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Monika Probst
Campus Gummersbach

234 Absolvent*innen und FERCHAU Rise-Award

Herzlichen Glückwunsch an unsere neuen Absolventinnen und Absolventen! 234 Studierende haben im Wintersemester 2025/26 ihren Abschluss am Campus Gummersbach gemacht. Drei von ihnen erhielten als Semesterbeste den FERCHAU Rise Award: Justin Ladwig, Abdul-Malik Akiev und Finn Nils Maybauer.

Auf der Abschlussfeier für die Absolventinnen und Absolventen am Campus Gummersbach wurden die Semesterbesten des Wintersemesters 2025/26 mit dem RISE-Award der FERCHAU GmbH ausgezeichnet. Im Namen des Gummersbacher Engineering- und IT-Dienstleisters überreichten Frank Ferchau (Geschäftsführender Gesellschafter) und Christian Ebel (Niederlassungsleiter Köln) die Preise im Gesamtwert von 3.000 €.

Im Wintersemester 2025/26 haben 234 Studierende ihren Abschluss an der Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften gemacht, davon 115 in den Bachelorstudiengängen der Lehreinheit Informatik, 60 in den Bachelorstudiengängen der Lehreinheit Ingenieurwesen und 59 Absolvent*innen in den Masterstudiengängen.

Preisträger Masterstudiengänge

Als bester Absolvent in den Masterstudiengängen erhielt Finn Nils Maybauer mit einer Gesamtnote von 1,06 die Auszeichnung und ein Preisgeld in Höhe von 1.000,- Euro. In seiner Abschlussarbeit im Studiengang Medieninformatik untersuchte er „Maturity-Modelle im Kontext des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG): Überblick und Case Study“.

Durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz müssen Organisationen und Unternehmen ihre digitalen Dienste und Produkte im Web systematisch barrierefrei gestalten. Rechtliche Normen sollen durch das Gesetz EU-weit vereinheitlicht werden. Damit alle Beteiligten wirklich mit dem digitalen System arbeiten können, muss es für jeden einfach zugänglich sein. Um das festzustellen, nutzt man ein sogenanntes Rolle Maturity-Modell, ein Reifegradmodelle zur Beurteilung der Qualität („Reife“) des Softwareprozesses. Finn Nils Maybauer untersuchte verschiedene Rolle Maturity-Modell, ob sie Firmen dabei unterstützen, Barrierefreiheit wirklich systematisch umzusetzen.

Dazu führte er zwei Case Studies durch: In der ersten Case Study wertete er Interviews mit Expert*innen zur strategischen Verankerung von Zugänglichkeit und zur praktischen Nutzung von Maturity-Modellen aus. Die zweite Case Study basiert auf einer Insider-Action-Research innerhalb der Klickmeister GmbH, einem Essener Unternehmen, das sich mit der Gestaltung und Entwicklung von digitalen Diensten im Web hauptsächlich für den B2B-Markt beschäftigt.

"Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Maturity-Modelle Organisationen dabei unterstützen können, den aktuellen Stand ihrer Kompetenzen und Prozesse sichtbar zu machen, Entwicklungsbedarfe zu priorisieren und strukturelle Veränderungen anzustoßen. Zugleich wird deutlich, dass ihre Wirksamkeit maßgeblich von der Einbettung in Managemententscheidungen und Unternehmenskultur abhängt", sagt Maybauer.

Über das Thema hat der 25-jährige gebürtige Kölner ein wissenschaftliches Paper verfasst, und wurde als einer von 12 Teilnehmer*innen eingeladen bei der internationalen Student Research Competition des 41st ACM/SIGAPP Symposium On Applied Computing (SAC) in Thessaloniki, Griechenland, um seine Arbeit vorzustellen.

Finn Nils Maybauer hat bereits den Bachelorstudiengang Medieninformatik am Campus Gummersbach der TH Köln absolviert. Betreut wurde die Abschlussarbeit von den Professor*innen Dr. Irma Lindt und Christian Noss.

Preisträger ingenieurwissenschaftliche Studiengänge

In den ingenieurwissenschaftlichen Bachelorstudiengängen wurde Abdul-Malik Akiev mit der Abschlussnote 1,46 als bester Absolvent ausgezeichnet. In seiner Bachelorthesis im Studiengang Elektrotechnik beschäftigt sich der 22-jährigen Kölner mit Laser, konkret geht es um die „Strahlqualitätsoptimierung in der dynamischen Laserstrahlformung mittels neuronaler Netze“. Seine Abschlussarbeit konnte Akiev in Stuttgart bei der Robert Bosch GmbH schreiben, als Teil eines Forschungsprojekts zur dynamischen Laserstrahlformung. Denn die gezielte Formung von Laserstrahlung ist eine Schlüsseltechnologie für moderne, hochpräzise Fertigungsprozesse. In der Realität weichen die für industrielle Systemen berechneten Strahlformen jedoch häufig von den tatsächlich gemessenen Intensitätsverteilungen ab. Das liegt an sogenannten Nichtidealitäten optischer Komponenten und komplexen Systemeffekten, die in klassischen Simulationsmodellen nur unvollständig erfasst werden. Diese Unstimmigkeit führt zu Ungenauigkeiten, dynamischer Strahlformungssysteme lassen sich so schwerer optimieren.

Akiev beschäftigte sich speziell mit der dynamischen Laserstrahlformung mittels phasenmodulierender Flüssigkristallmodulatoren. Das sind optische Bauteile, um Licht räumlich steuern zu können. Er entwickelte einen datengetriebenen Ansatz, der die reale Abbildung zwischen der vom Modulator erzeugten optischen Phase und der resultierenden Intensitätsverteilung besser beschreibt als rein idealisierte Modelle. Um das zu erreichen, wird ein hybrides neuronales Netz verwendet, dass physikalische Grundlagen der Lichtausbreitung mit lernfähigen Modellkomponenten kombiniert. Das Modell wird auf Basis experimenteller Messdaten trainiert und ist dadurch in der Lage, reale Systemeffekte zu erfassen. Akievs Untersuchungen zeigen, dass datengetriebene Ansätze grundsätzlich geeignet sind, reale Strahlformungssysteme präziser zu beschreiben und für Optimierungsaufgaben zu nutzen.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Natalia Müller-Ott (TH Köln) und Christian Meier (Bosch Manufacturing Solutions GmbH) Der Preis ist dotiert mit 1.000 Euro.

Preisträger Informatikstudiengänge

In der Lehreinheit Informatik erhielt Justin Ladwig mit einer Gesamtnote von 1,22 den Förderpreis und ein Preisgeld von 1.000,- Euro. Der 23-jährige Absolvent im Bachelorstudiengang Informatik aus Rheda-Wiedenbrück hat sich mit „Konzeption, Entwicklung und Evaluation eines KI-gestützten Prototyps zur Generierung automatisierter Lösungsvorschläge im Incident Management“ beschäftigt. Das Incident-Management ist der Geschäftsprozess in Unternehmen, der sich mit der Meldung und Behebung von IT-Störungen beschäftigt - von der Meldung über Analyse bis zur Behebung. Ladwig untersuchte anhand eines prototypischen Use Case, wie in diesem Prozess ein KI-Modell den Support-Engineer mit zielgerichteten Lösungsvorschlägen unterstützen kann, in dem eine eingehende Informationen eines Störfalls erst an das KI-Modell übergeben wird. Daraus generiert das Modell eine klare und strukturierte Zusammenfassung des Problems und macht dazu passende Lösungsvorschläge. Dieses Vorgehen wurde im Incident-Management der FERCHAU Unternehmensgruppe erprobt.

Ladwig beschäftigte sich konkret mit den Fragen, welche Implementationsstrategien die hier zum Einsatz kommenden Large Language Models (LLMs) im sinnvoll sind. Welchen Einfluss die Nutzung von Retrieval-Augmented Generation (RAG) auf die Qualität der Lösungsvorschläge hat. RAG ist ein KI-Verfahren, das ein LLM mit einer guten Suche, z.B. in einer Dokumentensammlung, in einer Datenbank oder in einem Knowledge Graph ergänzt, um Antworten zu generieren. Eine weitere Untersuchungsaufgabe war, ob Faktoren wie Support-Level und Interaktionsrate die Qualität der Vorschläge beeinflussen. Außerdem diskutierte Ladwig in seiner Arbeit den Nutzen der KI-generierten Lösungsvorschläge für den Einsatz im Incident-Management bei der FERCHAU GmbH.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Frank Victor (TH Köln) und Ramona Wernet (FERCHAU).

„Die Frage nach dem What’s next bezieht sich nicht nur auf gesellschaftliche Megatrends und die Branchen von morgen, sondern ebenso auf die berufliche Orientierung junger Menschen: Uns ist es wichtig, Talente früh zu fördern und Perspektiven zu eröffnen – denn so entsteht technologische Zukunft“, sagte Frank Ferchau bei der Preisübergabe.

Die FERCHAU GmbH ist als Stifterin des Preises dem Campus Gummersbach der TH Köln seit über 20 Jahren verbunden. Neben dem Förderpreis vergibt das Unternehmen Praxissemester und Abschlussarbeiten und ist Kooperationspartnerin des Campus Gummersbach der TH Köln.

Mai 2026

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Monika Probst
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