäftsmodelle und die verstärkte kollektive Rechtewahrnehmung sind erfolgversprechende Ansätze dafür.

Ich möchte einen Schwerpunkt setzen in der Forschung nach einem zukunftsfähigen Rechtsrahmen für wachsende Kreativbranchen wie die Games-Branche. In einer globalisierten und digitalisierten Welt ist die Rechtsordnung ein immer wichtigerer Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Content-Industrien und damit für die Verbreitung unserer Geschichten und unserer Kultur.

Ich würde gerne herausfinden, ob Juristen sich als Dozenten allgemeinverständlich ausdrücken, einen Satz auf eine Folie bekommen, einen Fall klar beantworten und einmal nicht „es kommt darauf an“ sagen können.

Mensen und Kantinen riechen überall gleich, schmecken aber sehr verschieden. Ich habe in meinem Leben schon viele Kantinen durchprobiert und schätze sie nach wie vor als gesellschaftlichen Treff punkt der Universitas – der Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe, waren die Druckfahnen unseres neuen Kommentars zum Urheberrecht. Nachdem ich die abgegeben habe, werde ich im Osterurlaub hoff entlich endlich mal wieder ein Buch von Lion Feuchtwanger lesen können.

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