Berliner Methodentreffen: Neue Impulse für „Transfer entschlüsseln“
Mitarbeitende des Co-Site-Teams waren am 24. und 25. Juli zu Gast beim Berliner Methodentreffen – einer Veranstaltung, bei der sich Forschende zu Methoden der qualitativen Sozialforschung austauschen. Dort bekamen sie Impulse für ihr Vorhaben im Projekt Co-Site, den Transfer von Wissen zwischen Wissenschaft und Praxis zu verstehen.
Forschung braucht passende Methoden – der Austausch darüber war für Co-Site wertvoll.
(Bild: Adobe Stock - Krakenimages.com)
Wie lässt sich sichtbar machen, was bei co-kreativem Transfer – also beim gemeinsamen Entwickeln und Weitergeben von Wissen und Ideen – tatsächlich geschieht? Mit dieser Frage ist das Co-Site-Team nach Berlin gereist. Die Forschenden haben beim Methodentreffen verschiedene relevante Arbeitsgruppen und Sessions besucht sowie sich mit anderen Forschenden zu aktuellen methodischen Anliegen ausgetauscht.
Input zu methodischen Ansätzen der Sozialforschung
Besonders zu folgenden Ansätzen konnten die Wissenschaftler*innen wichtigen Input mitnehmen:
- Grounded Theory: Ein Verfahren, bei dem Muster und Erklärungen nicht anhand einer vorab feststehenden Theorie gesucht, sondern schrittweise aus dem Material selbst entwickelt werden.
- Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring: Eine strukturierte Methode, um Texte – bei Co-Site vor allem Interviews – systematisch anhand von Kategorien zu ordnen und auszuwerten.
- MAXQDA AI Assist: Eine KI-gestützte Funktion der Analysesoftware MAXQDA, die dabei unterstützt, große Textmengen effizienter zu sichten und erste Muster zu identifizieren.
- Situationsanalyse: Ein Ansatz, der über einzelne Personen oder Aussagen hinausgeht und das gesamte Umfeld einer Situation in den Blick nimmt – einschließlich Rahmenbedingungen, Akteur*innen und Beziehungen.
- Sekundäranalyse: Die erneute Auswertung bereits vorliegender Daten, etwa aus früheren Studien, unter einer neuen Fragestellung.
Nun gilt es, die gewonnenen Perspektiven und Erkenntnisse in die weitere Arbeit zu integrieren.
Transfer entschlüsseln
Das Co-Site-Team aus den Bereichen Co-Design und Wirkungsanalyse beschäftigt sich mit der Frage, wie in einem Reallabor Transfer entsteht und wie er sichtbar wird. Dazu sichten die Forschenden zahlreiche Daten, wie z. B. Ergebnisse aus Expert*inneninterviews, die im Projekt entstanden sind und analysieren diese hinsichtlich erfolgreicher Transfer- und Kommunikationsmuster. Das bedeutet, dass verschiedene konkrete Transferprozesse oder erfolgskritische Transfermomente genauer unter die Lupe genommen werden und relevante Einflussfaktoren identifiziert werden.
Juli 2026