ISSM

Institut für Sozialpolitik und Sozialmanagement (ISSM) an der TH Köln
Campus Südstadt
Ubierring 48, 50678 Köln

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Thorsten Niedler

Soziale Arbeit am Limit?! Aktionswoche zu Arbeitsbedingungen und kollektiver Interessenvertretung

Veranstaltungsreihe, 21. November 2023

Die Frage nach guten Arbeitsbedingungen ist angesichts von Kostensenkungsdruck und Arbeitsverdichtung ungebrochen. In der Aktionswoche werden verschiedene Themen rund um Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit, Möglichkeiten der kollektiven Interessenvertretung, Arbeitskämpfe im Betrieb sowie gewerkschaftlicher und außergewerkschaftlicher Organisation besprochen.

Auf einen Blick

Aktionswoche zu Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten kollektiver Interessenvertretung in der Sozialen Arbeit - INFORMIEREN, DISKUTIEREN, ORGANISIEREN

Veranstaltungsreihe

Wann?

  • 21. November 2023 bis 23. November 2023
  • 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr

Wo?

TH Köln, Ubierring 48 sowie via ZOOM
Meeting-ID: 656 8071 4456
Kenncode: 192871
https://th-koeln.zoom-x.de/j/65680714456

Kosten

Die Veranstaltung ist kostenlos, es stehen Getränke und Snacks zur Verfügung

ReferentIn

Siehe Programm unten

Anmeldung

Keine Anmeldung erforderlich. Alle Veranstaltungen sind öffentlich. Sie können einzeln und unabhängig voneinander besucht werden, Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Weitere Informationen

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, Praktiker:innen und Interessierte


Kinderbetreuung

Während der Veranstaltungszeit können wir eine begrenzte Zahl an kostenfreien Kinderbetreuungsplätzen anbieten. Bitte um Anmeldung bei aktionswoche@protonmail.com

Soziale Arbeit am Limit?! – Programm

Dienstag, 21. November – Eine Bestandsaufnahme

Der Arbeitsalltag vieler Sozialarbeiter:innen wird durch Sparpolitik und den herrschenden Kostensenkungsdruck gerahmt. Befristete Beschäftigung, Arbeitsverdichtung und relativ geringe Entlohnung sind an der Tagesordnung. Warum ist das so? Welche Bereiche sind besonders betroffen und welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzutreten?

Einige Antworten erhaltet Ihr in folgenden Vorträgen (mit anschließender Diskussion):

  • Renate Reiter (FernUniversität Hagen): „Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit im Wandel: Umbau des Wohlfahrtsstaates und der Sozialverwaltung“
  • Nikolaus Meyer (HS Fulda): „Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit nach der Coronapandemie: Vorboten einer Transformation der Strukturen?“
  • Sigrid Leitner, Ragnar Hoenig (TH Köln), Mario Waldmann (Uni Kassel): „Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit: Ergebnisse einer qualitativen Befragung“

Teilnahme vor Ort:
Raum 201

Online-Teilnahme:
https://th-koeln.zoom-x.de/j/65680714456
Meeting-ID: 656 8071 4456
Kenncode: 192871

Mittwoch, 22. November – Interessenvertretung im Dialog

Gewerkschaften als überbetriebliche Vereinigungen von abhängig Beschäftigten verfolgen u.a. ihre speziellen Interessen im Kollektiv für ihre Mitglieder und darüber hinaus für alle abhängig Beschäftigten. Welche Rolle spielen Gewerkschaften in der Sozialen Arbeit? Welche Möglichkeiten gibt es, problematischen Arbeitsbedingungen entgegenzutreten? Inwiefern arbeiten die verschiedenen Organisationen dabei zusammen? Welche Herausforderungen begegnen Gewerkschaften und wie müssen sie sich weiterentwickeln?

Diese Fragen diskutieren Vertreter:innen aus verschiedenen Gewerkschaften und Verbänden. Das Konzept sieht vor, alle Teilnehmenden dabei einzubinden. So wird dazu eingeladen, eigene Themen und Aspekte einzubringen.

An der Diskussionsrunde nehmen teil:

Tjark Sauer (Ver:Di)
– Gewerkschaftssekretär für öffentliche und private Dienstleistungen in NRW

Sandra van Heemskerk (Komba)
– Landesvorsitzende NRW, stellvertretende Bundesvorsitzende, Vorsitzende des Bundesfachbereiches Sozial- und Erziehungsdienst

Niklas Finzi (jDBSH) 
– Bundesleitungsteam, Beauftragter für Haushalt und Finanzen

Lucie (FAU)
– Begleitung von regionalen Arbeitskämpfen in der Lieferbranche, in der Gastronomie sowie in der Landwirtschaft (Bornheimstreik), Mitarbeitervertretung im internationalen Jugendarbeitssektor

Alessandro Novellino (GEW)  
– Referent im Organisationsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit Bund

Teilnahme vor Ort:
Raum: Bildungswerkstatt

Online-Teilnahme:
https://th-koeln.zoom-x.de/j/65680714456
Meeting-ID: 656 8071 4456
Kenncode: 192871

Donnerstag, 23. November – Gemeinsam in die Offensive!

Wir können von denen lernen, die bereits verschiedene Erfahrungen gemacht haben und für bessere Bedingungen kämpfen. Also bildet Banden! Oder: Wie können wir uns gemeinsam für eine zukunftsfähige Soziale Arbeit organisieren? Welche Rechte haben wir in Ausbildung und Praxis? Wie können wir aktiv werden und uns – trotz Gegenwind – mit anderen zusammentun?

Es werden verschiedene Workshops angeboten, die Ihr entweder jetzt schon aussuchen oder vor Ort spontan wählen könnt:

+ Workshop 1 (Präsenz): Zur gewerkschaftlichen Mobilisierung von Kolleg:innen in der freien Jugendhilfe und im Jugendamt

Workshop-Gebende: Kevin de Baey, Christian Nehls und Marc Schraven (In ver.di organisierte Mitarbeitende von freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe)

Homepage: ??

Kurzbeschreibung: Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir unsere Erfahrungen aus der betriebspolitischen und gewerkschaftlichen Arbeit sowie der Mobilisierung und Organisierung von Kolleg:innen im Feld der Sozialen Arbeit mit euch teilen. Wir sind zum einen Betriebsratsmitglieder und aktive ver.di-Mitglieder aus Köln, die für einen Träger der freien Jugendhilfe tätig sind. Zusammen mit vielen Kolleg:innen haben wir in unserem Betrieb – nach jahrelangen zähen Auseinandersetzungen - im Jahr 2022 einen Haustarifvertrag durchsetzen können. In diesem Kontext waren wir unter anderem mit den Problematiken privat-gewerblicher Träger konfrontiert. Zum anderen wird ein Kollege aus einem Kölner Jugendamt über die aktuellen Konflikte bei den Jugendämtern und die gewerkschaftliche Organisierung ebendort berichten. Seit anderthalb Jahren spitzen sich Auseinandersetzungen in den Kölner Jugendämter zu; unter anderem wegen des ausgeprägten Personalmangels und der damit einhergehenden Arbeitsverdichtung bzw. Standardreduzierung. Nach kurzen Inputvorträgen wollen wir mit Euch in den Austausch treten. Unter anderem könnten wir darüber berichten und diskutieren, wie die gewerkschaftliche Mobilisierung von Kolleg:innen gelang und mit welchen Schwierigkeiten wir konfrontiert waren.

+ Workshop 2 (Präsenz): Anleitung für den Arbeitskampf: Erste Schritte zur Basisorganisierung im Betrieb

Workshop-Gebende: Lucie, Noah und Karl (Mitglieder der FAU – Freie Arbeiter:innen Union, unabhängige Basisgewerkschaft)

Homepage: Freie ArbeiterInnen Union Köln – Die kämpferische und selbstorganisierte Basisgewerkschaft (fau.org)

Kurzbeschreibung: „Organisiert euch" - diese Phrase liest man überall. Was das bedeutet, wie genau ihr euch im Betrieb mit euren Kolleg*innen organisiert, wie ihr euch den Rücken freihaltet und was eine organisierte Belegschaft für alltägliche Revolutionen auslösen kann - das erzählen euch die Basisaktiven Noah, Karl und Lucie von der FAU Köln aus ihren Erfahrungen in der Betriebsarbeit. Ein praxisorientierter Workshop von der Basis, für die Basis.

Mitinbegriffen ist: Vorstellung der FAU, Machtkritik im Betriebskontext, erste Schritte zur Organisierung von Betriebsgruppen und gewerkschaftlichem Aufbau am Arbeitsplatz.

+ Workshop 3 (Präsenz): Soziale Arbeit & Demokratie im Betrieb: Strategien für aktive Beschäftigte, Betriebsratsmitglieder und solche, die es werden wollen

Workshop-Gebende: Jessica Reisner (Campaignerin beim Verein Aktion gegen Arbeitsunrecht – Initiative für Demokratie in Wirtschaft & Betrieb. Die Aktion gegen Arbeitsunrecht sammelt und analysiert seit 2014 Fälle von Behinderung der Betriebsratsarbeit und Unternehmerkriminalität. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von lohnabhängig Beschäftigten, Betriebsratsmitgliedern, Publizist:Innen und Jurist:Innen)

Homepage: Startseite: arbeitsunrecht in deutschland. Blog für aktive Betriebsräte und gewerkschaftliche Organisierung. Gegen Union Busting und Fertigmacher - arbeitsunrecht in deutschland

Kurzbeschreibung: Wie weit ist demokratische Mitbestimmung und aktive Betriebsratsarbeit wirklich erwünscht?

Beschäftigte sozialer Einrichtung stoßen oft auf unerwartet aggressive Gegenwehr, wenn sie Betriebsräte gründen oder managementnahe Betriebsräte abwählen wollen. Dahinter steht oft das Missverständnis, dass soziale Einrichtung selbstverständlich auch gute und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen bieten wollen.

Der Workshop beginnt mit einem Input-Referat zu den Mitbestimmungs-Möglichkeiten aktiver Betriebsräte und zur Behinderung von Betriebsratsarbeit (Union Busting). Im Anschluss werden wir Eure Erfahrungen mit Betriebsratsarbeit oder -gründungen diskutieren und gemeinsam Strategien gegen Unternehmensmethoden zur Behinderung von Betriebsratsarbeit erarbeiten. Wer weiß, wie Union Busting funktioniert, kann sich wappnen und viele Fehler vermeiden.

+ Workshop 4 (Präsenz): Empathie alleine reicht nicht! Warum Soziale Arbeit politisch sein muss... Gute Rahmenbedingungen für gute Soziale Arbeit

Workshop-Gebende: Theresa Holewa, Chris M. Basten (DBSH)

Homepage: DBSH - Nordrhein-Westfalen - DBSH Nordrhein-Westfalen

Kurzbeschreibung: Der Workshop behandelt das Verhältnis von Sozialer Arbeit und Politik. Wir werden die Relevanz der Sozialen Arbeit innerhalb einer Volkswirtschaft/sozialen Rechtsstaates/eines politischen Systems thematisieren, die Notwendigkeit von politischer Sozialer Arbeit erörtern und Beispiele von aktivem politischen Engagement von Sozialarbeitenden/Gruppen aus Sozialarbeitenden und deren Inhalte und Ziele vorstellen. Möglichkeiten politischer Intervention und Partizipation werden anhand bestehender Debatten, Gewerkschaften und deren Arbeit veranschaulicht. Die Workshopteilnehmer*innen diskutieren und erarbeiten (in Gruppen) Inhalte zu Themen wie Gewerkschaften, politisches Engagement von Fachkräften, politische Teilhabe in der Sozialen Arbeit etc... 

+ Workshop 5 (Hybrid): Die Arbeitgeberin Kirche in der Sozialen Arbeit - Eine kritische Auseinandersetzung mit dem kirchlichen Arbeitsrecht

Workshop-Gebender: Prof. Jens Schubert (Leuphana Universität Lüneburg)

Kurzbescheibung:

Ca. 1,5 Millionen Menschen arbeiten in und für die (christlichen) Kirchen in Deutschland. Was wenig bekannt ist: In den Kirchen (sog. verfasste Kirche) und den kirchlichen Einrichtungen wie Caritas und Diakonie existiert ein Sonderarbeitsrecht, das die arbeitsrechtlichen Beziehungen der Arbeitsvertragsparteien ganzheitlich erfasst. Anstelle eines Betriebs- oder Personalrats existiert die Mitarbeitervertretung, allerdings mit anderen Strukturen und Rechten versehen. Arbeitsbedingungen werden überwiegend nicht über Tarifverträge geregelt, sondern in einem Verfahren, das sich Dritter Weg nennt. Streiks sollen in diesem System unzulässig sein. Und schließlich wird auch das Individualarbeitsrecht stark berührt, wenn man an Loyalitätsvorgaben oder Fragen der privaten Lebensführung und deren Sanktionierung denkt. 

In einem ersten Schritt werden diese Sonderregelungen beschrieben, erläutert und arbeitsrechtlich, aber auch (rechts-)politisch eingeordnet. Dabei kommen auch die verfassungsrechtlichen Grundlagen für die Kirchen einerseits und die der Beschäftigten und deren Interessenvertretungen andererseits zur Sprache. Dieser Abschnitt schließt mit einem Vergleich zu den Arbeitsbedingungen der weltlichen Anbieter in der Sozialen Arbeit. Ist diese Grundlage gelegt, werden aktuelle Diskussionsstränge nachgezeichnet und Kritikpunkte, aber auch positive Entwicklungen benannt. Die Teilnehmenden erhalten Gelegenheit zu Fragen und Kommentaren und sind ausdrücklich eingeladen das Für und Wider eines kirchlichen Sonderarbeitsrechts zu diskutieren.

Die Veranstaltung findet hybrid (präsenz und online) statt!

Online-Teilnahme:
https://th-koeln.zoom-x.de/j/65680714456
Meeting-ID: 656 8071 4456
Kenncode: 192871

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Campus Südstadt
Ubierring 48, 50678 Köln

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