Erfolgreich abgeschlossene Promotion am IRG
In seiner Dissertation mit dem Titel „Messung der Qualität von Führungssystemen der Gefahrenabwehr auf Grundlage semi-quantitativer Indikatoren“ entwickelte Dr. Lennart Landsberg ein generisches Führungssystem für die Gefahrenabwehr.
Der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Lennart Landsberg hat am 9. Februar 2026 seine Dissertation am Ernst-Mach-Institut (EMI) in Freiburg erfolgreich verteidigt. Die Promotion wurde in Kooperation zwischen dem EMI, der Universität Freiburg und der TH Köln durchgeführt. Während seiner Promotionszeit war Landsberg am Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) der TH Köln tätig und arbeitete dort in der Arbeitsgruppe von Prof. Mudimu, der die Arbeit betreute. Auch über die Promotion hinaus bleibt Landsberg dem Forschungskontext verbunden: Er ist Teil des Plan_CV-Programms in Kooperation mit der L2R GmbH und setzt seine wissenschaftliche Tätigkeit in dieser Konstellation im Rahmen einer Postdoc-Anstellung fort.
In seiner Dissertation mit dem Titel „Messung der Qualität von Führungssystemen der Gefahrenabwehr auf Grundlage semi-quantitativer Indikatoren“ entwickelte Herr Dr. Landsberg ein generisches Führungssystem für die Gefahrenabwehr. Aufbauend darauf operationalisierte er zentrale Elemente solcher Systeme und erarbeitete geeignete Messindikatoren, mit denen sich deren Qualität systematisch bewerten lässt. Ziel der Arbeit war es, Führungsstrukturen und Entscheidungsprozesse im Krisen- und Katastrophenmanagement messbar und vergleichbar zu machen. Die entwickelten Ansätze ermöglichen eine proaktive Evaluation von Führungssystemen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Einsatzszenarien. Damit können Organisationen der Gefahrenabwehr ihre Strukturen und Prozesse bereits im Vorfeld analysieren und optimieren, um auf zukünftige Krisen- und Katastrophenlagen besser vorbereitet zu sein. Die Arbeit leistet damit insbesondere im Forschungsfeld der Resilienz einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der sogenannten Response-Phase, also der unmittelbaren Reaktion auf Schadensereignisse.
Der Ursprung der Forschungsarbeit liegt im gemeinsamen Forschungsprojekt SORTIE, das zusammen mit der Universität Freiburg durchgeführt wurde. In diesem Projekt wurde ein drohnengetragenes Sensorsystem zur Suche nach Verschütteten infolge von Gebäudeeinstürzen entwickelt. Im Verlauf des Projekts wurde deutlich, dass neben technischen Hilfsmitteln zur Lageerkundung und Entscheidungsunterstützung auch organisatorische und prozessuale Faktoren eine zentrale Rolle für den Einsatzerfolg spielen. Diese Erkenntnis bildete die Grundlage für die weiterführende wissenschaftliche Untersuchung von Führungssystemen in der Gefahrenabwehr.
Die Ergebnisse der Dissertation werden künftig auch am IRG der TH Köln genutzt. Sie fließen unter anderem in die Weiterentwicklung von Methoden zur Analyse und Verbesserung von Krisenreaktionsstrukturen ein. Ein besonderer Anwendungsbereich ist das Stabslabor des IRG, in dem Technologien, organisatorische Strukturen und Prozesse für die Gefahrenabwehr entwickelt, erprobt und wissenschaftlich validiert werden. Ziel ist es, die Reaktionsfähigkeit von Organisationen in Krisen- und Katastrophensituationen weiter zu stärken und praxisnahe Lösungen für zukünftige Herausforderungen zu erarbeiten.
März 2026