Geschlechtersensibilität in MINT-Fächern
Viele wissenschaftliche Errungenschaften sind fast ausschließlich aus einer Geschlechtsperspektive getestet und entwickelt. Zeit, das sich das ändert, findet Alumna Prof. Dr. Eva-Maria Grommes. Sie startet als jüngste Professor*in unserer Hochschule mit der Professur für Geschlechtersensible Informatik und Ingenieurwissenschaften.
Eva-Maria Grommes (sie/ihr)
Cologne Institute for Digital Ecosystems
Professur für Geschlechtersensible Informatik und Ingenieurwissenschaften
Studium: Erneuerbare Energien an der TH Köln
Promotion: "Bifacial Photovoltaic Yield Simulation as a Function of the Albedo" an der Universität Luxembourg
Berufliche Stationen (u. a.):
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Forschungsgruppenleitung am Cologne Innovation and Transfer Lab der TH Köln
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Geschäftsführerin des Mittelstand-Digital-Zentrum Rheinland, Köln
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Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme
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Selbstständige Beraterin für digitale Transformation mit Fokus auf gemeinnützige Unternehmen und Organisationen
Als Kind habe ich mich schon lieber mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftigt. Und habe meine große Schwester gebeten, meine Bilder für den Kunstunterricht für mich zu malen.
Rückblickend war mein Studium die Basis für meinen interdisziplinären Weg. Ich habe nicht nur gelernt, technische Systeme zu gestalten und zu verstehen, sondern auch, dass gesellschaftliche Transformationen nur gelingen, wenn wir soziale Gerechtigkeit und Akzeptanz mitdenken.
Vorlesungen finde ich dann am besten, wenn sie Wissen mit gesellschaftlicher Relevanz und Praxis verknüpfen. Ingenieurwissenschaft ist nie neutral, sondern wirkt immer in eine soziale Dimension hinein.
Den Studierenden möchte ich vor allem ermöglichen, technische Innovation nicht isoliert zu denken, sondern im Kontext von Resilienz, sozialer Gerechtigkeit und Genderdimensionen. Und dabei auch persönlich zu wachsen – eigene Standpunkte zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und Selbstvertrauen für den eigenen Weg zu gewinnen, ob in der Wissenschaft oder Industrie.
MINT-Fächer sollten geschlechtersensibel ausgerichtet sein, weil Technologien nie neutral sind. Wer sie entwickelt, prägt, wer davon profitiert. Divers besetzte Teams bringen unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse ein und führen so zu Lösungen, die praxistauglicher, gerechter und für mehr Menschen tragfähig sind.
In meiner Professur möchte ich vor allem Studierende für gesellschaftliche Dimensionen von Informatik und Ingenieurwissenschaften begeistern und mit ihnen gemeinsam soziale Innovationen gestalten.
Mit „Energiewende.erklaert“ komme ich auf TikTok und Instagram mit Menschen über die Energiewende ins Gespräch, um Technologieakzeptanz zu erhöhen und Mythen aufzuklären. Die Dialoge in den Kommentaren bringen mich nicht nur persönlich weiter, sondern inspirieren auch meine Forschung. Außerdem macht es mir Spaß, Formate außerhalb der klassischen Academic Bubble zu gestalten.
Ich möchte mit Wissenschaftskommunikation gerne herausfinden
wie wir mit Wissenschaft breitere Zielgruppen erreichen können, besonders diejenigen, die sich gegenüber wissenschaftlichen Inhalten eher verschlossen zeigen oder mit ihnen noch keine Berührungspunkte hatten.
Wenn ich mal nichts zu tun habe, findet man mich entweder Unterwasser, am liebsten mit Haien. Oder Überwasser mit einem Volleyball oder Gamingcontroller in der Hand.
September 2026