Wir organisieren eine Sensibilisierungs-Schulung!
Am 17. September 2026 bekamen wir Besuch von Heilerziehungspfleger*innen in Ausbildung. Wir haben eine interaktive Schulung mit verschiedenen Stationen vorbereitet. Es wurde gemeinsam ausprobiert, reflektiert und auf verschiene Perspektiven geschaut!
Der Tag fand innerhalb einer Kooperation mit dem Gisbert von Romber Berufskolleg aus Dortmund statt.
Wir durften eine „Sensibilisierungs-Schulung“ für die Auszubildenden ausrichten. Es war unser Ziel, sie für die komplexen Lebenswelten von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren.
Dafür haben wir verschiedene Stationen aufgebaut. In denen haben sich die Auszubildenden praktisch mit verschiedenen Lebens-Situationen auseinandergesetzt.
Es war uns wichtig, dass sie Selbst-Erfahrungen sammeln können. Bei der Station zum Thema „Sprache“ sah das so aus:
Die Auszubildenen sollten ein Papier-Boot basteln. Dafür haben sie erst eine Anleitung in schwerer Sprache bekommen. Mit dieser Anleitung sind sie nicht besonders weit gekommen. Jenny Cöllen hat dann ihre Anleitung in verständlicher Sprache mit Bildern ausgeteilt. Innerhalb von kurzer Zeit entstanden viele Papier-Boote!
Jenny Cöllen erinnert sich zurück:
„Das war so cool zu sehen! Am Anfang hatten alle Schwierigkeiten und haben es nicht geschafft. Dann, mit meiner Anleitung, ging es total schnell! Da konnten die sehen, wie wichtig es ist, verständliche Sprache zu benutzen.“
Fabian Hesterberg hat die Station zum Thema „Sehen“ vorbereitet und betreut. An seiner Station gab es Brillen, die man aufsetzen konnte. Diese haben verschiedene Seh-Beeinträchtigungen simuliert. Die Auszubildenden sollten damit versuchen, ein Formular auszufüllen und verschiedene Texte zu lesen.
Fabian Hesterberg erzählt:
„In einer Gruppe haben wir uns eine Weile über die Ray Ban/Meta-Brille unterhalten und wie diese Technologie als Unterstützung für Menschen mit Behinderung eingesetzt werden kann. Wir haben darüber gesprochen, dass die Regierung an ein paar Stellen noch schrauben müsste, um Missbräuchen entgegenzuwirken. Die Gruppe hat ihre Eindrücke darüber sehr ausgiebig diskutiert.“
Die Station „Spastizität“ hat Florian Lintz betreut. Dort gab es zwei Geräte mit kleinen Motoren dran. Diese haben sich die Auszubildenden um die Handgelenke geschnallt und somit wurde eine Spastik simuliert. Sie sollten damit versuchen, etwas zu schreiben und ein kleines Bonbon auszupacken.
Florian Lintz berichtet:
„Es gab einen guten Austausch. Ich wurde auch gefragt, was eine gute Unterstützung beim Ausfüllen von Dokumenten sein kann. Zum Beispiel beim Arzt. Wir haben besprochen, dass zum Beispiel ein Tablet gut ist. Oder dass man etwas am Handy ausfüllen kann. Die meisten denken nicht darüber nach, wie man solche Abläufe gestalten kann, damit alle Zugang dazu haben.“
Weitere Stationen hatten die Themen „Unterstützte Kommunikation“, „Reizüberflutung / Konzentration“ und „inklusive Momente“.
Den Tag haben wir mit einem Input zum Thema „Ableismus“ abgerundet. Der Begriff bezeichnet die strukturelle Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. Im gemeinsamen Austausch wurde besonders der „positive Ableismus“ besprochen. Das bedeutet, dass nett gemeinte Aussagen auch diskriminierend sein können. Zum Beispiel, wenn ein Mensch mit Behinderung für alltägliche Dinge "gelobt" wird. Oder als „Held*in“ bezeichnet wird.
Florian Lintz erzählt:
„Gerade der Input über Ableismus und positiven Ableismus war wichtig! Ich denke da haben wir mehr Sensibilisierung geschaffen. Nur weil Berührungs-Punkte da sind, weil man mit Menschen mit Behinderungen arbeitet, heißt das nicht, dass man auch sensibel ist. Wir müssen unser Denken und Handeln reflektieren.“
Die Schulung endete durch eine Feedback-Runde. Das Feedback haben die Auszubildenden auf den gebastelten Papier-Booten festgehalten.
Ein Text von Florian Lintz, Fabian Hesterberg, Jenny Cöllen und Sophie von Holtum.
Momente aus der Schulung!
Oktober 2026