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Daniel Schäfer

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Lehre, die Fach- und Persönlichkeitsbildung verbindet

Tag der exzellenten Lehre (Bild: Costa Belibasakis / TH Köln)

Eine Architektur-Datenbank inklusive physischer Bibliothek, ein neuer Ansatz für projektbasiertes Lernen, eine fakultätsübergreifende Lernarchitektur sowie ein KI-Tutor als kritischer Begleiter: Für diese Ideen wurden am Tag für die exzellente Lehre am Campus Leverkusen die diesjährigen Lehrpreise und der Studienpreis verliehen.

Der Lehrpreis würdigte in diesem Jahr Beiträge, die sich auf dem Weg zur transformativen Lehre in herausragender Weise mit dem Thema „Hochschule als Lernfeld – Studieren zwischen Fach- und Persönlichkeitsbildung“ auseinandersetzten. Kriterien der Vergabe waren neben der Reflexion des Zusammenhangs von Fachlichkeit und Persönlichkeitsbildung der Bezug zu strategischen Themen aus dem Hochschulvorhaben „Transformationsarchitektur für innovatives Lernen“ (TraiL), die Lehrqualität und das forschende Interesse an der eigenen Lehre. Die Jury, besetzt mit Vertreter*innen aller zwölf Fakultäten, zeichnete unter Vorsitz von Vizepräsident Prof. Dr. Axel Faßbender drei Einreichungen mit dem Lehrpreis sowie eine Einreichung mit dem Studienpreis aus.

Die Gewinner*innen des Lehrpreises

„Timber Joinery Database“ von Max Salzberger, Gilbert Koskamp und Tobias Scheeder

In einem über fünf Semester gewachsenen Lehrfeld an der Fakultät für Architektur der TH Köln – in Kooperation mit der TU Delft – wurden Studierende systematisch zu Ko-Autor*innen einer öffentlich nutzbaren Wissensressource gemacht: der TimberJoineryDatabase und ihrer physischen Holzverbindungs-Bibliothek. Die Lehre beim eingereichten Projekt verteilte sich auf sechs Module zwischen 2023 und 2025 und fand ihren Höhepunkt im Auftritt auf der Dutch Design Week 2025.

Studierende wurden zu Mitgestalter*innen, zudem vermittelten sie Lehrinhalte für nachfolgende Kohorten. Die Jury betont, dass die Kompetenzentwicklung in einer engen Verbindung mit Selbstverantwortung, Reflexionsfähigkeit und wissenschaftlicher Haltung realisiert wird. Besonders überzeuge, dass dies anhand konkreter studentischer Bildungsbiografien nachvollziehbar belegt wurde. Die Einreichung zeige eindrucksvoll, wie sich Forschung über Lehre und Hochschuldidaktik gegenseitig bereichern können

„Verbundene Kontexte“ von Conrad Weise, Kjell Wistoff und Anna Maxwell
Im Lehrformat wurden die Kurse Making of Things und Internet of Things als gemeinsames Studioformat verbunden. Gestaltung, Material, Prototyping, Coding, Sensorik und Netzwerkprotokolle griffen im Projektprozess ineinander. Studierende entwickelten eigene vernetzte Objekte und setzten sich dabei mit der Frage auseinander, welchen gestalterischen oder sozialen Mehrwert technische Artefakte haben können. Forschungsinteresse der Lehrenden war: Wie nutzen Studierende mit unterschiedlichen Voraussetzungen einen informellen Lernraum innerhalb eines projektbasierten Lehrkonzepts?

Die Jury betont, dass die Studierenden nicht nur technische und gestalterische Fähigkeiten erlernen. Fachliche Qualifikation und Persönlichkeitsbildung werden überzeugend miteinander verbunden. Über die konkrete Lehrveranstaltung hinaus biete die Einreichung wertvolle Impulse für die Hochschullehre. Insbesondere das Denkcafé und das dahinterstehende didaktische Prinzip seien gut auf andere Lehrkontexte übertragbar und regten dazu an, projektbasiertes Lernen um Räume für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen zu erweitern.

„Doppelt gelernt“ von Prof. Dr. Arjuna Nebel, Prof. Dr. Babette Brinkmann, Prof. Dr. Peter Stenzel, Dr. Vanessa Mai, Robert Steinbüchel, Werner Abromeit, Lukas Hilger und Julian Sylvester
Im Zentrum der Einreichung steht eine fakultätsübergreifende Lernarchitektur, in der Studierende der angewandten Sozialwissenschaften ingenieurwissenschaftliche Teams als Prozessbegleiter*innen unterstützen. Fachliche Projektarbeit, reflexive Persönlichkeitsbildung, Rollenklärung und Teamkompetenz werden systematisch verbunden. Das Format reagiert auf eine hochschuldidaktische Herausforderung: Fachliche, soziale und organisationale Anforderungen werden im Studium häufig getrennt bearbeitet. Die Kooperation schafft einen curricular verankerten Reflexionsraum und ist als Pilotprojekt auf Evaluation, Weiterentwicklung und Verstetigung angelegt.

Eine besondere Stärke liegt laut Jury in der smarten Kopplung der Module, zudem erzeuge die realweltliche Bindung der Projekte Relevanz für die Studierenden und transdisziplinäre Bindung. Besonders betont die Jury die verschachtelte dreifache Reflexion: Die Bachelorstudierenden reflektieren ihre Teamprozesse und -rollen unter der Begleitung der Masterstudierenden, diese wiederum erhalten eine laufende Supervision durch die Lehrenden, letztere reflektieren in der Systematik des Scholarship of Teaching and Learning ihr Lehrkonzept und dessen Umsetzung.

Der Gewinner des Studienpreises

“Learning to Think in the Age of AI” von Tariq Hussain Magsi

Ein KI-Tutor soll Studierende dabei begleiten, eigene Lösungen zu finden – und nicht schnelle Antworten geben. Die Jury sieht diesen Ansatz als erstrebenswert an, eine KI zu entwickeln, die nicht nur Antworten gibt, sondern so differenziert befragt werden muss, dass die Studierenden zur Informationsaufnahme, Reflexion und Anwendung des Wissens animiert werden. Die Einreichung mache deutlich, wie die Erfahrungen des Studierenden für eine Entwicklung eines passenden Tools berücksichtigt werden sollten. Die Jury verbindet mit einer solchen Entwicklung eine stärkere Eignung für den Einsatz in der Lehre als bei üblichen KI-Tools.

Tag für die exzellente Lehre

Sowohl die 58 Beteiligten an 14 Lehrpreis-Einreichungen als auch die 20 Studierenden mit 16 Studienpreiseinreichungen erhielten ein schriftliches Feedback und waren eingeladen, ihre Einreichung am Tag für die exzellente Lehre 2026 zu präsentieren.

Alle Einreichungen zum Lehrpreis werden durch das Zentrum für Lehrentwicklung (ZLE) zur Publikation in passenden Journalen, Schriftenreihen und anderen Veröffentlichungen begleitet. Der Lehrpreis war mit 15.000 Euro dotiert, das Preisgeld wurde zu gleichen Teilen an die drei Einreichungen vergeben.

Der zum dritten Mal ausgeschriebene Studienpreis wurde dieses Jahr erstmalig in einer Kooperation von ZLE und Kompetenzwerkstatt durchgeführt. Die Kompetenzwerkstatt stand den Studierenden begleitend und beratend zur Seite. Der Studienpreis war durch die Förderung der Studienstiftung mit 2.500 Euro dotiert.

Oktober 2026

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