Diskurswerkstatt 2026: Vielfalt, Vernetzung und transformative Wissenschaftspraxis im Blick
Am 8. Mai 2026 fand zum dritten Mal die Diskurswerkstatt des Neuberufenenprogramms in der Bildungswerkstatt der TH Köln statt. 19 Neuberufene aus 3 Staffeln und 8 Fakultäten präsentierten insgesamt 11 Beiträge und diskutierten ihre Ideen mit dem Präsidium, Dekan*innen, Coaches und ehemaligen und gerade frisch gestarteten Neuberufenen.
Eröffnet wurde die Diskurswerkstatt durch die Programmleiterinnen Dr. Antonia Wunderlich und Vivian Kowalzik. Im dritten Jahr des unkonventionellen Formates haben sich im Vorfeld eine Vielzahl fakultätsübergreifender Tandems gebildet, die durch Vernetzung und Austausch im Laufe des Neuberufenenprogramms zustande gekommen seien.
Wir freuen uns sehr darauf, heute unterschiedliche Perspektiven zu hören, aus denen die Neuberufenen den Weg der TH Köln hin zu einer transformativen Wissenschaftspraxis aufgreifen und aktiv mitgestalten.
so die Anmoderation.
Dr. Antonia Wunderlich und Vivian Kowalzik eröffneten die Diskurswerkstatt.
(Bild: ZLE TH Köln)
Opening Talk mit dem Präsidium: Reflexionen zum Ankommen und Gestalten
In einer durch Dr. Birgit Szczyrba (ZLE) und Joelle Coutinho (Referat Forschung und Wissenstransfer) moderierten Podiumsdiskussion mit Präsidentin Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Vizepräsident für Lehre und Studium Prof. Dr. Axel Faßbender, designiertem Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Matthias Hochgürtel und Vizepräsident für Digitalität und Nachhaltigkeit Prof. Dr. Christian Wolf schilderten die Mitglieder des Präsidiums ihre Erfahrungen als Neuberufene an der TH Köln.
Dabei wurde deutlich, wie sehr sich das Ankommen und Durchstarten im Laufe der Jahre verändert hat: Während Neuberufene früherer Generationen vielfach isoliert auf sich selbst gestellt waren, erleben Kolleg*innen, die mit einem Neuberufenenprogramm begleitet wurden, sowohl eine intensive fach- und fakultätsübergreifende Vernetzung als auch vielfältige Impulse zu den strategischen Themen der TH Köln. So wird ein Austausch über Lehre und Studiengangentwicklung, über die neue Rolle als Professor*in und über die Relevanz von Hochschulen als Bildungsorte ermöglicht. Frau Heuchemer betonte die besondere Bedeutung des Programms, das die Neuberufenen dabei unterstütze, Wissenschaftspraxis als aktive Gestaltung von Problemlösungen in und mit der Gesellschaft zu verstehen, das inter- und transdisziplinäre Perspektiven einbindet und so Professor*innen ermöglicht, Studierende zu Transformator*innen auszubilden.
Impressionen I
Die auf den Opening Talk folgenden Beiträge waren formal und inhaltlich sehr vielfältig und zeigten verschiedenste Facetten transformativer Wissenschaftspraxis an der TH Köln. Ob in Fachgesprächen, dialogischen Vorträgen, Live Demos oder klassischen Vortragsformaten – nahezu allen Beiträgen war gemeinsam, dass sie in intensiver Auseinandersetzung mit den Themen des Neuberufenenprogramms und im Modus eines co-kreativen fach- und themenübergreifenden Miteinander-Nachdenkens verfasst waren.
Im Fokus standen der reflektierte Umgang mit fachlichen Traditionen, digitale Lehrinnovationen zur Unterstützung großer Studierendengruppen sowie die Integration von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung in Lehre und Forschung. Weiterhin wurden kollaborative Forschungsansätze, technologische Entwicklungen mit gesellschaftlicher Relevanz und innovative Curriculumgestaltung thematisiert. Hochschuldidaktisch rückte insbesondere die Bedeutung von Präsenz, sinnstiftendem Lernen und Kompetenzentwicklung für den individuellen Studienerfolg in den Mittelpunkt. Ein Poster zeigte, welchen Bedingungen Lehre in den USA und Kanada unterworfen ist. Auch Herausforderungen beim Einstieg in den Lehralltag wurden thematisiert und zum Anlass für die Weiterentwicklung der Lehre genutzt. So Prof. Dr. Jan Kukulies:
Wir sind aus der Start-Up-Branche an die TH gekommen, sodass für uns die Handlungsstrategie nicht Resignation, sondern Reflexion ist.
Impressionen II
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Prof. Dr. Olivier Fuchs und Hanna Pfeiffer stellten ihre Erfahrungen mit der Methodik Action Research vor. (Bild: ZLE TH Köln)
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Prof. Dr. Erik Angelone und Prof. Dr. Ali Nazari gaben einen Einblick in die studierendenzentrierte Hochschulbildung am Beispiel der USA und Kanada. (Bild: ZLE TH Köln)
Interdisziplinarität und Vernetzung als Schlüsselthemen
Die Ideenbörse, die vor und nach der Mittagspause stattfand, bot den Teilnehmenden Gelegenheit, auf Steckbriefen Projektideen für inter- und transdisziplinäre Kooperationen zu skizzieren. In einem zweiten Schritt konnten alle Teilnehmenden ihr Interesse an einem Austausch über die Ideen der Anderen bekunden, indem sie einen Sticker mit ihren Kontaktdaten auf dem Steckbrief hinterließen. Insgesamt 23 Steckbriefe und 44 Sticker sorgten für – hoffentlich – viel zukünftigen Gesprächsbedarf.
Transformation der Hochschule weiter gestalten
Zum Abschluss reflektierten Dr. Birgit Szczyrba, Prof. Dr. Axel Faßbender und Prof. Dr. Christian Wolf die Eindrücke des Tages. Sie würdigten die Vielfalt und das hohe Niveau der Beiträge und stellten fest, dass die Neuberufenen eine hohe Frustrationstoleranz für den herausfordernden Weg zur transformativen Wissenschaftspraxis an der TH Köln mitbringen. Zugleich betonten sie, dass es für die TH Köln essentiell sei, unterschiedliche Studierendengruppen zu befähigen und vielfältige Perspektiven zusammenzubringen. Die Förderung fachübergreifender Zusammenarbeit, die Verknüpfung von Lehre, Forschung und Transfer sowie die Stärkung von Demokratiebildung und Ethik seien auf diesem Weg unverzichtbar.
Impressionen III
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Die Ideenbörse bot den Teilnehmenden Gelegenheit, auf Steckbriefen Projektideen für inter- und transdisziplinäre Kooperationen zu skizzieren. (Bild: ZLE TH Köln)
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Die Ideenbörse bot den Teilnehmenden Gelegenheit, auf Steckbriefen Projektideen für inter- und transdisziplinäre Kooperationen zu skizzieren. (Bild: ZLE TH Köln)
Ausblick
Die dritten Diskurswerkstatt zeigt, dass dieses Format ein wichtiges Element auf dem Weg der TH Köln hin zu einer offenen, reflektierten, inter- und transdisziplinär ausgerichteten und gesellschaftsorientierten Wissenschaftseinrichtung darstellt. Die Veranstaltung wird auch zukünftig als Plattform für den Austausch und die Entwicklung von innovativen Ansätzen dienen.
Die vierte Diskurswerkstatt ist für Frühjahr 2027 geplant.
Mai 2026