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50678 Köln

EiN* Ort auf dem World Congress on Adult Capacity 2026!

Andreas Martin berichtet von dem Panel Talk auf dem Kongress.

Andreas und Viola bei dem Panel Talk auf der Bühne Andreas und Viola bei dem Panel Talk auf der Bühne (Bild: Zuschauer*in)

Prof. Dr. Dagmar Brosey, Bildungsfachkraft Andreas Martin und Viola Jansen nahmen am 08.07.2026 am „World Congress on Adult Capacity“ in Amsterdam teil. Das bedeutet übersetzt: „Der Weltkongress zur Entscheidungsfähigkeit Erwachsener“.

Der Weltkongress fand unter dem Thema „Maximierung der Autonomie und maßgeschneiderten Schutzmaßnahmen für unterstützungsbedürftige Erwachsene“ statt.

Es ging also darum, wie Erwachsene mit Unterstützungsbedarf mehr selbst bestimmen können. Sie sollen zum Beispiel von der rechtlichen Betreuung nur dabei unterstützt werden, wo sie tatsächlich Unterstützung benötigen. Dabei kann die Betreuung beraten und Dinge erklären, die Person kann aber selbst entscheiden.

Auf dem Kongress moderierte Prof. Dr. Dagmar Brosey einen Panel-Talk über die gelebten Erfahrungen von Menschen mit Unterstützungsbedarfen. Andreas Martin und Viola Jansen führten dabei ein Interview, in welchem sie über rechtliche Betreuung und das Selbstvertreter*innen Projekt „Arbeitskreis Betreuungsrecht – Selbstvertreter*innen werden aktiv“ sprachen.

Andreas Martin berichtet, worüber dort gesprochen wurde:

Ich habe über mein Projekt gesprochen: Der Arbeitskreis Betreuungsrecht und über die rechtliche Betreuung selbst. Warum Selbstbestimmung wichtig ist.

Ich habe darüber geredet, was das neue Betreuungsrecht bedeutet und dass dadurch mehr Selbstbestimmung gewagt werden soll und eben Menschen auch mehr Verantwortung übernehmen können.

Oder zum Beispiel, dass der Betreuer nicht automatisch alle rechtlichen Angelegenheiten übernimmt. Er soll die Person beraten und erklären, wie das geht. Dann kann man das machen, was man schafft.

Auch zum Thema Hindernisse haben wir gesprochen, wenn man eine rechtliche Betreuung hat. Beim Arzt zum Beispiel. Dass im Grunde genommen nicht immer sofort die Betreuerin angerufen werden muss. Der Arzt muss mit mir sprechen und mir meine Diagnose erklären.

Und dass der Betreuer einen auch unterstützt, selbst Dinge zu machen.

Da habe ich auch erzählt, dass das die Motivation war, um mein Projekt zu gründen. So kann man erreichen, dass manche Menschen, die eine Betreuung haben sich selbst vertreten. Und wenn ihnen etwas nicht passt, die das auch sagen können.

Ein Ausschnitt aus dem Gespräch:

Durch das neue Betreuungsrecht soll mehr Selbstbestimmung gewagt werden und auch mehr Verantwortung an die betreuten Menschen übergeben werden.

Der betreute Mensch ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich, auch wenn es mal ein Fehlgriff ist. Der Betreuer soll aber vorher davor warnen, wenn er das merkt. Der Betreuer soll gut beraten und informieren, damit man alles weiß. -Andreas Martin

Andreas Martin beschreibt auch, was ihm von dem Kongress besonders im Kopf geblieben ist:

Es hat mich beeindruckt, dass so viele zugehört haben. Da kann ich mit anderen mein Erfahrungswissen teilen. Ich fand es sehr gut, dass man mich eingeladen hat und dass da Interesse bestand.

Weil es wichtig ist, darüber zu reden, wenn es in der Betreuung Probleme gibt. Und ich fand gut, dass es auch Nachfragen dazu gab. Da konnte ich sagen, dass wenn es Meinungsverschiedenheiten in der Betreuung gibt, dass man die offen anspricht.

Unser Beitrag war ein riesiger Erfolg. Ich habe viele Glückwünsche zu unserem Auftritt bekommen.

Du kennst rechtliche Betreuung noch nicht? Hier findest du eine Erklärung:

Rechtliche Betreuung ist eine Unterstützung für erwachsene Menschen, die aufgrund einer Be_hinderung oder Krankheit ihre Angelegenheiten nicht allein regeln können.

Wenn man eine Betreuung beantragt hat, bekommt man eine*einen rechtliche*n Betreuer*in zur Seite gestellt.

Diese*r unterstützt zum Beispiel bei der Regelung der Finanzen, beim Umgang mit Behörden oder bei der Organisation von sozialen oder pflegerischen Diensten.

Wobei die Betreuung unterstützt, kommt auf die individuelle Person an, also was sie braucht. Dabei steht die Selbstbestimmung des Menschen im Fokus.

Ein Text von Andreas Martin, Viola Jansen und Sophie von Holtum.

Juli 2026

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