Nachgefragt bei Prof. Dr. Viktoriia Wagner

Prof. Dr. Viktoriia Wagner (Bild: privat)

Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften, Lehr-/Forschungsgebiet: Umweltchemie


Studium Chemie an der Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew, Ukraine

Promotion „Vierfach Guanidinyl-funktionalisierte Aromaten: Synthese, Eigenschaften und Anwendung als organische Elektronendonoren und redoxaktive Liganden“ an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Stipendium des Graduiertenkollegs 850 „Modellierung von Moleküleigenschaften“
  • Projektleiterin, später stellvertretende Fachbereichsleiterin im Bereich Umweltanalytik bei der Umwelt Control Labor GmbH, Lünen

Als Kind wollte ich durch das Weltall reisen und spannende Abenteuer erleben. Nachdem ich erfahren hatte, dass es im Weltall keine Luft gibt und es dort sehr kalt ist, beschloss ich jedoch, auf Raumfahrtmissionen zu verzichten.

Wenn ich heute noch mal studieren würde, würde ich keinen anderen Weg wählen. Chemie begleitet uns überall im Alltag und ist die zentrale Wissenschaft, um nachhaltige Lösungen für die größten Herausforderungen der Menschheit zu finden.

„Umweltchemie“ erkläre ich meinem Nachbarn so: Umweltchemie beschäftigt sich mit den grundlegenden Prozessen, die uns unser Leben auf der Erde ermöglichen. Wenn wir diese und den menschlichen Einfluss auf sie besser verstehen, kann die Umweltchemie an zentraler Stelle dazu beitragen, unseren Nachfahren eine lebenswerte Welt zu erhalten.

Mein fachliches Steckenpferd ist die Methodenentwicklung im Bereich der Umweltanalytik, also das Beschreiten neuer analytischer Wege und Erarbeiten neuer Techniken zum Nachweis von schädlichen Verbindungen mit dem Ziel, schnelle und zuverlässige Aussagen über Kontaminationen treffen zu können.

Ich möchte in der Forschung einen Schwerpunkt setzen auf die Entwicklung vollautomatisierter Verfahren zur Messung und Auswertung von Analyseproben. In der Lehre möchte ich die wissenschaftliche Neugier und den Forschergeist der Studierenden wecken und dabei reflektiertes und eigenverantwortliches Handeln fördern.

Ich würde gerne herausfinden, ob der Menschheit eine Kehrtwende im globalen Emissionsverhalten gelingt und unter welchen veränderten Bedingungen wir in Zukunft leben werden.

Der beste Ort für kreative Ideen wechselt sich ständig. Die außergewöhnlichsten Ideen kommen meistens dann, wenn man sich gerade mit gänzlich anderen Dingen beschäftigt.

Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe, ist „Ein Universum aus Nichts“ von Lawrence Krauss. Es gibt einen spannenden und kurzweiligen Einblick in die neusten Erkenntnisse und Theorien der Kosmologie und zeigt gleichzeitig, wie viele Geheimnisse die Weiten des Universums noch bergen.

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