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Christian Sander

Christian Sander

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Grünes Licht für das Center for Innovation with Nature (CEIN)

TH Köln erhält Fördermittel in Höhe von rund 133 Millionen Euro

NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes hat heute den Förderbescheid für das Center for Innovation with Nature (CEIN) an die TH Köln übergeben. Mit den Geldern in Höhe von rund 133 Millionen Euro wird die Hochschule in Erftstadt-Liblar ein Forschungs- und Transferzentrum errichten, das sich drei großen Themen widmet: Klimaresilienz, nachhaltige Ressourcennutzung und zukunftsfähige Infrastruktursysteme. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des „Investitionsgesetzes Kohleregionen“ gemeinsam durch den Bund und das Land Nordrhein-Westfalen.

„Wo einst die Kohle den Wohlstand der Menschen sicherte, entsteht jetzt mit dem neuen Rohstoff Wissen eine europäische Modellregion für Energieversorgung und Klimaschutz. Das Rheinische Revier ist das perfekte Umfeld für CEIN – ein Zentrum der Klimaforschung, eine Schmiede für neue Ideen und ein Beschleuniger für den Transfer, um aus wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Produkte zu entwickeln und daraus Wertschöpfung zu erzielen. Diesem Dreiklang verdanken wir gute Arbeit, Wohlstand und soziale Sicherheit. Von CEIN profitieren der Wissenschaftsstandort ebenso wie die Menschen aus dem Rheinischen Revier, die eingeladen sind, mit ihren klugen Ideen und ihrer Alltagserfahrung zum Erfolg des CEIN beizutragen“, sagte Wissenschaftsministerin Ina Brandes.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Hitze, Dürre und historisch niedrige Pegelstände haben gezeigt, dass wir uns besser für die Auswirkungen der Klimakrise wappnen müssen. Wer wissen will, wie wir in Zukunft mit Klimaveränderungen umgehen und Häuser, Straßen und Städte besser planen, muss ins Rheinische Revier kommen. Am CEIN finden Wissenschaft, Unternehmen und Zivilgesellschaft einen Raum für Austausch und gemeinsame Ideen. Von den hier entwickelten Lösungen für mehr Klimaresilienz profitiert die Region unmittelbar selbst – das ist Strukturwandel, der im Alltag der Menschen ankommt.“

„Der Strukturwandel in ehemaligen Braunkohlegebieten wie dem Rheinischen Revier ist eine Jahrhundertaufgabe – und eine große Chance. Mit dem CEIN möchten wir einen Ort schaffen, an dem Wissenschaft und Gesellschaft diese Chance gemeinsam nutzen: In interdisziplinären Projekten bringen wir Partner*innen aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, um nachhaltige Konzepte für die Region auszuarbeiten“, unterstreicht Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Präsidentin der TH Köln. Damit Veränderung gelingen kann, brauche es Wissen, Innovationen, Beteiligung, Dialog und Vertrauen. Daher sei bereits der gesamte Planungsprozess in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Erftstadt, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Region Köln Bonn e.V. erfolgt.

Ein Ort für Austausch und Innovation

Das CEIN wird als Reallabor konzipiert, einem offenen Lern- und Experimentierraum, in dem sich wissenschaftliche Vorgehensweisen und gesellschaftliches Erfahrungswissen verbinden. Dort sollen neue Technologien, soziale Innovationen sowie planerische Konzepte entwickelt, getestet und weitergedacht werden – in realen Kontexten und mit echtem Feedback. Das Zentrum ist somit zugleich ein Ort für Forschung, Transfer, Vernetzung, Vermittlung und Beteiligung. Inhaltliche Schwerpunkte liegen insbesondere auf grün-blauen Infrastrukturen, Klimawandelanpassung und Naturgefahrenmanagement, nachhaltigem Wasser-, Boden- und Ressourcenmanagement sowie zukunftsfähigen Energie-, Mobilitäts- und Infrastruktursystemen.

Gebäude und Außengelände als Anschauungsmodell

CEIN entsteht auf einer Fläche von rund 27.700 Quadratmetern in Erftstadt-Liblar. Das neue Gebäude soll flexibel nutzbare Räume für Forschung und Projektarbeit, offene Austausch- und Begegnungsbereiche, Platz für co-kreative Arbeits- und Beteiligungsformate sowie Möglichkeiten für Vermittlung und anwendungsbezogene Veranschaulichung bereitstellen. Geplant sind zudem größere Versuchsaufbauten und experimentelle Formate, digitale und hybride Arbeits- und Forschungsumgebungen sowie Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen für Transfer, Austausch und Beteiligung. 

Das Zentrum soll klimaneutral und energiepositiv aus Materialien wie Holz, Naturstein und Ziegeln errichtet werden. „Das Gebäude selbst und seine räumlichen, konstruktiven und technischen Elemente werden Gegenstand von Forschung, Erprobung und Demonstration“, erläutert Prof. Dr. Gerd Sadowski, Beauftragter des Präsidiums für das Projekt. „So kann CEIN selbst ein Anschauungsmodell für eine zukunftsgerichtete Bauweise und Architektur werden.“ Auch die Außenanlagen sind integraler Bestandteil des Konzepts. Dort sollen insbesondere wasserbezogene Systeme, klimaresiliente Landschaftsstrukturen, Biodiversität sowie energie- und nutzungsbezogene Anwendungen als zusammenhängendes System sichtbar und erfahrbar gemacht werden.

„Das CEIN bildet den Auftakt für die Entwicklung eines neuen Stadt- und Landschaftsraums, in dem Wissenschaft, Arbeiten, Wohnen, Mobilität, Natur und Naherholung miteinander verknüpft werden. Mit dem Forschungszentrum entstehen Perspektiven für den angrenzenden Innovationspark, neue Wohnangebote, eine verbesserte Anbindung an den Bahnhof und die Weiterentwicklung der umliegenden Freiräume. Die Campuslandschaft soll kein abgeschlossener Studienort werden, sondern ein offener, lebendiger Raum, von dem auch die Bürgerinnen und Bürger Erftstadts profitieren. Erftstadt entwickelt das größte, identitätsstiftende Einzelprojekt ihrer Geschichte“, so die Erftstädter Bürgermeisterin Carolin Weitzel.

„Der Strukturwandel muss den Menschen im Rhein-Erft-Kreis neue Perspektiven eröffnen. Mit dem CEIN schaffen wir dafür eine wichtige Grundlage: Hier sollen Lösungen entstehen, die unseren Städten bei der Anpassung an den Klimawandel helfen und unseren Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir haben die Entwicklung gemeinsam mit der Stadt Erftstadt und der TH Köln eng begleitet. Die Förderzusage gibt uns jetzt die Möglichkeit, diese Pläne in die Tat umzusetzen. Unser Ziel ist, dass aus der Forschung in Erftstadt neue Geschäftsideen und qualifizierte Arbeitsplätze für die gesamte Region entstehen“, erklärt Landrat Frank Rock.

November 2026

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