Fünf Preise in sieben Jahren

Dr. Samineh Bagheri  (Bild: Dr. Samineh Bagheri )

Dr. Samineh Bagheri erhielt den Promotionspreis der TH Köln für ihre Arbeit zur Optimierung von komplexen Computersimulationen. Das von ihr entwickelte Open-Source-Programm SACOBRA ist für Forschende weltweit verfügbar.

22.2.2021: Mit dem Promotionspreis der TH Köln krönte Dr. Samineh Bagheri gestern ihre Serie von außergewöhnlichen Erfolgen am Campus Gummersbach. Die Iranerin erhielt seit 2015 zuerst den DAAD-Preis der TH Köln für ihr wissenschaftliches und gesellschaftliches Engagement, dann den Erzquell-Förderpreis für ihre Masterarbeit, und in den folgenden Jahren drei Best Paper-oder Young Author- Awards auf internationalen Konferenzen. Ihr Promotionsbetreuer, Prof. Dr. Wolfgang Konen, freute sich mit ihr über die fünfte Auszeichnung, dotiert mit 2000 Euro. „Die beste Studentin von allen, die ich während meiner langen Hochschulzeit erleben durfte.“, so Prof. Konen. Er hatte sie bis zu ihrem Promotionsabschluss an der Universität Leiden (Niederlande) begleitet, es war im Sommer 2020 die erste reine Internet-Prüfung, die es an dieser Traditionshochschule jemals gegeben hatte.

Simulation für Automobilhersteller

Bei Bagheris Arbeit geht es um Black-Box-Optimierungsprobleme, also komplexe Computersimulationen. Simulationen dieser Art brauchen unter anderem die Automobilhersteller oder Konstrukteure von Flugzeugen: Sie möchten das Gewicht ihrer Transportmittel möglichst stark reduzieren, um attraktive Verbrauchswerte zu erzielen. Gleichzeitig müssen die Konstruktionen aber alle Sicherheits-Randbedingungen in Belastungs- oder Crashtest-Simulationen erfüllen. Solche Simulationen sind so komplex, dass auch Hochleistungscomputer dafür Tage oder Wochen rechnen müssen. Um Zeit und Geld zu sparen, setzt man sogenannte Surrogatmodelle ein und optimiert dann diese Ersatzmodelle. „Das von Dr. Samineh Bagheri entwickelte SACOBRA-Verfahren ist nicht nur empirisch sehr gut getestet, sondern wird auch mathematisch präzise beschrieben und im Rahmen eines Softwarepakets für die internationale Forschungs-Community verfügbar gemacht“, so die Jury. Bagheri sei eine aufstrebende Nachwuchswissenschaftlerin mit außergewöhnlich hohem Potenzial, heißt es in der Begründung. Bagheri promovierte in einem kooperativen Promotionsverfahren bei Prof. Dr. Thomas Bäck an der Universität Leiden (Niederlande).

Nach der Promotion ins Innovation Hub

Seit Sommer 2020 arbeitet die sympathische Elektro-Ingenieurin und IT Wissenschaftlerin im Innovation Hub auf dem Steinmüllergelände als Mitglied im Team von Prof. Dr. Denis Anders. Hauptthema ist die vorausschauende Instandhaltung mit Künstlicher Intelligenz und Bildverarbeitung. Obwohl sie 2012 aus der Großstadt Teheran zum Masterstudium in Gummersbach kam, hat sie sich schnell im Oberbergischen eingewöhnt und schätzt das eher ländliche Leben. Sicher trägt auch dazu bei, dass sie in der Kreisstadt mit ihrem Ehemann zusammenlebt. Wie sie promoviert er an der Universität Leiden, die beiden hatten sich als Mitglieder des Instituts für Informatik kennengelernt.

In der gleichen Online-Feierstunde wurden auch die Transfer- und Forschungspreise der TH Köln vergeben. Der Transferpreis gewann Prof. Dr. Dagmar Brosey von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften für ihre Forschung zur rechtlichen Betreuung volljähriger Menschen. Den Forschungspreis erhielt Prof. Dr. Ramchandra Bhandari aus Nepal, Professor für Renewable Energy Systems an der Fakultät für Raumentwicklung und Infrastruktursysteme, für seine breit angelegte, internationale Forschung im Bereich der Umwelttechnologie.


Preisverleihung via Zoom Preisverleihung via Zoom (Bild: Jonas Stolz)

Februar 2021

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