Hochfrequenztechnik und Fertigungsprozesse für Kommunikation und Sensorik
Auf der diesjährigen Berlin 6G Conference haben die NovoFlect GmbH und die geplante Ausgründung QuasiOptical – beide unmittelbar hervorgegangen aus der Forschung der TH Köln – ihre Vorhaben gemeinsam präsentiert. Der Auftritt in der Start-up Area der bundesweit wichtigsten 6G-Konferenz zeigt, wie aus praxisnaher Forschung erfolgreiche Gründungen hervorgehen.
Die Berlin 6G Conference fand vom 8. bis 10. September 2026 zum vierten Mal statt und ist das zentrale jährliche Treffen der deutschen 6G-Forschungsinitiative. Mehr als 900 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erarbeiten hier interdisziplinär Neuerungen für den kommenden Mobilfunkstandard 6G und präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse. Die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Konferenz unterstrich die feierliche Eröffnung durch Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Mit dem parallel stattfindenden Deutsch-Japanischen Digitaldialog wurde die Kooperation mit japanischen Partnern vertieft, zu der auch der japanische Außenminister Hideo Fuseda angereist war. Am Rande der Veranstaltung fand zudem ein Austausch mit einer hochrangigen US-Delegation um den stellvertretenden US-Handelsminister Paul Dabbar zum internationalen „Call to Action for 6G Leadership and Security“ statt.
Wissenstransfer im Fokus
Neben den politischen und wissenschaftlichen Aspekten legt die Konferenz großen Wert auf den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in wirtschaftliche Innovation. In einer eigenen Start-up Area präsentierten insgesamt 16 DeepTech-Start-ups ihre Konzepte und Produkte – darunter NovoFlect und QuasiOptical. Der gemeinsame Auftritt unterstreicht die Rolle der TH Köln als gründungsstarker Standort im Hightech-Kommunikationsbereich. Gemeinsam mit einem weiteren geplanten Start-up aus Dortmund werden die drei Vorhaben im „6GEMcubator“ gebündelt, dem Gründungsinkubator für zukünftige Kommunikationstechnologien im BMFTR-Förderprogramm StartUpConnect, der Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus abdeckt.
Gemeinsame Präsentation der TH-Start-ups
Die beiden Teams stellten ihre Konzepte vor und zeigten eine gemeinsame Demonstration: einen 28-GHz-Beamformer mit integriertem, 3D-gedrucktem und optimiertem Linsendesign. Neben zahlreichen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik standen kurze Pitch-Sessions auf dem Programm, in denen die Gründer ihre Ideen in einem eng begrenzten Zeitrahmen möglichst verständlich präsentieren mussten. Der Auftritt der beiden Start-ups stieß auf viel Zuspruch und großes interdisziplinäres Interesse.
Für beide Teams beginnt nun ein spannender Weg in der Hightech-Kommunikationsbranche. Dabei wollen sie eng mit der TH Köln als Ort von Forschung, Lehre und Austausch verbunden bleiben – damit Gründungserfahrungen in die Hochschule zurückfließen und Studierende wie Forschende vom direkten Austausch profitieren.
Ohne die TH Köln, ohne die Menschen und Labore hier, wäre unser Weg so nicht denkbar. Umso schöner ist es, unsere Erfahrungen mit der Hochschule zu teilen – und wenn wir vielleicht in Zukunft etwas für die TH Köln und alle, die hier forschen, lehren und lernen, bewegen können.
Oscar Moschner, QuasiOptical
Bildergalerie
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Die Teams von NovoFlect und QuasiOptical. Leonard Ihns, Oscar Moschner, Timo Banko, Markus Heinrichs, Simon Tewes (v.l.n.r.) (Bild: privat)
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Zwei Spin-Offs der TH Köln, NovoFlect und QuasiOptical, waren auf der Berlin 6G Conference 2026 (Bild: privat)
Über NovoFlect
Die NovoFlect GmbH wurde 2025 als Spin-off der TH Köln und der Ruhr-Universität Bochum gegründet – von Markus Heinrichs (Labor für Hochfrequenztechnik der TH Köln, Leitung Prof. Dr.-Ing. Rainer Kronberger) und Simon Tewes (Lehrstuhl für Digitale Kommunikationssysteme der Ruhr-Universität Bochum, Leitung Prof. Dr.-Ing. Aydin Sezgin). In vorangegangenen Forschungsprojekten wurden wichtige Grundlagen für rekonfigurierbare intelligente Oberflächen (Reconfigurable Intelligent Surfaces, RIS) erarbeitet. NovoFlect überführt diese Ergebnisse nun in marktreife Produkte und entwickelt RIS-Systeme für Frequenzen bis 28 GHz.
Über QuasiOptical
Die geplante Ausgründung QuasiOptical ist eine Kooperation des Labors für Hochfrequenztechnik und des Labors für Konstruktionstechnik der TH Köln. Das Team entwickelt mithilfe moderner additiver Fertigungsverfahren dielektrische Optiken für den Sub-THz-Bereich – für Anwendungen in Sensorik und Kommunikation. Hinter dem Vorhaben stehen Oscar Moschner und Leonard Ihns (Labor für Hochfrequenztechnik, Leitung Prof. Dr.-Ing. Rainer Kronberger) sowie Timo Banko (Labor für Konstruktionstechnik, Leitung Prof. Dr.-Ing. Stefan Grünwald).
September 2026