Hochschullehre im Wandel: Das war das Symposium „shift!“ 2026
Bei strahlendem Sonnenschein fiel am 17. Juli das Startsignal für das Symposium „shift! Transformative Wissenschaftspraxis im Diskurs“ – eine Kooperation zwischen TH Köln und FH Aachen. Hochschulangehörige der FH Aachen und der TH Köln trafen sich am Innovationsstandort :metabolon, um über transformative Wissenschaftspraxis zu diskutieren und sich auszutauschen.
Prof. Dr. Christian Wolf, Gründungsmitglied im interdisziplinären Forschungscluster „Circular Transformation Lab“ und Vizepräsident für Digitalität und Nachhaltigkeit der TH Köln, eröffnete das Symposium shift! mit starken Worten:
„Wir haben das Privileg, :metabolon als Lernort nutzen zu können!“
Nach einer kurzen Einführung in diesen besonderen Standort der TH Köln lud Prof. Dr. Wolf zum Erleben mit allen Sinnen ein und erzeugte waches Interesse am bunten Programm des ersten Symposiums.
Prof. Dr. Andrea Upmann, Prorektorin für Studium, Lehre und Internationales der FH Aachen, und Prof. Dr. Axel Faßbender, Vizepräsident für Lehre und Studium der TH Köln, schlossen sich mit begrüßenden Worten an. In einer Zeit multipler Unsicherheiten nehmen Hochschulen eine besondere Rolle ein. Lehrende und Studierende müssen sich neu mit dem Lernort Hochschule beschäftigen, um gemeinsam gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen co-kreativ zu bearbeiten. In inter- und transdisziplinären Arrangements kann die Hochschule zu einem Ort des Ermöglichens werden, an dem gemeinschaftlich in und mit der Gesellschaft Lösungen für komplexe Probleme entwickelt werden.
Transformative Scholarship in Theorie und Praxis: Studiengänge als Resonanzräume transformativer Wissenschaft
In einer inspirierenden Keynote zeigten Prof. Dr. Valérie Varney und Dr. Birgit Szczyrba auf, dass Studierende zu aktiven Coproduzent*innen von Wissen werden, wenn sie aktiv in Forschungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden werden und gesellschaftliche Fragen in ihrem Studium bearbeiten können. Lehrende agieren in transformativen Lehrsettings als Mentor*innen und Academic Coaches, die das kritische Denken, Kommunikation und Reflexion fördern. Besonders in interdisziplinären Studiengängen mit praxisnahen, selbstbestimmten Lernformaten und durch Einbindung externer Partner*innen erwerben Studierende nicht nur Fachwissen, sondern auch Handlungskompetenz, Teamfähigkeit und Reflexionsvermögen.
Im Mittelpunkt solcher transformativen Lernprozesse stehe immer Vertrauen, Selbstreflexion und kooperative Wissensproduktion, so Valérie Varney. Studierende würden so nicht nur fachliche Inhalte hinterfragen, sondern auch ihre eigene Rolle in der Gesellschaft. Lehre wird in einem solchen Setting notwendigerweise zum Gegenstand von Reflexionsprozessen und Lehrende zu transformative scholars. Ein Prozess der laut Birgit Szczyrba die Grundlage für eine Hochschulbildung schafft, die nachhaltige Lösungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft möglich macht.
Im Anschluss an die Keynote hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, beim Networking-Speeddating Kooperationspartner*innen für inter- und transdisziplinäre Projekte zu finden.
Reger Austausch zu transformativer Wissenschaftspraxis
Führung über den Innovationsstandort :metabolon
Für Bewegung nicht nur in den Köpfen sorgte der von Prof. Dr. Christian Wolf und Mirco Friedrichs geführte Rundgang. Bei einem exklusiven Blick hinter die Kulissen berichtete Christian Wolf von der Historie des Entsorgungszentrums Leppe bis hin zur Entstehungsgeschichte des Innovationsstandortes :metabolon. Die Aussichtsplattform auf der Kegelspitze des Müllbergs mit der Möglichkeit, den Abstieg via Rutsche zu bewältigen, bot einen sonnigen Rundumblick auf das Bergische Land.
Rundgang über das Gelände
Transformative Wissenschaftspraxis im Diskurs
Am Nachmittag fanden die Teilnehmenden sich in Arbeitsgruppen zu den Themen „Zeitstrukturen an Hochschulen“, „Akademisches Mentorat“ und „Reallabore“ zusammen. Nach der Präsentation von Beispielen wurde angeregt, über didaktische Möglichkeiten, Potenziale für transformatives Lernen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, dass der Diskurs über transformative Wissenschaftspraxis an den Hochschulen noch lange nicht abgeschlossen ist und die Teilnehmenden das Thema mit großem Engagement weiter verfolgen werden.
Ein Ausblick
Nach einem gelungenen Tag schlossen Prof. Dr. Andrea Upmann und Prof. Dr. Axel Faßbender den Tag mit einer „Recycling“-Runde. Was muss sich im Hochschulalltag ändern? Was kann man noch besser machen, wenn es um transformative Wissenschaftspraxis geht? Mit anregenden Ideen der Teilnehmenden entwickelten Axel Faßbender und Andrea Upmann ein hoffnungsvolles und motivierendes Bild einer transformativen Hochschule.
Den krönenden Abschluss bildete die Staffelstabübergabe des Symposiums „shift!“ an die FH Aachen.
Wie geht es weiter?
Das nächste Symposium „shift!“ im Sommer 2027 wird die FH Aachen ausrichten. Hochschulangehörige der FH Aachen und der TH Köln, die sich wissenschaftlich, forschend und konzeptionell mit transformativer Wissenschaftspraxis befasst haben, stellen auch nächstes Jahr ihre Erkenntnisse zur Diskussion und werden den Austausch mit anderen Lehrenden suchen. Ein Fokus wird auf transformative scholarship liegen, um den ganzheitlichen Ansatz von Transformativer Wissenschaftspraxis wissenschaftlich zu reflektieren.
Juli 2026