Prof. Dr. Annette Blöcher

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Leben für die Firma. Vom Für und Wider des Unternehmertums

Wilhelm Josten, Gründer von Butlers, berichtete bei der TH Köln über seinen Weg vom erfolgreichen Start bis zur Krise und dem Neuanfang. Er gab ehrliche Einblicke in unternehmerische Herausforderungen, Führung in schwierigen Zeiten und seine langjährigen Erfahrungen.

Person auf der Bühne Wilhelm Josten, Gründer von Butlers zu Gast bei der Ringvorlesung Entrepreneurship & Innovation an der TH Köln (Bild: TH Köln)

Josten wusste früh, dass er etwas Eigenes schaffen wollte, statt eine Nachfolge anzutreten. 1999 gründete er Butlers mit dem Ziel, die Glas-, Porzellan- und Keramikbranche zu entstauben. Innerhalb von 15 Jahren wuchs das Unternehmen auf über 150 Filialen und entwickelte sich von einem Start-up zu einer etablierten Lifestyle-Marke. Doch dieser Erfolg war nicht ohne Herausforderungen.

Die Insolvenz markierte einen Wendepunkt. Gründe waren vielfältig eine verfehlte Sortimentspolitik mit zu breitem Portfolio und mangelnder Fokussierung, strukturelle Probleme wie die Verschlechterung der Innenstadtlagen sowie personelle Probleme und externe Einflüsse. Josten betonte, dass Krise klare Führung erfordert. Er schilderte transparent, wie das Unternehmen in die Insolvenz rutschte und wie sie daraus lernten. Sofortmaßnahmen und Flexibilität waren entscheidend, um das Ruder herumzureißen.

2021 wurde Butlers verkauft, doch Josten blieb zunächst als Geschäftsführer an Bord und begleitete das Unternehmen noch zwei Jahre in einer neuen Phase. Heute arbeitet er in einem Beirat und Aufsichtsrat, agiert als Investor und Gründungsbegleiter und genießt die freie Gestaltung seiner Aufgaben.

Am Ende seines Vortrags zog Josten ein Fazit mit zentralen Erkenntnissen. Unternehmensaufbau sei harte Arbeit, aber auch voller Spaß. Krisen kämen immer, entscheidend sei, wie man damit umgehe. Insolvenz sei kein Ende, sondern ein Neustart. Schon bei der Gründung sollte man über den Exit nachdenken. Sein Rat an angehende Gründer*innen lautete, auf die eigene Intuition zu hören, aber flexibel zu bleiben.

Jostens Vortrag zeigte, dass Unternehmertum ein Balanceakt zwischen Vision, Führung und Anpassungsfähigkeit ist. Seine Offenheit über Fehler und Erfolge machte deutlich, dass Scheitern kein Tabu ist, sondern Teil des Prozesses. Für die Teilnehmenden bot der Abend damit nicht nur Inspiration, sondern auch konkrete Einblicke in die Realität des Unternehmertums.

Organisiert wird die interdisziplinäre Ringvorlesung von Prof. Dr. Annette Blöcher, Prof. Dr. Kai Thürbach und Prof. Dr. Christian Zabel mit Unterstützung des Gateway TH Köln.

Juni 2026

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