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Migration und Interkulturelle Kompetenz

Forschungschwerpunkt des Instituts für interkulturelle Bildung und Entwicklung

Interkulturelle Qualifizierung und Förderung kultureller Diversität in der Polizei NRW

Es sollen Fortbildungsmodule entwickelt und erprobt werden, die Chancen und Probleme kultureller Diversität innerhalb der Polizei, das Miteinander von deutschstämmigen Polizisten/innen und Migranten/innen im Polizeidienst sowie das Phänomen Fremdenfeindlichkeit thematisieren. Außerdem ist unter Nachhaltigkeitsaspekten eine Qualifizierung von Multiplikatoren zu interkulturellen Themen geplant.

Auf einen Blick

Kategorie Beschreibung
Forschungsprojekt Interkulturelle Qualifizierung und Förderung kultureller Diversität in der Polizei NRW 
Leitung Prof. Dr. Rainer Leenen 
Fakultät Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften  Mehr
Institut Institut für interkulturelle Bildung und Entwicklung (Interkult)  Mehr
Beteiligte Dipl. Päd. Andreas Groß, Dipl. Päd. Harald Grosch, Isabelle Klarenaar, Karine Eu und Dipl. Psych. Alexander Scheitza 
Projektpartner Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen 
Fördermittelgeber Gefördert aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (ESF) über das bundesweite Programm „Xenos – Integration und Vielfalt“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) 
Laufzeit 01.04.2009 bis 31.03.2012 

Projektidee

Übergreifendes Projektziel ist der Ausbau der interkulturellen Qualifizierung und die Förderung kultureller Diversität der Polizei NRW. Hierzu werden spezifische Fortbildungsmodule zu diesen Themenbereichen entwickelt und erprobt. Die Workshops beschäftigen sich mit den Chancen und Problemen kultureller Diversität innerhalb der Polizei, dem Miteinander von deutschstämmigen Polizisten/innen und Migrantinnen und Migranten im Polizeidienst sowie dem Phänomen Fremdenfeindlichkeit; außerdem ist unter Nachhaltigkeitsaspekten eine Qualifizierung von Multiplikatoren zu interkulturellen Themen geplant.

Für den Erfolg solcher Maßnahmen ist eine abwechslungsreiche methodische Umsetzung erforderlich. Deswegen werden entsprechend abgestimmte methodische Settings entwickelt und erprobt, die vielfältige methodische Instrumente (z.B. Selbsteinschätzungsübungen oder Simulationen) miteinander kombinieren. Dabei spielen auch so genannte „kritische Situationen eine besondere Rolle: Um die Angebote möglichst praxisnah zu gestalten, werden Situationsschilderungen aus dem Berufsalltag der Polizei erhoben, die typische irritierende interkulturelle Alltagssituationen beschreiben. Solche Szenarien bieten hervorragende Ansatzpunkte, die spezifischen interkulturellen Themen im polizeilichen Feld zu analysieren und mit den Teilnehmer/innen angemessene Bewältigungsmöglichkeiten zu diskutieren. Es hat sich gezeigt, dass der Einsatz kurzer Trainingsfilme in Weiterbildungsseminaren sehr positive Effekte auf den Lernerfolg hat. Deshalb sollen ausgewählte Kritische Ereignisse verfilmt und als AV-Trainingsmaterial eingesetzt werden.

Zielgruppen

Das Entwicklungsprojekt muss drei Zielgruppen und deren unterschiedlichen Zielsetzungen gerecht werden. Zur ersten Zielgruppe gehören die Führungskräfte der Polizei. Sie sollen zunächst für die Bedeutung kultureller Diversität in der Polizei sensibilisiert werden; im Sinne von Nachhaltigkeitsüberlegungen soll gemeinsam über Strategien nachgedacht werden, Diversitätspotentiale innerhalb der Organisation produktiver zu nutzen. Die zweite Zielgruppe setzt sich aus Beamten und Beamtinnen im Wach- und Wechseldienst zusammen. Hier geht es um die Förderung polizeilicher Handlungs- und Interaktionskompetenzen im Umfeld der Polizei, z.B., wenn Polizeibeamte in stark multikulturell geprägten Stadtteilen eingesetzt sind. Zur dritten Zielgruppe gehören Beamte und Beamtinnen in der Aus- und Fortbildung. Hier sollen vor allem die Vermittlungskompetenzen der Lehrenden erweitert werden - um interdisziplinäre Theoriekenntnisse und geeignete didaktische Methoden sowie um Medien und Materialien für verschiedene Zielgruppen.

Evaluation und wissenschaftliche Begleitung

Die wissenschaftliche Begleitung wird durch das koelnInstitut iPEK übernommen. Sie hat das Ziel, Ergebnisse des Projekts zu resümieren (summative Evaluation), aber auch den Projektablauf zu begleiten und Steuerungshinweise zu geben (formative Evaluation). Die Umsetzung des Projekts wird daher regelmäßig überprüft, die Wirkungen der eingesetzten Methoden zur beruflichen Weiterbildung beobachtet, die eingesetzten Bausteine auf ihre Effektivität hin untersucht und gegebenenfalls Änderungen bei Inhalten oder Abläufen vorgenommen. Als empirische Grundlage der Evaluation kommen hauptsächlich zielgruppenspezifische, halbstandardisierte Befragungen von Teilnehmer/innen zum Einsatz, eventuell ergänzt um Interviews, sowie Gruppendiskussionen und die Auswertung von Dokumenten. Es werden sowohl Selbsteinschätzungen im Hinblick auf den Lernerfolg als auch Fremdwahrnehmungen erhoben, indem zum Beispiel Kollegen zu eventuellen Veränderungen im Verhalten der Teilnehmer befragt werden. Um die Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit der Seminarangebote zu überprüfen, wird neben der Erstbefragung im unmittelbaren Anschluss an die Veranstaltung eine systematische, standardisierte Nachbefragung durchgeführt.

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