Ein Beitrag von

Carolin Brühl

Hochschulreferat Kommunikation und Marketing
Team Web-Kommunikation

In 27 Fellows um die Welt: Dr. Tomoko Fukuda

[Foto] Person mit dunklen, gewellten Haaren trägt ein cremefarbenes Oberteil mit gelbem Kragen und einen schwarzen Schal mit goldfarbenen Kettenmustern. (Bild: privat)

27 Wissenschaftler*innen aus 19 Ländern lehren und forschen von 2025 bis 2027 als International Fellows an der TH Köln. Eine von ihnen ist Dr. Tomoko Fukuda. In diesem Interview erzählt sie, wie der internationale Austausch dazu beitragen kann, weltweit bessere Systeme zu entwickeln, und was sie an ihren Erfahrungen an der TH Köln am meisten beeindruckt hat.


Name: Dr. Tomoko Fukuda

Heimathochschule: Ibaraki-Universität, Japan

Gastgebende Fakultät: Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Fellowshiptitel: Comparative Study of 1. Adult Support and Protection Law Reform (Guardianship Law Reform) with a View to an Interdisciplinary Context and 2. Medical Consent and Autonomy

Aufenthaltsdauer: 1. April – 31. Dezember 2026


Das International Fellowship hat mich interessiert, weil…
es mir die Möglichkeit bot, eng mit Professorin Dagmar Brosey zusammenzuarbeiten, einer der führenden Expertinnen Deutschlands im Erwachsenenschutzrecht. Ihre Forschung hat eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Bewertung der jüngsten Reform des deutschen Erwachsenenschutzrechts gespielt, und ihre Arbeit hat meine eigene Forschung zum vergleichenden Erwachsenenvormundschaftsrecht maßgeblich beeinflusst. Durch dieses Stipendium hoffte ich, unseren wissenschaftlichen Austausch zu vertiefen und eine Forschungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan aufzubauen.

Konkret wollte ich während des Fellowships…
gemeinsam mit Professorin Brosey zur Umsetzung der jüngsten Reform des Erwachsenenschutzrechts in Deutschland sowie zu rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Einwilligung in medizinische Behandlungen und der unterstützten Entscheidungsfindung forschen.

Während meiner Zeit in Deutschland wollte ich herausfinden…
wie die jüngste Reform des Erwachsenenschutzrechts in der Praxis umgesetzt wird und wie Fachkräfte aus den Bereichen Recht und Sozialarbeit zusammenarbeiten, um die Selbstbestimmung von Menschen zu unterstützen, die Hilfe benötigen. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, an Professor Broseys Lehrveranstaltungen teilzunehmen und den Studierenden das japanische Erwachsenenvormundschaftssystem vorzustellen, was wertvolle Diskussionen aus vergleichender Perspektive ermöglichte.

Internationalen Austausch finde ich…
unverzichtbar, da viele Länder vor ähnlichen gesellschaftlichen Herausforderungen stehen, aber unterschiedliche Lösungen entwickeln. Durch den grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch können wir sowohl die Forschung als auch die Praxis verbessern und bessere Systeme für die Menschen entwickeln, denen wir dienen.

Etwas, das an meiner Heimathochschule anders ist als an der TH Köln, ist…
die enge Verknüpfung von juristischer und sozialarbeiterischer Ausbildung. Besonders beeindruckt hat mich, wie intensiv sich Studierende der Sozialarbeit mit juristischen Themen auseinandersetzen und wie stark die Forschung mit der beruflichen Praxis verknüpft ist.

Mit zurück an meine Heimathochschule nehme ich…
die Bedeutung der Integration juristischer Inhalte in die Sozialarbeitsausbildung. Besonders beeindruckt hat mich der Masterstudiengang von Professor Brosey, in dem die Studierenden das Erwachsenenschutzrecht sehr vertieft studieren und Forschung betreiben, die eng mit der beruflichen Praxis verbunden ist. In Japan haben Sozialarbeiter*innen relativ begrenzte Möglichkeiten, sich mit Rechtsfragen auseinanderzusetzen, weshalb in der Erwachsenenvormundschaftspraxis oft Jurist*innen gegenüber Sozialarbeiter*innen bevorzugt werden. Das Programm der TH Köln bietet ein inspirierendes Modell, das ich gerne an meiner Universität einführen und in Japan weiterverbreiten möchte.

An der TH Köln gefällt mir…
die enge Verbindung zwischen Forschung, Lehre und beruflicher Praxis. Die Studierenden werden dazu ermutigt, sich mit realen sozialen Problemen auseinanderzusetzen, und die Universität bietet ein hervorragendes Umfeld für interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Was ich in Köln unbedingt erleben wollte, ist…
das akademische Umfeld rund um Sozialarbeit und Erwachsenenschutzrecht, insbesondere die Möglichkeit, von Forschenden, Studierenden und Praktiker*innen zu lernen, die zusammenarbeiten. Über den akademischen Bereich hinaus habe ich auch die offene und internationale Atmosphäre in Köln genossen.

Dr. Tomoko Fukuda ist außerordentliche Professorin für Zivilrecht an der Ibaraki-Universität in Japan. Ihre Forschungsschwerpunkte sind das Erwachsenenschutzrecht, unterstützte Entscheidungsfindung sowie rechtsvergleichende Studien zwischen Japan und Deutschland. Als International Fellow an der TH Köln arbeitet sie gemeinsam mit Professorin Dagmar Brosey an Forschungsprojekten zur Umsetzung der deutschen Reform des Erwachsenenvormundschaftsrechts, zur medizinischen Einwilligung sowie zu interdisziplinären Ansätzen, die Recht und Sozialarbeit miteinander verbinden. Ihr besonderes Interesse gilt der Ausbildung von Sozialarbeiter*innen und der Rolle von Rechtswissen bei der Förderung der Selbstbestimmung und Teilhabe schutzbedürftiger Erwachsener.

Über das Personalgewinnungskonzept „PLan_CV“

Das International-Fellows-Programm ist ein Baustein des Projekts PLan_CV („Professur-Laufbahn an Hochschulen für angewandte Wissenschaften neu denken: Collaboration und Vernetzung“). Es soll exzellentes Personal für Professuren an der TH Köln gewinnen und eine bessere Durchlässigkeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erreichen. Das Projekt wird im Rahmen des Programms zur Förderung der Gewinnung und Qualifizierung professoralen Personals an Fachhochschulen mit 11,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

August 2026

Ein Beitrag von

Carolin Brühl

Hochschulreferat Kommunikation und Marketing
Team Web-Kommunikation


M
M