Eine Figur geht auf Reisen: Ein neues Abenteuer für Nicole Nickel aus „Welten der Werkstoffe“
Im Serious Game „Welten der Werkstoffe“ sucht Protagonistin Nicole Nickel in verschiedenen Parallelwelten nach Metallen, um Prof. Dr. Martin Bonnet zu retten. Nun geht ihre Reise weiter: Im kommenden Jahr erscheint ein Kinderbuch von Bonnet, in dem Nicole ein neues Abenteuer erlebt. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam und warum ihm wichtig ist, Kinder für Wissenschaft zu begeistern.
Wie ist „Welten der Werkstoffe“ ursprünglich entstanden?
Die Ursprünge liegen in meinem YouTube-Kanal „Welt der Werkstoffe“. Ich wollte einen Namen haben, der für die Inhalte steht, die ich dort als Professor für Werkstofftechnik und Kunststoffe vermittle. Daraus ist über die Jahre eine kleine Welt mit verschiedenen Angeboten entstanden, darunter auch das Point-and-Click-Adventure „Welten der Werkstoffe“. Es ist aus der Idee heraus entwickelt worden, Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen spielerisch und Schritt für Schritt auf immer komplexere Aufgaben anzuwenden.
Welche Rolle spielt Nicole Nickel im Spiel?
Die Idee für die Protagonistin kam von den Spieleentwickler*innen Melina Rose und Prof. Dr. Jonas Zimmer vom Cologne Game Lab unserer Hochschule. Sie wurde nach dem Metall Nickel benannt, weil Nickel auch ein gebräuchlicher Nachname ist und damit eingängiger klingt als beispielsweise Molybdän, ebenfalls ein Metall. Nicole ist Studentin und versucht, mich, der von einem bösen Doppelgänger eingesperrt wurde, zu befreien. Um das Schloss zu öffnen, benötigt sie eine bestimmte Legierung aus verschiedenen Metallen, die sie in unterschiedlichen Parallelwelten finden muss.
Bildergalerie Ankunft
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Prof. Dr. Martin Bonnet und Nicole Nickel bestreiten ein neues Abenteuer. (Bild: Prof. Dr. Martin Bonnet / TH Köln)
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Im Buch ist Nicole Nickel acht Jahre alt und besucht ihren Onkel Bonnet an der TH Köln. (Bild: Prof. Dr. Martin Bonnet / TH Köln)
Wie kam die Idee für das Kinderbuch auf?
Im Rahmen eines Interviews von einer Zeitschrift, die von Kindern für Kinder erstellt wird, wurde ich gefragt: Warum bringe ich nicht mal ein Kinderbuch raus? Ich fand die Idee gut und dann hat sich vieles über Kontakte ergeben. Ein Bekannter von mir, der promovierter Werkstoffwissenschaftler und zugleich Comiczeichner ist, sagte mir, dass er gerne mal ein Kinderbuch illustrieren würde – und so war er sofort dabei. Durch Kontakte zu einem Verlag, in dem ich ein Lernheft veröffentlicht habe, bin ich dann zu dem Kinderbuchverlag gekommen, der nun die neue Geschichte um Nicole Nickel herausbringt.
Was erwartet Nicole Nickel in ihrem neuen Abenteuer?
Im Buch wird Nicole eine etwas andere Rolle einnehmen als im Spiel: Sie darf an ihrem 8. Geburtstag ihren Onkel Bonnet an der TH Köln besuchen. Dort wird sie Hilfsassistentin im Labor und erlebt verschiedene Abenteuer. Professor Bonnet erzählt ihr von seinem Plan, nach einem neuen Werkstoff zu suchen, und muss dafür auf eine Insel reisen. Zwischen außergewöhnlichen Maschinen und spannenden Experimenten wartet auf Nicole eine Aufgabe, mit der sie niemals gerechnet hätte.
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Warum möchten Sie Kindern die Welt der Werkstoffe näherbringen?
Seit ich an der TH Köln bin, beteilige ich mich mit dem Institut für Werkstoffanwendung, das mittlerweile in das Institut für Material- und Prozesstechnologie übergegangen ist, an Formaten wie der KinderUni und veranstalten Workshops für Kinder. Dabei erlebe ich immer wieder, wie begeistert Kinder von Experimenten und wissenschaftlichen Fragestellungen sind. Das erinnert mich auch an meine eigene Kindheit: Ich wollte schon als Kind Professor werden und war fasziniert von Forschung. Später, während meines Studiums, erschien mir dieser Beruf zunächst unerreichbar – ich dachte, dafür müsse man im Studium außergewöhnlich gut sein, promovieren und schließlich auch noch eine Professur erhalten, dass schaffst du nie. Erst gegen Ende meines Studiums haben sich für mich Türen geöffnet und ich habe gemerkt, dass mein Berufswunsch doch realistisch ist. Ich möchte Kindern deshalb zeigen, dass Wissenschaft nichts Unerreichbares ist. Man muss neugierig sein, Fragen stellen und darf auch Fehler machen. Diese Begeisterung für Forschung möchte ich gerne weitergeben.
Oktober 2026