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Prof. Dr. Greta Luise Hoffmann

Cologne Game Lab (CGL)

Ein Beitrag von

Marcel Hönighausen

Team Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Vom Traum zum internationalen Messestand: Drei Jahre RAW TALENT auf der gamescom

Studierenden ermöglichen, ihre selbst entwickelten Games einem großen Publikum zu präsentieren – mit dieser Idee hat Prof. Dr. Greta Hoffmann vom Cologne Game Lab (CGL) im Jahr 2024 RAW TALENT ins Leben gerufen. Im Interview erzählt sie, warum die Idee auch international auf Resonanz stößt, was ihr dabei besonders wichtig ist und wie sich das Format weiterentwickeln soll.

RAW TALENT ist ein Gemeinschaftsstand für studentische Games auf der gamescom. 2024 startete das von Prof. Dr. Greta Hoffmann initiierte Format mit drei Hochschulen und rund 18 Games auf vier Quadratmetern. 2026 präsentieren mehr als 380 Studierende von 18 staatlichen Hochschulen aus fünf Ländern über 90 Games auf 81 Quadratmetern.

Prof. Dr. Greta Hoffmann vom Cologne Game Lab am RAW TALENT-Stand auf der gamescom 2026. Prof. Dr. Greta Hoffmann vom Cologne Game Lab am RAW TALENT-Stand auf der gamescom 2026. (Bild: TH Köln)

Wie entstand die Idee zu RAW TALENT?

Als ich ans CGL kam, habe ich gesehen, dass die Studierenden tolle Games entwickeln, mit diesen aber kaum nach draußen gehen. Dabei ist es für den Berufseinstieg wichtig, neben der Entwicklung auch Publishing- und Ausstellungserfahrung zu sammeln. Deshalb haben wir gemeinsam mit Studierenden zunächst das studentische Publishing-Label Broken Paternoster Games gegründet. Dabei kam schnell die Frage auf: Was wäre das Größte, das wir den Teams ermöglichen könnten? Für mich war das die gamescom – und zwar nicht nur die Business Area, sondern dort, wo ein breites Publikum die Spiele tatsächlich ausprobieren kann: in der Indie Area. Die Vorstellung, dass unsere Studierenden dort einmal ihre eigenen Games präsentieren, war zunächst ein Traum. Dann haben wir angefangen zu überlegen, wie wir ihn umsetzen können.

Warum hat die Idee auch bei anderen Hochschulen so viel Resonanz gefunden?

Nach dem ersten Jahr hat sich schnell gezeigt, dass wir mit diesem Traum nicht allein sind. Studierende, die Games entwickeln, möchten ihre Arbeit zeigen, und Lehrende an anderen Hochschulen möchten ihnen diese Erfahrung genauso ermöglichen. Gleichzeitig hatten wir bewiesen, dass ein solcher gemeinsamer Auftritt auch mit begrenzten finanziellen Mitteln machbar ist. Danach kamen immer mehr Hochschulen dazu. Dass RAW TALENT so gewachsen ist, zeigt für mich deshalb vor allem, wie groß der Wunsch nach solchen Möglichkeiten ist. Funktionieren kann das aber nur, weil Menschen mit sehr viel Eigeninitiative an der Organisation mitarbeiten und dank unserer Förderer.

Was verändert sich dadurch, dass inzwischen Studierende aus fünf Ländern gemeinsam ausstellen?

Die Games-Community war schon immer international. Dass inzwischen Hochschulen aus fünf Ländern gemeinsam bei RAW TALENT vertreten sind, macht das auch am Stand sichtbar. Gerade für junge Menschen halte ich diesen internationalen Austausch für sehr wichtig: Sie sehen, woran Studierende aus anderen Ländern arbeiten, kommen miteinander ins Gespräch und merken gleichzeitig, dass sie oft ganz ähnliche Ziele verfolgen. Besonders wertvoll sind dabei für mich die Begegnungen, die sich gar nicht planen lassen. Manchmal lernt man bei solchen Veranstaltungen zufällig jemanden kennen und stellt erst Jahre später fest, welche Auswirkungen diese Begegnung auf den eigenen Weg hatte. RAW TALENT schafft einen Raum, in dem genau solche Kontakte entstehen können.

Was macht Sie nach drei Jahren RAW TALENT besonders stolz?

Mit dem Begriff Stolz tue ich mich ein bisschen schwer, weil RAW TALENT heute von sehr vielen Menschen getragen wird und vieles, was hier passiert, gar nicht meine Arbeit ist. Worauf ich aber stolz bin, ist, dass wir die erste Hürde genommen und etwas angestoßen haben. Ich habe vielleicht den Funken entfacht, aber das Feuer wird inzwischen von vielen anderen weitergetragen. Besonders viel bedeutet mir, dass Studierende aus Deutschland und inzwischen auch anderen europäischen Ländern dadurch eine Erfahrung machen können, die ich mir selbst früher gewünscht hätte. Genau darin sehe ich auch meine Aufgabe als Professorin: Möglichkeiten zu schaffen, von denen Studierende vielleicht vorher noch gar nicht wissen, dass sie sie bereichern können.

Wie soll sich RAW TALENT in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Mir geht es nicht darum, dass RAW TALENT jedes Jahr möglichst stark wächst. Wichtiger ist, das Format nachhaltig zu verstetigen und gesund weiterzuentwickeln. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass es noch europäischer wird. Dabei geht es auch um Hochschulen, an denen vielleicht der Wunsch zur Teilnahme da ist, aber die personellen Kapazitäten für die Organisation fehlen. Mittelfristig müssen wir überlegen, wie wir auch diesen Studierenden eine Teilnahme ermöglichen können. Mein langfristiges Ziel wäre, dass möglichst viele Game-Studierende in Europa mindestens einmal während ihres Studiums die Chance bekommen, ihre Arbeit in einem solchen Rahmen zu präsentieren.

August 2026

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