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Portraitfoto Brigitte Caster

Prof. Brigitte Caster

Brigitte Caster ist Professorin an der Fakultät für Architektur. Sie ist Beiratsvorsitzende der Studienstiftung der TH Köln und Mitglied des Hochschulrats.

AStA- und Senatsmitglied Phillip Markus Beyer

Phillip Beyer
Phillip Beyer studiert an der Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik.

Er ist stellvertretender Beiratsvorsitzender der Studienstiftung sowie stellvertretender Vorsitzender des AStA der TH Köln.

Deine Idee – dein Projekt

Wie kann man die Studienbedingungen an unserer Hochschule verbessern? Da haben die Studierenden vielleicht ganz andere Vorstellungen als die Hochschule. Daher ruft die Studienstiftung der TH Köln zu einem Wettbewerb auf. Die Gewinnerinnen und Gewinner sollen ihr Konzept auch direkt umsetzen. Im Interview erklären zwei Jurymitglieder, welche Chancen die Studierenden bei #up2u wahrnehmen können.

Professorin Caster, Sie hatten die Idee, dass Studierende Projektideen für einen Wettbewerb entwickeln können. Warum sollen die Studierenden die Ideen auch gleich selbst umsetzen?
Brigitte Caster: Die Idee hatte ich nicht alleine, sondern der Beirat der Studienstiftung, dem ich angehöre. Aber ich gebe gerne zu, dass ich ein echter Fan dieser Idee bin. Tatsächlich gibt es Ideen wie Sand am Meer und viele haben die Qualität von „man müsste mal...“. Bringen die Studierenden aber ihre eigenen Ideen in die Wirklichkeit, haben sie die Chance, eigene, belastbare Erfahrungen zu sammeln. Ich nenne das gerne Reality Check. Die Präsentation der eigenen Arbeit in der Öffentlichkeit ist eine gute Möglichkeit, das eigene Denken und Handeln zu prüfen. Darüber hinaus halte ich es für unverzichtbar, sich bereits während des Studiums ernsthaft damit zu befassen, Projekte innerhalb eines vorgegebenen Kosten- und Zeitrahmens realisieren zu können. Das ist echter, wertvoller Praxisbezug und ein klarer Vorteil im Wettbewerb um gute Jobs.

Es wäre doch super, wenn auf diese Weise nach und nach unsere Umgebung immer ein wenig schöner, nützlicher oder schlicht besser würde, als sie vorher war.

Welche Verbesserungsvorschläge könnten die Studierenden denn Ihrer Meinung nach haben?
Brigitte Caster: Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass die Studierenden die Hochschule, ihre Einrichtungen, Räume und Equipments anders wahrnehmen, als die Lehrenden oder die in der Verwaltung Beschäftigten. Sie nehmen vielleicht Umstände wahr, die andere Personengruppen übersehen. Ob es nun die Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit von Orten betrifft, die Verfügbarkeit von Materialien und Einrichtungen oder das Auffinden von Informationen – da gibt es bestimmt jede Menge Interventionen, die mit überschaubarem Aufwand wirksame Verbesserungen bringen könnten. Und es wäre doch super, wenn auf diese Weise nach und nach unsere Umgebung immer ein wenig schöner, nützlicher oder schlicht besser würde, als sie vorher war.

Je nach Konzept sind die Studierenden vielleicht auf die Hilfe der Hochschule angewiesen. Wie viel Unterstützung können und dürfen sie einfordern?
Brigitte Caster: Gut formulierte Ziele unterliegen dem eigenen Einfluss- und Machtbereich. Anderenfalls sind sie nicht gut formuliert. Der Unterstützungsbedarf sollte sich also nach Möglichkeit auf Zugänglichkeit und – je nach Projekt – auf fachliche Beratung innerhalb des Hauses beschränken. Der Sinn des Wettbewerbs ist es ja nicht, tolle Ideen zu haben und dann die Probleme durch andere lösen zu lassen. Die Erfahrung stärkt nur die Person, die sie macht und die daraus ihre Schlüsse zieht. Ich halte unsere Studierenden für durchaus in der Lage, eigenverantwortlich gute, kreative Projekte anzupacken und sie selbständig und erfolgreich umzusetzen.   

Wer hatte nicht schon mal eine geniale Idee? Hier hat man die Möglichkeit, sie zu verwirklichen.

Herr Beyer, als Interessenvertreter der Studierenden ist der AStA ebenfalls an der Studienstiftung beteiligt. Was versprechen Sie sich von dem Wettbewerb?
Phillip Beyer: Ich verspreche mir vor allem, dass Kreativität und Erfindergeist bei den Studierenden geweckt werden. Generell ist es doch toll, wenn man die Möglichkeit hat seine Ideen zu verwirklichen. Wenn diese Idee auch noch zusätzlich den Studienbedingungen bzw. den Studierenden zu Gute kommt, kann man sich nur auf die Ergebnisse freuen.

Besteht nicht die Möglichkeit, dass Studierende Ideen einreichen, die nicht der Mehrheit sondern nur dem eigenen Studiengang zu Gute kommen?
Phillip Beyer: Die Möglichkeit besteht natürlich. Aber so lang es nicht nur Einzelnen zu Gute kommt sondern einem Teil der Studierenden, sind die Vorschläge dennoch ein Gewinn. Es können auch nicht alle Ideen der Gesamtheit der Studierenden zu Gute kommen, dafür sind wir mit 24.000 Studierenden eine zu große Hochschule und zu divers in den Bedürfnissen..

Die Studierenden sollen ihre Idee eigenständig umsetzen. Welche Vorteile hat das?
Phillip Beyer: Der große Vorteil bei diesem Projekt ist, dass man außerdem viel lernen kann. Zum Beispiel selbstständige Problemlösung, Zeitmanagement, Projektplanung und Kostenmanagement. Der normale Studienalltag lässt es oft nicht zu, dass man eigene Ideen selbstständig umsetzen kann. Und darum geht es doch: Seine Idee bis zur Vollendung zu führen ist eines der schönsten Dinge, die man machen kann. Wer hatte nicht schon mal eine geniale Idee? Hier hat man die Möglichkeit, sie zu verwirklichen.

Interview: Monika Probst

18. März 2016

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