Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

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Ausgezeichnet! Die Preisträger*innen 2026

Im Rahmen von „Ausgezeichnet!“ werden jedes Semester Abschlussarbeiten aller Studiengänge der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften an der TH Köln nominiert und bis zu drei Arbeiten prämiert. Hier stellen wir die Preisträger*innen aus dem WiSe 2025/26 und SoSe 2026 vor.

Jedes Semester werden im Rahmen von Ausgezeichnet! bis zu drei Abschlussarbeiten der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften geehrt. Hierbei wählt eine Jury aus den nominierten, mit „sehr gut“ bewerteten Bachelor- und Masterarbeiten drei Abschlussarbeiten aus, die durch ihre wissenschaftliche Qualität, Kreativität und Innovation, sowie ihrer thematischen Relevanz für die Praxis und Theorieentwicklung der Sozialen Arbeit und der Kindheitspädagogik herausstechen. Die Jury, besetzt aus Professor*innen, wissenschaftlichen Mitarbeitenden, Studierenden, Fachkräften aus der Praxis und Vertreter*innen aus dem Alumni- und Förderverein, durfte auch zur diesjährigen Absolvent*innenfeier die Preisträger*innen des Wintersemester 2025/2026 und des Sommersemesters 2026 in der Aula vor Publikum beglückwünschen.

Im Wintersemester 2025/2026 wurden die Arbeiten von Surui Hu, Sophia Janker und David Schlecht ausgezeichnet.

Im Sommersemester 2026 wurden die Abschlussarbeiten von Isabel Rother, Ilary Pia Lo Vetere und Camila Marques Eusebio ausgezeichnet.

Mehr zu den ausgezeichneten Arbeiten:

Surui Hu leistete in ihrer Bachelorarbeit echte Pionierarbeit in deutschen Forschungslandschaft. Sie beschäftigte sich mit der Frage, welche Bedeutung die filmische Repräsentation von asiatisch* markierten Charakteren für die Subjektbildung von asiatisch* markierten Menschen in Deutschland hat. Dabei führte und analysierte sie Interviews mit der Zielgruppe und konnte zeigen, dass eine eindimensionale, stereotypische Darstellung als belastend erlebt wird. Die Wahrnehmung und Reflexion dieser filmischen Repräsentation verändere sich über die Biografie und werde kritischer. Surui Hu setzt einen wichtigen Impuls für die Sensibilisierung von Fachkräften und fordert eine Partizipation von asiatisch* markierten Menschen in Medienproduktionen.

Sophia Janker erforschte in ihrer Masterarbeit die Bedeutung des politischen Auftrags der Sozialen Arbeit in der Hochschullehre. Hierbei setzte sie an eine bis jetzt unbeachtete Lücke im Forschungsfeld an und führte eine Umfrage mit fast 300 Lehrenden in Sozialarbeitsstudiengängen durch. Es zeigte sich, dass die Mehrheit den politischen Auftrag befürwortete und in die Lehre integrierte. Sophia Janker analysierte darüber hinaus die Einflussfaktoren für die Thematisierung politischer Inhalte, wie z.B. das politische Interesse der Lehrenden und tat dies mit einer wissenschaftlichen Sorgfalt und fundierter theoretischer Vorarbeit.

David Schlecht widmet sich in seiner Bachelorarbeit dem Thema Punitivität in der Praxis der Inobhutnahme. Punitivität sind strafende Tendenzen, die man zunächst erst einmal ungern mit der Sozialen Arbeit in Verbindung bringt. David Schlecht beleuchtet diese Thematik kritisch und verknüpft gesellschaftskritische Theorien mit der Analyse des Alltagshandelns. Die Arbeit zeigt, wie institutionelle Zwänge Fachkräfte in ihrer Arbeit einschränken und zu kontrollierenden Maßnahmen führen können. Über diese tiefreichende Analyse hinaus entwickelt David Schlecht konstruktive Ansätze, um die Soziale Arbeit emanzipatorisch und reflektiert weiterzuentwickeln und überzeugte die Jury mit dieser praxisnahen und relevanten Arbeit.

In der Masterarbeit von Isabel Rother geht es um ein hochaktuelles Thema: Künstliche Intelligenz. Konkret wird der Frage nachgegangen, welche soziodemografischen und thematischen Faktoren das Kompetenzerleben von jungen Menschen beeinflussen und welche Schlussfolgerung daraus für den Second-Level Divide herausgearbeitet werden können. Isabel Rother geht dieser Fragestellung differenziert mithilfe einer quantitativen Sekundärdatenanalyse nach und zeigt auf, dass das KI-Kompetenzerleben junger Menschen zwar insgesamt hoch ist, aber durch Faktoren wie Geschlecht, Nutzungshäufigkeit und Grundeinstellung gegenüber KI beeinflusst wird. Somit ergibt sich nicht nur eine Reproduktion der “herkömmlichen“ soziodemografischen Unterschiede durch KI, es kommen noch neue individualisierte Ungleichheiten dazu. Die Arbeit setzt am Zahn der Zeit an und schafft eine Grundlage für eine reflektierte Konzeptionsentwicklung in der Jugendarbeit.

Auch Ilary Pia Lo Vetere beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit mit jungen Menschen und dem Übergang von der Jugend in das Erwachsenenalter. Sie zeigt, dass junge Menschen in dieser Übergangsphase besonders vulnerabel sind, da diese von Unsicherheiten und Aushandlungsprozessen geprägt ist. Diese Vulnerabilität kann sich durch das Erleben von Depressionen noch einmal erheblich verstärken. Damit mach die Arbeit auf eine doppelte Belastung der betroffenen Jugendlichen aufmerksam, die sowohl theoretisch als praktisch von großer Tragweite ist. Zusätzlich diskutiert Ilary Pia Lo Vetere in diesem Zusammenhang das Potenzial der Motivierenden Gesprächsführung als Handlungskonzept für die Soziale Arbeit. Die Arbeit überzeugt mit einem tiefen Theorieverständnis, welches sich in der sauberen Trennschärfe zwischen sozialarbeiterischen und psychologischen Konzepten zeigt.

Camila Marques Eusebio widmet sich im Kontext der sozialen Teilhabe mit der Zielgruppe am anderen Ende der Alterspanne. Sie untersucht in ihrer Masterarbeit den Umgang älterer Menschen mit Einsamkeit. Eine Thematik, die in einer zunehmend alternden Gesellschaft immer relevanter wird. In einer tiefreichenden Untersuchung wurden mithilfe von narrativen Interviews und der Dokumentarischen Analyse drei sinngenetische Typen herausgearbeitet, die Aufschluss über die unterschiedlichen, durch habitualisierte Orientierungen geprägte Umgangsweisen mit Einsamkeit geben. Camila Marques Eusebio schließt eine bis jetzt unbeachtete Forschungslücke und tut dies mit wissenschaftlicher Sorgfalt und konzeptioneller Klarheit.

Die Fakultät gratuliert den Preisträger*innen herzlich!

Mit „Ausgezeichnet!“ möchte die Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften nicht nur exzellente Studienleistungen von Studierenden fördern, sondern die von ihnen erarbeiteten Erkenntnisse auch über den Kreis der betreuenden Dozent*innen hinaus für die Diskussionen in Wissenschaft und Praxis zugänglich machen. Verbunden mit der Prämierung der Arbeiten ist deshalb die Möglichkeit, die Arbeiten in der elektronischen Publikationsreihe von Ausgezeichnet! zu veröffentlichen.

Mit der Auszeichnung verbunden ist eine Aufnahme der Arbeit in die E-Bookreihe der Fakultät sowie ein Buchgutschein, gestiftet vom Alumniverein VAS. Alle nominierten und ausgezeichneten Arbeiten sind außerdem eingeladen, ihre Arbeiten im Rahmen einer Ringvorlesung an der Fakultät vorzustellen. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen.

Juni 2026

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