Leben unter demselben Himmel

Ausstellung , 05. August 2026

 (Bild: )

In Köln gelten über 11.000 Menschen als wohnungslos, mehrere hundert leben auf der Straße. Ein Semester lang haben sich Studierende der Fakultät für Architektur damit auseinandergesetzt, in mehreren miteinander verknüpften Seminaren. Entstanden sind Arbeiten zu dem, was im Stadtraum längst nicht mehr zu übersehen ist.

Auf einen Blick

Leben unter demselben Himmel. Ausstellung studentischer Positionen zu Obdachlosigkeit in Köln

Ausstellung

Wann?

  • 05. August 2026 bis 09. August 2026
  • ab 16.00 Uhr

Wo?

Projektraum Unser Ebertplatz e.V.
Ebertplatzpassage, 50668 Köln
Vernissage: Mi, 05.08., 16.00 Uhr

Forum der Stiftung Findeisen
Venloer Str. 19, 50672 Köln
Vernissage: Mi, 05.08., 18.00 Uhr

Kosten

keine

Veranstalter

Fakultät für Architektur


Der Himmel über der Stadt ist derselbe – der Raum darunter ist es nicht. Wer sich wo aufhalten darf, wer sichtbar wird und wer verdrängt, ist eine Frage der Architektur ebenso wie der Gesellschaft.

In Köln gelten über 11.000 Menschen als wohnungslos, mehrere hundert leben auf der Straße – Hilfsorganisationen gehen von deutlich mehr aus. Ihre Lebenserwartung liegt um Jahrzehnte unter dem Durchschnitt. Wohnungslosigkeit ist damit kein individuelles Scheitern, sondern eine Frage der Verteilung von Raum – und als solche auch eine Aufgabe für Architektur, Stadtplanung und Kommunalpolitik.

Ein Semester lang hat sich die Fakultät für Architektur der TH Köln in mehreren miteinander verknüpften Seminaren damit auseinandergesetzt. Die entstandenen Arbeiten sind vom 5. bis 9. August 2026 unter dem Titel „Leben unter demselben Himmel" zu sehen – als eine Ausstellung an zwei Orten in Köln.

Den theoretischen Rahmen setzte Prof. Dr. Rainer Schützeichel mit seinem Seminar zu Infrastrukturen der Obdachlosigkeit. Prof. Dr. Michel Müller, der mit der Notunterkunft O16 in Frankfurt selbst gebaute Praxis in diesem Feld hat, entwickelte mit Studierenden der Mastervertiefung Spatial Strategies Entwürfe temporärer Notunterkünfte (Biwak/Flatpack-Biwak). Jan Lotter, der am O16 künstlerisch mitgewirkt hat, wandte sich mit seinen Studierenden dem Alltag auf der Straße zu. Gemeinsam mit Michel Müller entwickelte Julia Stefanovici im Bachelor ein Seminar, aus dem textile Arbeiten zur Sichtbarmachung von Obdachlosigkeit im Stadtraum hervorgingen.

Projektraum Unser Ebertplatz e.V.,
Ebertplatzpassage, 50668 Köln

Auf der Platte! 
Künstlerische Interventionen für Menschen in der Stadt.

Vernissage: 05.08., 16.00 Uhr 
Im Anschluss: Stadtspaziergang zur Stiftung Findeisen
Ausstellung: 07.– 09.08., täglich 16.00 bis 20.00 Uhr
Finissage: 09.08., 18.00 Uhr, mit Biwak Songs, Musik und Drinks

Forum der Stiftung Findeisen,
Venloer Str. 19, 50672 Köln 

Notunterkunft. Entwürfe temporärer Bauten und 
Wohnangebote. Eine Kartierung von Angeboten für wohnungslose Frauen in Köln.

Vernissage: 05.08., 18.00 Uhr
Zuvor Stadtspaziergang vom Ebertplatz zur Stiftung

Ausstellung: 06.– 09.08., täglich 13.00 – 17.00 Uhr
Finissage: 09.08., 15.00 Uhr, mit Podiumsgespräch

Ein gemeinsamer Stadtspaziergang am Vernissage-Abend verbindet beide Orte und lädt dazu ein, beide Perspektiven mit einem ungeschönten Blick auf die Stadt im Zusammenhang zu erleben.

Über die künstlerische Auseinandersetzung hinaus versteht sich das Projekt als Beitrag zur öffentlichen Debatte um Wohnungslosigkeit in Köln – mit dem Anspruch, sichtbar zu machen, was im Stadtbild oft übersehen wird, und Impulse für die politische Auseinandersetzung mit dem Thema zu setzen.

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